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Meine aktuelle Tour 2014:

Uwe ist am 21. Sept. 2014 in Kapstadt eingetroffen.

Genieße die ersten frühlingshaften Tage am Kap. Am Ried Vlei schwebt eine Armada Pelikane zum Landeanflug an. Ibise überfliegen im Formationsflug von Robben Island kommend das Vlei. Dann viel Radau um diese Jahreszeit. Mal die Wildgänse, dann der Hagedasch oder die Frankolin und schließlich die Perlhühner mit ihrem lauten Geschrei so dass es mich schon früh morgens angenehm aus dem Bett reißt. Punkt 8 Uhr geht dann der Presslufthammer auf Nachbars Baustelle.

Später kommt Süd Ost Wind auf und es treibt mich zum Downwinder samt Kiteboard raus auf´s Wasser. Vielleicht sehe ich ja noch letzte Wale auf dem Wasser bevor sie wieder Kurs samt Nachwuchs auf die Antarktis nehmen.

Anfang Oktober schließlich breche ich zu meiner Tour ins Okavangodelta auf. Außer vielen abenteuerlichen Tier- und Reiseerlebnissen steht natürlich auch wieder die Carnetverlängerung an.

Zu dieser aktuellen tour siehe Diashow: Kalahari 2014

Feedbacks bitte an meine e-mail Adresse unter: mailto:uwe_scharf@yahoo.de

    

Freitag, 3. Oktober 2014

Habe mir eine starke Erkältung zugezogen. Trotzdem, mit drei Tagen Verzögerung will ich morgen endlich los. Bei Perdeberg noch ein paar Flaschen Savignon- und Cenin Blanc eingefangen. Dann noch schnell zur Salzwasserspülung mit dem Kiteboard aufs Wasser und am Abend noch die restlichen Kisten eingeladen.

Nicht nur meine Glieder tun mir weh, sondern vor allem auch der Rücken macht arge Probleme. Habe ungeheure Schmerzen, ja bin selber dran Schuld und Mitleid ist da dann völlig fehl am Platz. Bin nicht mehr Ansprechbar und starre ich stoisch, nicht mehr aufnahmefähig, in den TV. Ein Luxus dem ich für die nächste Zeit locker entsagen kann.

 

Samstag, 4. Oktober 2014

Endlich um 8:00 Uhr komme ich in die Gänge. Den geplanten Umweg über Southerland, der kälteste Ort zur kältesten Zeit in Südafrika spare ich mir evtl. für die Heimfahrt auf. Ich bin noch nicht Fit und nicht besonders aufnahmefähig. Eigentlich müsste man da bei einer Kaltfront mitten im Winter durchfahren und die Wahrscheinlichkeit dort Schnee in Südafrika zur erleben ist dann besonders groß. So befindet sich außer dem Ort selber weiter östlich eine Sternwarte, dem klaren südlichen Sternenhimmel wegen.

Fahre Diritisima nach Norden, in Clan William dann von der N7 ab durch die bizarren, rötlichen Felsformationen der Cedarberge. Schließlich tauche ich ein in die Große Karroo. Die Karroo ist eine Halbwüste und hier hat es den gesamten Winter über nicht geregnet. So hoffen die Menschen hier wenigsten auf etwas Regen während der Sommerzeit. Am Kap selber ist es genau umgekehrt. Winter bedeutet dort Regen und Sommer die Trockenzeit. Überfahre gerade noch hinter Kenhardt die Bahngleise des vielleicht längsten Erzzugs, als er just in diesem Moment unter mir durchfährt. Die Sonne steht schon ganz tief und ich denke mir jetzt vom längsten Erzzug mit seien über 400 Waggons eine Langzeitaufnahme als er so in die untergehende Sonne braust, dass währe es doch. Leider ist dass so spontan in meinem Kopf entstandene Foto kläglich an der Realität gescheitert. Wie oft werde ich noch bei meinen Tier Aufnahmen scheitern, wie groß wird der Ausschuss digitaler Fotos sein?

Im Gedanken versunken wandert neben mir witzig anzusehen als übergroßer Schatten der Landrover nebenher bis der Schatten schließlich verschwindet und nach der kurzen Dämmerung die totale Dunkelheit einsetzt. Zuvor eine kleine Pause samt zwei Hallo Wach Espresso eingeplant und jetzt bin ich trotz einsetzender Dunkelheit wach wie ein Nachttier und verstoße schon am ersten Tag meiner Reise gegen den ehernen Grundsatz in Afrika nicht bei Nacht zu fahren. Was soll ich tun, irgendwo neben der Straße stehen zu bleiben und hellwach im Auto liegen? So fahre ich bei Dunkelheit weiter, überfahre den Oranje, durchfahre das nette Städtchen Upington einmal bei Nacht und folge immer weiter der R360 nach Norden. Meine erst einen Springhasen mit grün reflektierenden Augen zu sehen, dann tauchen Löffelhunde neben und auf der Straße auf. Dann Steinböckchen die wie angestarrt im Licht der Scheinwerfer verharren. Irgendwann verläuft das Asphaltband wellenförmig, mal Düne rauf, dann Düne runter. Ein untrügliches Zeichen dass ich bereits in der Kalahari bin. Irgendwann, kurz vor Mitternacht, endet die Straße willkürlich vor einem Gatter und ich befinde mit am Twee Revieren Gate des Kalaghadi NP (KTP).

 

Sonntag, 5. Oktober 2014 

Gamedrivezeit ist im Oktober von 6:00-19:00 Uhr, die Rezeption öffnet ab 7:00 Uhr. Mit der netten Dame von der botswanaschen Rezeption mache ich einen Deal. Sie bucht mich für die Folgenacht auf dem Reserved Camp ein obwohl das Reserved Camp schon besetzt ist. Wir verbleiben so, ich kreiere ein zweites Reserved Camp irgendwo unter einem Cameldornbaum. Morgen am Montag machen wir dann den Rest klar da sie dann wieder jemanden im zentralen Reservierungsbüro in Gaborone erreichen wird. Als ich dann ans Rooiputs Wasserloch komme treffe ich auch gleich einen schwarzbemähnten Löwen mit seiner rolligen Dame. Sie liegen nahe am Wasserloch und haben außer dem einen sonst nichts im Sinn. So besteigt er seine Dame alle 20 Minuten, begattet sie für nur ca. 5 Sek, dann fletscht er und sie brüllend die Zähne und fertig ist der Akt. Das geht so den ganzen Tag und die Tiere wie Springböcke, Oryx, Streifenguns, Kuhantilopen können schauen wie sie ans Wasserloch kommen. Schade dass das alles immer nur auf der drüberen Seite des Tals geschieht.

So haben sie alle die Löwen im Blickfeld als sie unter warnenden Schnaufen und Schnauben sich ans Wasserloch begeben. Aber, wie gesagt, die Löwen jagen und fressen heute nicht, die haben ganz anderes im Sinn. Interessant ist welch eine versteinerte Grimasse er zieht sobald er den Geruch vom Urin der Löwin aufnimmt.

Ansonsten ist hier im südlichen Nossobtal nicht viel los. Ich genieße es heute mal nur zu entspannen und keine tausend+X Kilometer / Tag vom Kap via Karroo in die Kalahari fahren zu müssen.

Das ausgebuchte Rooiputs Camp ist natürlich wieder nicht ausgebucht obwohl es ja  ausgebucht ist. So ist der erste Reserved Platz frei und Camp 2 und 4 sind auch frei. Nr. 4 ist mein Favorit und so beziehe ich diesen schönen Platz.

Gerade haben mich noch zwei nette Herren von der botswanaschen Parkverwaltung besucht und mich gefragt ob ich meinen Aufenthalt genieße. Ja ich genieße es in vollen Zügen. Irgendwo heult eine Eule, dann von überall her das Lachen der Geckos und ich meine immer mal kurz den Lustschmerz der beiden Löwen zu hören. Gute Nacht Kalahari.

 

Montag, 6. Oktober 2014

Habe ich tief geschlafen. Will pünktlich um 6:00 Uhr los. Wache auf und meine es dämmert. Als ich rausschaue steht der eierförmige Mond über mir. Morgen werde ich mir einfach einen Wecker stellen damit ich dann beruhigt, lediglich den Geräuschen der Nacht lauschend, durchschlafen kann. Es ist einfach wichtig zur besten Zeit mit dem besten Licht unterwegs zu sein. Außerdem brühe ich mir noch schnell einen Kaffee für die Thermoskanne auf. Am Rooiputs Wasserloch dann eben kein Kill. Sondern die beiden Katzen haben nach wie vor ununterbrochen Sex, wenn man das bei Tieren so sagen kann. Die Löwen sind auf der anderen Talseite, eigentlich viel zu weit weg. Die Gnus streifen unter lautem Schnaufen im Galopp an den Löwen vorbei und die beeindruckt es nicht besonders. So fahre ich rüber ins Auobtal, sichte dort zwei Löffelhunde, die ersten hier im Park. Im Auobtal dann im Schatten eines Baumes, gleichfalls nahe einem Wasserloch ein bemähnter Löwe im Schatten eines Baumes. Bin leicht durch das merkwürdige Verhalten der Spießböcke und Gnus auf ihn aufmerksam geworden. Schließlich zurück an der Rezeption. Mache meine weiteren Buchungen für Rooiputs, Polentswa und Motopi. Alle Camps im Mabuasehube Park sollen angeblich total ausgebucht sein was ich mir nicht vorstellen kann. Verbleibe mit der Dame von der Rezeption so dass ich dann dort vor Ort am Gate evtl. meine weiteren Buchung, wenn überhaupt, machen werde. Es ist 16:00 Uhr, es geht ein heftiger Wind und es hat sich komplett zugezogen. Auch die Temperaturen sind von heute Mittag von sehr Heiß jetzt drastisch eingebrochen, aber es ist noch immer angenehm warm. Es hat sich bedeckt, dass Licht gibt nichts mehr her und die Löwen, sie liegen gerade mal 50 Meter oberhalb des Wasserlochs auf der Düne, hätten jetzt ein leichtes Spiel. Nur, sie haben anderes zu tun als jagen. Während sie sich so beschäftigt auf der Düne tummeln kommen die Oryx, Springböcke und Streifengnus bis an die Tränke. Nun ja, mit vollem Magen arbeitet es sich nun mal nicht so gut. Das geht jetzt schon so 2 Tage und wahrscheinlich auch Nächte ohne unterlass.

Trotz bedecktem Himmel, die Geckos veranstalten ihr abendliches Konzert. Von allen Seiten das typische kie kie ki ki ki Lachen. Oder ist es eine permanente nächtliche Kommunikation?

 

Dienstag, 7. Oktober 2014

Es ist erst halb vier, draußen noch totale Dunkelheit und erste Vogelstimmen laden zum zeitlichen Morgenkonzert. Das „fully booked“ Rooiputs Camp ist mal wieder nur zur Hälfte belegt. Die nette Dame von der Rezeption sagte mir schon so wie es aussieht kann ich wieder auf dem vierten Platz, meinem Favoriten, stehen. Wie ich erfahre sind diese Woche in Südafrika Ferien, daher die prekäre Buchungssituation. Alle buchen mal vorsichtshalber und nur die Hälfte tritt dann auch tatsächlich ihre Reise an. Sehr ärgerlich für die, die dann auf ihre Safari deswegen verzichten mussten. Daher, so wie ich verfahre, sicherlich nicht die schlechteste Variante, nur man benötigt dazu eben auch kompromissbereite Personen an der Rezeption.

Fahre punkt sechs los und verweile eine halbe Stunde bei den Rooiputs Löwen. Sie haben gerade mal die Düne gewechselt und sonst nichts anderes im Kopf als sich permanent zu paaren. So ziehe ich nach einer halben Stunde weiter und treffe genau dann am Kij Kij Wasserloch ein als dort 7 Löwen an der Zahl, ein Männchen, zwei Weibchen und 4 Halbwüchsige gerade leider wieder das Wasserloch verlassen und hoch in die Dünen wandern. Schade, da war ich wohl 15 Minuten zu spät. Aber so ist es, man muss zur rechten Zeit am rechten Ort sein, und so schlecht habe ich es ja eigentlich nicht getroffen. Alle nach mir kommenden machen maximal noch die Spuren der Löwen aus.

Kurz darauf eine Ansammlung von gut zehn Schabrackenschakalen. Sie haben einen Sektretär erlegt und weiden ihn aus. Später dann wieder Schakale an einer wahrscheinlich unweit des Wasserlochs verendeten Jungoryx. Mir ist schon öfters aufgefallen dass Tiere schließlich am Wasserloch verenden. So wie es mir den Anschein macht nach der Aufnahme vom Wasser. Was mag die Erklärung für dieses Phänomen sein? Zu salzig? Zu süß?

Dann unter einem Baum ganz unscheinbar zwei sich erhebende Köpfe von Geparden. Es ist 12 Uhr Mittag, die Sonne steht nahezu im Zenit, da wird sich um diese Zeit nichts weiter tun als dass sich beim Verrücken des Schattens mit ihm mitwandern werden. Was sehe ich sonst, einen interessanten knallroten Orxxweber, öfters einen vor mir auffliegenden Gabarhabicht, Oryx, sogar zwei Kudus die man hier im Tal eher sehr selten sieht, Streifengnus, Springböcke, Strauße, Schakale, Mäuse und Ratten.

Gegen 13:00 Uhr schließlich treffe ich zur Rast im Nossob Camp ein. Nur gut dass ich nächste Nacht abseits des Trubels, ich erwähnte ja bereits, diese Wochen sind Ferien in Südafrika, auf Polentswa weilen werde. Auf neu, weiter tiefer in den Boden gehobelter Strecke fahre ich im Abendlicht nach Polentswa. Die Tieraktivitäten halten sich zum Ende der Regenzeit sehr in Grenzen, aber so ist sie eben die südliche Kalahari. Sie ist weniger von der Masse der Tiere geprägt, sondern vielmehr von der Abgeschiedenheit, der Ruhe, den Atem beraubenden Sonnenuntergängen, dem klaren Sternenhimmel und dem abendlichen keh keh ke ke ke. Von überall ist das Lachen der Geckos zu vernehmen. Nur sehen kann ich leider keine, ich kann noch so angestrengt den Boden nach ihnen absuchen. Sie scheinen an den Ausgängen ihrer Erdenlöcher das kek keh ke ke ke von sich zu geben. Und wer mitzählt kommt immer nur auf die Zahl 5. Ist das nicht interessant? Können die bis fünf zählen?

Der volle runde Mond steigt schon auf bevor die Sonne, wie die Buschmänner sagen, geschlachtet wurde. Später dann kann ich wieder einen Meterioiten beim Eintreten in die Erdatmosphäre verglühen sehen. Gute Nacht, ich wünsche mir was.

 

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Mein Wecker im GPS schrillt wie eine Grille so dass ich erst gar nicht weiß ist es einer der Laute da draußen, oder hat sich eine Grille über die offene Hecktüre ins Auto verirrt oder schrillt dass GPS tatsächlich so grauenhaft. Um sechs Uhr rolle ich erst mal weiter nach Norden auf ganz frisch gehobelter Fahrspur. Der Fahrer vom Gräder bricht zur gleichen Zeit wie ich auf und zieht seinen Bauwagen bis zur nächsten schönen Aussichtsstelle hinterher. Ich weiß nicht, soll ich ihn dafür beneiden dass er alleine da draußen in seinen Bauwagen übernacht darf? Das geht dann so bis Unionsend. Wenn ich Gräderfahrer währe hätte ich bestimmt eine Kamera im Gepäck und die gehobelte Fahrspur währe öfter mal unterbrochen. Mir kommt es vor wie auf einer frisch gewalzten Skipiste, so schwebe ich da drüber. Am Polentswa Wasserloch ist nichts los, so fahre ich weiter bis zum nächsten Wasserloch und beobachte das bunte Treiben der Vögel an der Tränke. Wieder zurück entdecke ich einen Honigdachs. Ich meine, der erste den ich hier im Park entdecke. In Polentswa verlässt gerade eine Herde Streifengnus das Wasserloch. Dann eine besonders schöne Beobachtung. Zwei ausgewachsene Kuhantilopenbullen Duellieren sich. Genial deren Kampf zu beobachten. Sie gehen beide ganz tief mit den Vorderläufen auf den Boden, haken sich mit ihren Hörnern schon fast ein und schieben dann mit aller Gewalt gegeneinander. Irgendwann gibt sich dann einer der Bullen geschlagen, sucht das Weite und der Andere spurtet ihm hinterher. Wann sehe ich mal Schlangen. So gut wie nie. Und heute, auf der frisch gehobelten Piste schlängelt sich dann eine rund 1 1/2 Meter lange dünne schwarze Schlange vor mir auf die andere Seite. Damit nicht genug, kurz später dann das gleiche Kaliber in einem hellen Rose. Schließlich erreiche ich den Abzweig des Bosotrails. Da steht dann an: 200 KM Mabuasehube. 200 KM, man würde bei uns in Deutschland sagen auf einem schlechten Feldweg. Da ich weis wie elendig lange und ermüdend der Trail ist habe ich als Zwischenstation Motobi 2 gebucht. Wenn ich Tempo aufnehme denke ich mir es zerreißt mir den Wagen. Daher fahre ich eher langsam über das knüppelharte Waschbrett. Als ich Rast mach und wieder anfahren will stelle ich fest dass das linke hintere Rad nach hinten und vorne viel Spiel hat. Als ich mir dass anschaue sehe ich sofort dass die Muffe an der linken Zugstrebe ausgeschlagen ist. Die war erst ausgetauscht worden und hat jetzt gerade mal 10.000 offroad Kilometer gehalten. Sehr frustrierend. Als ich unter den Wagen schau stelle ich fest dass es hinten an den Radaufnahmen beidseitig nässt. Kann mir dazu erst mal gar keinen reim machen. Gleichzeitig auf beiden Seiten. Sehr merkwürdig. Irgendwann nach über 200 KM Tagesleistung treffe ich gegen 15:00 Uhr in Motopi ein und checke als erstes die Undichtigkeit auf der Hinterachse. Bremsflüssigkeit ist immer noch OK. Warum sollten da auch gleich beide Kolben links wie rechts undicht werden? Ich tippe darauf dass das hintere Differentialgetriebe überfüllt wurde. Aber warum fließt dann Öl auf der Innenseite und nicht außen an der Radnabe heraus? Prüfe den Ölstand und er ist OK. Als ich mir das ganze etwas näher anschaue realisiere ich dass der Ölaustritt von den EMU Stoßdämpfern herrührt. Als ich dann hinten mal auf dem Wagen wippe stelle ich schnell fest wie stark der auf der Hinterachse mit 2,2  Tonnen beladene Wagen nachwippt. Die beiden Stoßdämpfer sind total am Arsch. Dass erklärt natürlich auch im Nachhinein die unkomfortable Fahrt auf dem Trail. Aber was ist an einem Landrover schon Komfortabel? Zumindest die Gummimuffe kann ich austauschen. Wo ich die Emus herbekomme, mal sehen. Vielleicht kann mir ja mein Bruder welche aus Kapstadt mitbringen. Es ist viertel vor Sieben und wie auf Kommando beginnt das Lachen der Geckos. Tiere hat es hier auf dem Boso Trail übrigen nur recht wenige wie überhaupt im Park. Da habe ich schon viel bessere Jahre erlebt. Das habe ich so nicht erwartet zumal es letzten Sommer hier ausgiebig geregnet hat. Außer Oryx, Springböcken, Steinböckchen, Straußen, Mäusen und Ratten sehe ich sonst noch Echsen, ich meine auch Geckos die dann immer schnell vom Weg huschen und die Vogelwelt ist hier in der Kalahari überall intakt.

Es gibt Leute über an deren Verstand ich ernsthaft zweifle. Was geht in deren Kopf vor an diesem wunderschön abgelegen Camp inmitten der Kalahari ihren Müll liegen zu lassen? Haben die sich keine Gedanken gemacht warum gerade hier keine Abfallkörbe installiert wurden?

 

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Die Grille haut mich kurz nach halb sechs aus dem Bett. Für was, hier hat es sowieso keine großen Tieraktivitäten. Also heute mal anders herum. Erst Kaffee, dann Müsli zubereiten und gemütlich bei sehr angenehm kühlen Temperaturen gefrühstückt. So angenehm, dass ich ohne Wollmütze und Flieshemd nicht auskomme. Schließlich hopple ich wie ein Kaninchen auf dem Bosotrail in Richtung Bosobongolo Pan. Begegnete mir gestern kein Fahrzeug treffe ich heute wenigstens auf Zwei. Tausche mich kurz mit ihnen aus obwohl ich eigentlich schon die Antwort weis. Und so höre ich wie immer: Im Mabuasehube GR alles recht dürftig mit den Tieraktivitäten. Mein Favorit ist dort die Mpayathutlwa Pan und mein Plan dort das Reserved Camp zu buchen geht schon mal nicht auf. Von einem ambitionierten Paar mit einem Landcruiser erfahre ich dass sie mir zuvorgekommen sind, aber, sie bieten mir im Laufe der Unterhaltung an, wenn ich mag, dort mit zu campieren.

An der Bosobongolo Pan sichte ich zwei Löffelhunde. Die einzigste Spezies Tier die sich eher in der Kalahari breit macht und vermehrt. Ich hatte das erste Mal 2013 Löffelhunde in der Zentralkalahri entdeckt. Nie zuvor hatte ich dort welche gesehen. Und jetzt sehe ich sie überall, selbst nachts hoppeln sie im Strahl meines Scheinwerfers kurz hinter Upington über die Straße.

Stelle meinen Wagen am Camp 02 der Mpayathutlwa Pan ab. Kurz darauf trifft Alen aus Kapstadt mit seinem Landrover ein. Hatte ihn genau hier letztes Jahr kennen gelernt. Kurze Zeit später zwei italienische Paare in ihrem Landcruiser und sie erzählen Alen dass sie heute unweit von hier einen einzelnen Löwen gesehen haben. Dann löst sich wieder alles auf und ich mache es mir hier gemütlich. Hier hat es sogar fließend Wasser. Unter dem Hahn steht eine leere aufgeschnittene Coladose. Denke mir die fülle ich mal, es ist immer schön den Vögeln an der Tränke zuzuschauen. Räume gerade und denke plötzlich ich traue meinen Augen nicht. Vor mir steht eine Löwin am Hahn und lechzt nach Wasser. Mit dem aufgeschnittenen Cola Döschen kann sie natürlich nichts anfangen. Also läuft sie gequält weiter und lässt sich unter dem schattigen Baum zwanzig Meter weiter fallen. Ich hatte mal 18 Jahre einen treuen Kater der hieß Strolch. Und so ein bisschen kann ich schon ganz gut das Verhalten von Katzen einschätzen, egal ob Große oder Kleine. Auch das Beobachten der Tiere in freier Natur hilft da ungemein. Die Löwin ist hochschwanger und hätte jetzt gerne Wasser. Dass sie von mir nichts will würde jeder sofort sehen. Also hole ich meine Spülwanne raus, gehe zum Hahn und mache sie voll. Das hört die Löwin mit Freude, erhebt sich und kommt zu mir. Ich verlasse gemächlich die Wanne und lasse den Hahn minimal weiter laufen. So trinkt sie wie mein Kater Strolch aus seinem Napf vom kostbaren Nass. Es ist ganz klar, sie will jetzt Wasser und ansonsten ihre Ruhe. Sie hat sich schon längst vom Rest des Rudels abgesondert um hoffentlich schon bald ihre Jungen zu werfen. Schließlich sucht sie sich rund 150 Meter neben meinem Platz ein schattiges Plätzchen um zu ruhen. Ich möchte natürlich auch warnen, nicht zu leichtsinnig zu sein, es ist eine wilde Katze, kein domestiziertes Tier, was nicht heiß dass ein wilder Löwe dann auch gleich über Menschen herfällt. Man sollte sich halt einfach nur dem entsprechend verhalten, dass heißt, i. d. R. langsam zurückzuziehen.

Alen wollte heute zum Gate. Sage ihm, er soll bitte dem Personal ausrichten dass ich die Parkgebühr im Nachhinein entrichten werde da ich technische Probleme am Wagen habe.

Ich hoffe einfach nur, dass niemand mehr an diesen Topplatz kommt. Paul, ein Arzt aus Kapstadt, hatte dort mal einen Löwenüberfall früh Morgens um vier in einem Minizelt ertragen müssen. Auch verbrachen wir dort 2009 drei Nächte mit einem Rudel Löwen und jetzt die Löwin die so mir nicht Dir nichts gegen 10 Uhr mal schnell bei mir vorbeischaut. Wow!

Nachmittag kommt dann ein Trupp Südafrikaner mit 6 Fahrzeugen rüber. Denke mir nur gut dass das nicht meine Nachbarn sind. Die haben hier in Botswana wohl Sonderprivilegien. Schilder auf denen steht Eingang verboten und für die die nicht lesen können mit dem roten runden Schild mit dem weißen Querbalken wie bei uns auf der anderen Seite von Einbahnstraßen zusätzlich untermauert, gelten scheinbar für sie nicht. Wie die Hammelherde fährt einer dem anderem schön hinterher. Mich fragen sie natürlich auch gleich aus ob ich hier irgendwo Löwen gesehen habe.

Dann den Tag über keine besonderen Aktivitäten mehr. Den hüpfenden Landy belasse ich an Camp No. 2, es kommt auch keiner mehr der mich hier vertreibt. Mit Alen unterhalte ich mich noch etwas am Abend bis schließlich die Temperaturen wieder auf unangenehme niedrige einstellige Grad runter gehen. Trotz Fließhemd und Schafswollpullover treibt es mich ins Bett. Die Löwin hat sich den Tag über auch nicht mehr sehen lassen.

 

Freitag, 10. Oktober 2014

5 Minuten bevor die Grille ihr allmorgendliches Gezirpe beginnt reißt es mich aus dem Bett. Der kalte Wind von gestern ist eingeschlafen. Kalt ist es zwar immer noch, aber ohne Wind fühlt sich dass gleich mal selbst noch vor Sonnaufgang angenehmer an. Ich kann frische Löwenspuren hier vorbei am Camp ausmachen. Bin mir sicher, es war die hochschwangere Löwin von gestern. Wahrscheinlich ist sie rüber ans andere Camp gelaufen um dort Wasser aufzunehmen.

Zum Sonnenaufgang stehe ich bereits am Wasserloch der Mpayathutlwa Pan. Aus dem gelben Grasbüscheln der Pan ragen behaarte Köpfe raus. Drei an der Zahl. Dann kann ich auch noch eine Löwin ausmachen. Es ist angenehm Kühl und so suchen sie auch nicht nach den ersten Sonnenstrahlen einen Schatten spendenden Baum. Schade dass sie etwas abseits vom Wasserloch liegen. Irgendwann kommt dann noch ein Fahrzeug, und noch eins und irgendwann wird es schon fast ungemütlich hier. Man weiß nicht so recht in welcher Richtung es die Löwen schließlich treibt. So fahre auch ich mal auf die andere Seite, dann wieder zurück. Einer der Bemähnten macht es sich im Osten der Pan im Schatten eines Baumes gemütlich. Die anderen treibt es schließlich doch ans Wasserloch. Schön anzuschauen. Das ist schon sehr ungewöhnlich. Bisher habe ich dass so noch nicht erlebt. Tatsächlich sind hier drei bemähnte Löwen mit einer Löwin unterwegs. Das die mächtigen Löwen noch relativ jung und unerfahren sind stellt man schnell an ihrem irritierten fast ängstlichen Verhalten bei all den Fahrzeugen hier fest. Als sich schließlich vom Wasserloch weglaufen hoch zur Rangerstation stieren fast alle Fahrzeuge ihnen unmittelbar hinterher. Das nimmt der an sich schönen Stimmung hier an der Pan etwas ihren Charakter und sehr schnell realisiere ich dass diese einem Vergnügungspark ähnlichen auf Masse ausgelegten Parks so nicht mein Ding sind. OK, es ist Ferienzeit. Wer sich hier außerhalb der Ferienzeit aufhält wird schnell feststellen was hier den Reiz ausmacht.

Mit dem heutigen Morgen sehr zufrieden fahre ich zurück ins Camp und hoffe einfach mal wieder dass das an sich ausgebuchte Camp auch die nächste Nacht noch nicht belegt wird da ich beschlossen habe wenigstens noch eine weitere Nacht zu bleiben.

Ist es morgens gut und gern noch um die 3-4 Stunden kühl, bleibt es dann zum Abend mit dem besseren Licht meist bis nach Sonnenuntergang relativ warm. Entsprechend rar fallen die Tieraktivitäten zum Abend hin aus. Alen konnte trotzdem ja der Park ausgebucht ist die folgenden zwei Nächte auf diesem Platz, meinem Favoriten, buchen.

Erzähle Alen wie lange ich nun schon auf mein „Permanent Resident“ warte. Er erzählt mir auch eine nette Anekdote. Er ist mit einer deutschen Frau verheiratet und sie haben drei adoptierte Kinder. Alen benötigte für sich eine Geburtsurkunde. War wohl nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Alen kam einfach nicht weiter bis er sich dazu entschloss gleich in der Barrackstreet (Home Affaires Kapstadt) die oberste Etage zu bezwingen. Schließlich fand er auch das entsprechende Büro mit einer wohl sehr korpulenten schwarzen Dame. Er schildert ihr die Situation und klagt sein Leid. Die Dame meint nur, tja was kann man da machen, hm. Allan schöpft etwas Hoffnung und verspricht ihr wenn sie ihm zu der Geburturkunde verhilft dann wird er der gesamten Abteilung einen „Big Cake“ spendieren. Sie meinte, „Großen Kuchen“, ja das esse sie gerne. Den Kuchen hätte sie am liebsten gleich ganz alleine. Schließlich spendiert Alen ihr R 600,--, natürlich für den großen leckeren Kuchen und er erhält tatsächlich schon am nächsten Tag seine Geburtsurkunde.

Der kalte Wind von gestern bleib aus und der Abend ist im Vergleich zu gestern angenehm Lau.

 

Samstag, 11. Oktober 2014

Morgens dann gleich wieder hoffnungsvoll vor Sonnenaufgang raus zum Wasserloch. Kein Tag gleicht dem anderen. Morgens schon das Röhren der Löwen gehört. Macht so was nicht Hoffnung? Nur wo sind die behaarten Köpfe im gelben Gras? Schließlich zieht es sich zu alledem zu. Das macht mir den Entschluss leicht weiter zu ziehen. So schön und spannend es hier ist, mich zieht es wie einen Beduinen irgendwann wieder weiter.

Am Gate die zwei Nächte nachgebucht. Anfangs ist die ehemals ursprüngliche tiefsandige Piste durch eine 50 Meter breite Cutline nahezu frisch gehobelt. Der ursprünglichen Piste hat man die Seele geraubt was mir jetzt idiotischerweise zugute kommt. So sind die Sprunghügel auf denen mein Wagen sich jetzt gnadenlos aufschaukeln würde abgeflacht. Selbst eine zwei Meter lange nahezu weiße Schlange fühlt sich auf der neuen Piste wohl. Mit Alen habe ich noch gefachsimpelt. Er schwört auf Coopers, ich auf BF Goodrich deren Reifenmarke ich in höchsten Tönen lobte. Hätte ich mich da mal besser nicht soweit aus dem Fenster gelehnt. Irgendwann zieht der Wagen stark nach rechts. Ehe ich realisiere was da abgeht stinkt es auch schon gewaltig nach Gummi. Mir schwant schlimmes. Als ich um den Wagen rumlaufe kann ich nur noch einen Totalschaden vom hoch gelobten Reifen verzeichnen. Es geht ein starker Wind und der Sand streicht über die Piste und nimmt mir die Sicht.

Schließlich erreiche ich gegen Mittag Kang, der Ort mit der einsamen Tankstelle am Trans Kalahari Highway gelegen. Fährt man nach Süden kommt die nächsten 200 KM nichts, fährt man nach Norden kommt die nächsten 200 KM auch nichts. Genau das macht die Kalahari aus. Nichts als nichts. Immerhin, dieser einsame Ort entwickelt sich zusehest. Mittlerweile gibt es eine zweite Tankstelle, und zwischen beiden Tanken jetzt sogar eine Bank. Erledige meine e-mails und Düse weiter in den Norden ins Nichts. Irgendwann mache ich mal halt und unterhalte mich mit ein paar netten, schon fast bemitleidenswerten Buschmännern. Ihre Gesichter sind faltig und von der Sonne gegerbt. Der eine mit den schlechten Zähnen meint immer nur Bass. Ich sage ihm ich bin nicht sein Boss. Er verneint, ich bin sein Bass, da ich „Weiß“ bin. Stolz macht mich das keinesfalls, ich bin peinlich berührt. Hat man diesen Menschen so sehr ihre Würde und ihr Selbstbewusstsein genommen oder ist es nur ein Überbleibsel kolonialer Vergangenheit? Sie sind die Ureinwohner im südlichen Afrika. Egal ob Pygmäen, Aborigines oder Indianer, überall werden sie von anderen Kulturstämmen verdrängt und können in ihre ursprüngliche Lebensweise nicht weiter existieren. Mit den Errungenschaften der „Zivilisation“ kommen sie nicht klar.

Es ist schon halb sechs, in einer Stunde geht die Sonne unter. Als ich durch das Trockenflussbett des Okwa fahre und dort eine Straße abzweigt beschließe ich spontan hier irgendwo am vertrockneten Fluss zu campieren. Schließlich finde ich auf einer Anhöhe einen genialen Platz auf einem Kalksteinfelsen mit Weitblick. Im Westen steht ein Amboss und Blitze schlagen aus ihm. Es verdunkelt sich und ich packe noch mal das Kamera Equipment aus. Es lohnt sich. Ich sitze im trocknen und in der totalen Windstille und dort hinten ein Schauspiel wie man es im besten Theater oder bei einem Feuerwerk nicht geboten bekommt. Dann schließlich erreichen auch ein paar Tropfen das Dach meines Wagens. Sind das die ersten Anzeichen für die hereinbrechende Regenzeit? Oder doch nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein oder in den versickernden heißen Kalaharisand?

Liege im Bett und von weit fern höre ich die Hörner der ultralangen Tracks auf dem Highway. Das ist die große Gefahr auf diesem Highway der Einsamkeit. So allerlei Getier tummelt sich auf der Straße, bei der Ziege angefangen, über den stoischen sturen Esel bis hin zur Kuh.

 

Sonntag, 12. Oktober 2014

Mir kommt es vor dass ich den schönsten Platz zum Bushcampen auf der gesamten Strecke Kang-Maun gefunden habe. Wo sonst soll man in dieser an sich platten, auf 1.000 Meter Höhe befindlichen Sandfläche einen Platz mit Fernsicht finden wenn nicht am Okwa? Dieser Trockenfluss vereinigt sich, wie auch hier an meinem Standplatz mit anderen Trockenflussbetten und fließt, wenn er denn fließt, nach Osten. Würde ich dem Flussbett folgen käme ich nach Old Xade, dem westlichen Gate des Central Kalahari GR (Game Reserves). Ich könnte dann weiter dem Fluss folgen und käme nach Xaka wo man wenn man Glück hat Löwen findet. Mal sehen was die Rückfahrt für mich bereithält. Schließlich verliert sich der Fluss wieder wenn der denn fließt.

Im Norden brummelt es schon wieder. Als ich wieder weiterrolle fängt es schließlich an zu regnen. Pfützen bilden sich und die domestizierten Tiere, bei den unberechenbaren Ziegen angefangen, über die sturen Esel bis hin zu den Kühen, alle nutzen die Straße als Tränke um das letzte Nass aus den Pfützen zu lecken. Die Raubvögel wie Falken, Bussarde und Adler sitzen beidseits der Straße in den Bäumen und lauern nach überfahrener Beute. Zum Gleitflug reicht es noch nicht, die Thermik lässt noch auf sich warten.

Am Ngamisee freies campieren auf afrikanisch. Europäer kann ich keine ausmachen, da sind dann wohl die Ansprüche doch andere. Der Ngamisee wird aktuell von der großen Flut gespeist. So kommt westlich über den Thange Wasserarm das Wasser des Okawango aus Norden zugeströmt. Irgendwann überfahre ich den Arm des Kunyere. Beide Flüsse münden weiter südlich in den nach Westen strömenden Mhabe der schließlich in den Ngamisee mündet . Der Mhabe wiederum ist ein Abzweig des Thamalakane der sich hinter Maun an einer Querfalte aufteilt in den nach Süd Osten fließenden Boteti und eben in den nach Westen fließenden Mhabe. So teilen sich die Flüsse um sich dann wieder irgendwann an quer verlaufenden Erfalten zu vereinigen. Das meiste Wasser fließt so schließlich in den Ngamisee oder über den Boteti in die Ntwetwe Pan. Über Jahrzehnte waren diese Wasserarme ausgetrocknet. Erst seit 2010 fließt wieder unaufhörlich in diese Bereiche das Wasser.

Die Bodenwellen auf dem letzten Stück lassen den Landy wieder schwer aufschaukeln. Ersatzstoßdämpfer sind aus Kapstadt unterwegs. Also müsste das so noch um die 10 Tage funktionieren. Ich werde morgen sehen was ich ausrichten kann. Außerdem sind jetzt zu alledem die Antriebswellen auf der Hinterachse erheblich ausgeschlagen. Mal sehen, evtl. werde ich die auch mit austauschen. Wenn die Verzahnung nicht mehr hält habe ich ein arges Problem im Busch. Dann werde ich auch gleich noch nach einem Ersatzreifen Ausschau halten. Eigentlich wollte ich heute schon alles für Savuti klar machen nur leider hat das SKL Büro Sonntagnachmittag geschlossen. So verbringe ich die kommende Nacht gezwungenermaßen auf dem Audicamp in Maun.

 

Montag, 13. Oktober 2014

Ich mag ja die Geräusche der Nacht. Aber kein Hundegebelle, Muligetöse und Hahnengekrähe in der Stockfinsternis. Das ganze Getöse hat mich meinen Tiefschlaf gekostet und ich denke ich verbringe noch eine Nacht hier. Die Antriebswellen auf der Hinterachse sind ausgeschlagen. Bei Rileys Auto Spares neue von Britparts besorgt. Außerdem einen neuen, zweiten BF Goodrich Ersatzreifen wieder mit im Gepäck. Was fehlt sind die „Old Man Emus“, und da gibt es in ganz Maun keine. Man müsste sie in Joburg bestellen. Da werde ich meinen Wagen dann so schonend wie nur möglich an den Khwai, nach Savuti und an den Linyanti bringen und hoffe dass dann irgendwann die neuen Shocks aus Kapstadt hier eintreffen. Mein Rücken, Stichwort: „African Massage“ wird es mir danken.
Bei SKL-Group soweit alles gebucht. Es ist unglaublich was der Okavango zum Ende der Trockenheit noch Wasser bringt. Der Thamalakane Flussarm hat aufgrund des geringen Gefälles jetzt Hochwasser. Bin gespannt wie es dann am Khwai aussieht. Moremi ist an sich um diese Zeit nicht unbedingt so interessant da sich die meisten Tiere auf der Moremi Halbinsel während des ganz großen Hochwassers befinden. Die Tiere flüchten quasi vor dem Wasser auf die Inseln zu deren Großen Moremi gehört. Später bekomme ich es auch so von Besuchern bestätigt. Insofern, ich hätte die Option für den Rückweg, lasse es aber das Moremi WR (Wildlife Reserve) auf meinem zurück in Richtung Makgadikgadi Pans mit einzubauen.
So ein Tag Besorgungen machen schlaucht. Die Antriebsstränge müsste ich eigentlich auch noch austauschen. Schließlich fahre ich wieder auf das verhasste Audicamp, buche mich für eine weitere Nacht ein und tausche sie an einem geeigneten sauberen Platz. Ich bin froh, heute nichts weiter mehr in Angriff genommen zu haben. Schließlich packt mich die Müdigkeit und ich hole mein Schlafdefizit auf. Es ist bedeckt, brummelt schon den ganzen Tag, die Gewitter ziehen umher, nur regnen will es nicht so recht. Am Abend dann zeitig in Dachzelt gekrochen. Einfach genial da oben. Es fächelt etwas der Wind, Strom habe ich auch droben und sehr gutes Licht von einer Leuchtdiodenlampe. Die maunschen Moskitos, bisher die einzigen, sind besonders klein, nur sie haben keine Chance die geringe Maschenweite des Moskitonetzes zu überwinden. Selbst an die Haustiere habe ich mich zur zweiten Nacht schon etwas gewöhnt.

 

Dienstag, 14. Oktober 2014

Gegen halb acht verlasse ich nun endlich Maun. Wer diese wild hüpfenden Funky Cars aus Amerika kennt der weiß wie es mir zurzeit ergeht. Ich schleiche auf der waschbrettartigen Gravelroad nach Norden, hinein in Okavangodelta. Schnell kann ich nicht fahren, ansonsten versetzt es mir das Heck und der Wagen bricht aus. Ich habe alle Zeit der Welt und mache immer mal Abstecher in Richtung Wasser. Unweit des Thamalakane erste Impalas und eine Giraffe. Nach genau 100 KM treffe ich wieder auf solch einen Traumplatz. Es ist Mittagszeit und ich stelle mich an einen Topaussichtspot am Khwai. Ein fantastisch schöner Platz der auf der Tracks4Africa Karte als Picknickspot eingewiesen. Also lege ich dort eine mittägliche Rast ein. Die Hippos grasen hier trotz sengender Sonne was eher ungewöhnlich um diese Zeit ist. Die Vögel machen einen Irrsinns Radau. Schade dass ich diese Vogelstimmen nicht aufnehmen kann wie auch die Geräusche der Nacht. Ich bin mal wieder im (Tier-) Paradies angekommen und befinde mich noch lange nicht im Park. Direkt vor mir rund zehn Hippos im Pool. Eine Herde Gnus verlässt gerade wieder den Fluss. Auf der anderen Flussseite strömen Giraffen und Elefanten zum Wasser. Dann sichte ich Wasserböcke und Impalas. Die Zeit um im Park zu reisen erscheint mir mal wieder mehr als ideal da das Umland abgetrocknet ist. Durch die dürren Wälder kann man tief hinein sehen und es bleibt einem nur wenig verborgen. Die Wege sind knochentrocken. Keine unangenehmen und unkalkulierbaren Schlammlochdurchfahrungen. Einziges Manko. Es ist z. Zt. unangenehm drückend heiß und die Motivation auf das allmorgendliche Joga hält sich sehr in Grenzen und geht gegen null. Die Jogamatte hat den botswanaschen sandigen Boden bisher noch nicht geküsst. Das ist jetzt allerdings sehr interessant. Ich war mir nicht sicher ob sich der Khwai irgendwo verliert, also versickert oder ob er auch in den Thamalakane mündet. Der Khwai mündet je nach Wasserstand in den Thamalakane, sollte man zumindest meinen. Der Thamalakane ist quasi der östlichste Fluss der Deltas. Der Thamalakane verläuft in einer Erdrinne und nimmt somit alles Wasser der Zuflüsse auf der östlichen Seite des Deltas auf. Daher hat der seit 2008 wieder durch Maun fließende Fluss jetzt auch soviel Wasser. Normalerweise müsste der Khwai hier nach Süden fließen. Aber er fließt nach Norden. Er fließt entgegen seiner mir bekannten Flussrichtung. Er fließt quasi rückwärts. Geht das überhaupt?

Fragen über Fragen auf die ich nicht immer so recht die Fragestellung hätte formulieren können. Ich beschäftige mich mit der Kalahari intensiv und bekomme sämtliche offenen und sich mit der Zeit gestellten Fragen von den Ranger erklärt. Infos, die ich hier jetzt nicht mit einfließen lassen werde, diese interessanten Details werden Bestandteil des neuen Buches über die Kalahari sein.

Vielleicht hat ja der eine oder andere Leser die Antwort parat. Kann der Fluss rückwärts fließen? Man denke da mal nur an Sturmfluten oder Ebbe und Flut wenn es das Wasser der Flüsse zurück staut. Aber wie verhält es sich am Khwai?

Massig viele Elefanten bekomme ich beim Wasserbad zusehen. Einmal will sich ein pubertärer junger Elefant an seiner noch viel zu jungen, wahrscheinlich seine Schwester, im Wasser vergehen. Die weiß gar nicht so recht wie ihr geschieht und flüchtet sich aus dem Wasser. Der Bulle kommt dann trotz Abkühlung mit einem einen Meter Langen Gerät zwischen den Beinen schwingend aus dem Wasser.

Ich muss schauen wie ich durch die großen Elefantenherden durchkomme. Die machen nicht so unbedingt den Anschein dass sie mir Platz machen wollten. Zumindest signalisieren sie mir klar dass sie dass jetzt nicht mögen wenn ich da durchfahre. Irgendwann erreiche ich wieder die Gravelroad. Dann muss ich wieder an Büffeln und Elefanten vorbei. Meine erst ich durchquere eine kleine Pfütze, nur dass Wasser reicht bis über die Haube und dann stehe ich an einer gut 150 Meter langen Pfütze und beschließe da nicht durchzufahren. Es mach den Anschein dass es sich um das Überschwemmungsgebiet des Khwais handelt. Schließlich höre ich weiter weg einen LKW durch den Busch brausen. Durch meinen Loop entlang dem Khwai habe ich die Abfahrt der Umgehung verpasst. Also wieder zurück bis ich den Abzweig zur Umgehung finde. Einmal streckt sich ein Elefant auf Giraffenhöhe um weit droben einem Zweig abzupflücken. Für das im Kopf entstandene Foto des Tages verbringt man oft Stunden und dann gelingt es einem doch nicht. Heute dafür mal ganz anders. Im besten Licht entdecke ich 2 Löwenmännchen als sie am Wasserloch saufen und deren Antlitz sich im Wasser bei bestem Licht spiegelt.

Am Khwai angekommen bin ich wieder aufs Neue total begeistert. Habe keinen Platz auf dem Community Campsite gebucht und bin froh dort noch einen freien Platz zu ergattern.

 

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Am Morgen dann Löwengebrüll aus östlicher Richtung. Entdecke schließlich eine Löwin als sie durch den Khwai stakst. Dann treffe ich auf die beiden Löwen von gestern als sie am Fluss liegen. Ein Touroperator von Camp 1, ich stehe auf 4, erzählt mir dass das ganze Rudel die Nacht über durchs Camp streifte. Später fahre ich weiter und entdecke einen Leoparden samt Riss im Baum. Ein Touroperator erzählt mir dass der Riss von heute morgen ist und Hyänen dem Leoparden den Riss abgejagt haben und die Antilope nahezu gefressen haben. Einen Moment der Unachtsamkeit nutzte schließlich der Leopard mit dem Rest des Risses auf den Baum durchzubrennen. Zurück entdecke ich eine Horde Hyänenhunde bei ihrer Rast unter Sträuchern. Es ist bereits Mittag und ich fahre zurück ans Camp. Hinter mir wird ein Verwaltungsgebäude und Rangerstation für die Camps hier errichtet. Nach dem was ich jetzt schon wieder alles entdeckt habe sind das Khwai Community Camp zusammen mit Savuti aktuell meine größten Favoriten. Auf meinem Weg zurück von Savuti werde ich noch mal hier in Khwai Station machen, hoffentlich dann mit neuen Stoßdämpfern. Das Rumgeschaukele nervt einfach nur. Sitze noch am Camp und vernehme den Ruf des Seeadler. Ein Adlerpaar schwebt über mir. Dann huscht eine Meerkatze vom Baum, die Frankolin picken alles Mögliche aus dem Boden raus, dann schwarze Vögel, das muss ich noch recherchieren, mit langem schwarzen Schweif und roten Schnabel unterhalten sich intensiv im Baum. Drüben auf der anderen Flussseite durchgrasen Hornraben das Gelände. Ihre Lieblingsspeise sind Schlangen. Der Specht klopft am Baum. Und dann, ich meine erst nicht so recht meinen Augen zu trauen, läuft auf der anderen Flussseite ein Leopard munter dem Ufer entlang. Als ich wieder zum Game Drive aufbreche treffe ich nach nur 400 Metern auf die beiden mir schon bekannten Löwenmännchen. Die Elefanten beobachte ich bei ihren Wasserspielen im Licht der untergehenden Sonne.

Bin wieder am Camp. Unweit neben mir, ca. 300 Meter entfernt liegen die 2 Löwenmännchen und vorhin ist der Leopard auf der anderen Flussseite an mir vorbei und eben bewegt sich was durchs Wasser. Die Fahrerei mit dem schwankenden Schiff geht mir gehörig auf die … Bandscheibe. Das nervt ungemein und wird mich gehörig bei meiner Safari in Savuti einschränken. Da ist dann nicht mal schnell hier oder dort hinfahren. Das wird mich viel Geduld und Nerven kosten. Der Übergang vom Sonnenuntergang zur Nacht ist hier recht abrupt. Keine Dämmerung so wie wir das in Nordeuropa gewöhnt sind. Bevor mir unvermittelt eine stinkende Hyäne ins Ohr haucht habe ich mich ins obere Liegeabteil verzogen und mir dort gemütlich gemacht.

 

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Vom Ranger vom Mababegate eine Reihe weiterer sehr nützlicher Informationen erhalten. Fahre über die Marschroute da sie aktuell komplett abgetrocknet ist.

 

Was sehe ich sonst so auf der Marsch. Im Süden interessanterweise nichts, außerdem hat es hier noch nicht geregnet und der Boden ist steintrocken.

Was sehe ich außer tausenden an Büffeln sonst noch: Hunderte an Elefanten, auf jeden Fall ganz große Herden, Streifengnus, Zebras, Kudus, Pferdeantilopen, Leierantilopen, Wildschweine, Impalas und Wasserböcke. Katzen leider noch keine, aber immerhin dass Filmteam welches für die BBC letztes Jahr einen Film über die Savutileoparden drehte ist hier. Wo die sind hat es auch bestimmt auch interessante Katzen. Der mir zugewiesene Platz „Paradise“ ist der Traum schlecht hin. Direkt etwas abseits vom Getümmel am Kanal gelegen. Das Camp ist nicht eingezäunt, ohne weiteres können Tiere aller Art ins Lager strömen. Immer wieder kann man Elefanten vom Camp aus am Kanal beobachten.

Am Abend dann im besten Licht tausende an Büffeln. Mal was zum Thema Tierzählungen. Letzte Jahr, also 2013, als ich in Savuti war hatte es zwar viele Tiere aber nicht mal einen Büffel gesehen. Jetzt, 2014, in etwa um die gleiche Zeit hat es Tausende dieser Tiere hier. Wie viele Büffel hat es nun in Savuti, oder im Chobe oder in Botswana? Die Methode, einfach mal an Wasserloch einen Posten stationieren und 24 Stunden alles zählen lassen funktioniert ja wohl leider nicht so recht. Manche Tiere kommen immer wieder an gleiche Wasserloch, andere wandern.

 

Freitag, 17. Oktober 2014

Um halb sechs rolle ich bereits stark gehandicapt mehr schaukelnd wie rollend durch die Gegend. Na hoffentlich erreichen mich in fünf Tagen wohlbehalten die Drei samt den begehrten Stoßdämpfer. Im Nachhinein muss ich sagen, es währe viel besser gewesen ich hätte in Maun in eine vorübergehende Improvisation investiert. Vor lauter schauen nach Löchern, Bodenwellen, Geschwindigkeit von KM/h 20 auf unter 10 rausnehmen kann ich mich auf das Wesentliche drum herum nicht so recht konzentrieren. So halten sich auch die Tierereignisse in Grenzen, lediglich 2 Erdmännchen beglücken sich. Der nachmittägliche Gamedrive frustet mich total. So kann ich nicht weitermachen. Der Wecker ist für morgen früh ausgeschaltet. Den Frust mit 10 KM/h über die Pad zu schleichen kann ich mir nicht weiter antun. Weiß nicht so recht was tun.

 

Samstag, 18. Oktober 2014

In der Nacht dann für rund eine halbe Stunde ein sehr lautes Geräusch im Wasser. Habe dazu keine schlüssige Erklärung. Habe erst darauf getippt dass es das Wasser irgendwo weiter oben blockiert hat und jetzt die Strömung stark zunimmt. Oder war es ein Fischschwarm, wahrscheinlich der Zittercutfisch, ein Welsähnlicher Fisch der gerne in Massen gegen die Strömung schwimmt? Die Ranger jedenfalls haben keine Erklärung dafür.

Ich war mir sicher, heute fahre ich mal besser nicht. Um 6:00 kribbelt es wie Ameisen und fix komme ich aus den Federn und fahr halt doch wieder. Diesmal erst die nördlichen Pans abgefahren. Keine besonderen Vorkommnisse dort. Schließlich fahre ich östlich des Savuti nach Süden. Muss sagen gefällt mir sehr gut. Einmal beobachte ich fast eine halbe Stunde lang Giraffen als sie sich die Köpfe aneinander schlagen. Genial, so was habe ich  bisher noch nicht beobachten können. Sie umschlingen mit den Hälsen gegenseitig ihre Körper. Gestern nur die Erdmännchen, heute immerhin schon mal die Giraffen. Später dann entdecke ich Jungfüchse an ihrer Erdhöhle. Einfach putzig die Tiere. Wo ich was Interessantes ausspähe, wie eben gerade die Füchse, da setze ich einen Wegpunkt und mache mir eine Notiz. Ansonsten fällt es eher schwer diese Orte alle wieder aufzufinden. Auf meiner Runde zurück dann an der Marschroute 15 Löwen an der Zahl mit wohl 2 Männchen. Die sind gerade zurück von der Marsch und suchen sich ein schattiges Plätzchen. Weiter unten auf der Marsch die tausend Büffel. Über Mittag dann unterhalb von meinem Camp 2 Elefanten beim Grasen.

Am Nachmittag dann fahre ich wieder raus zu den Löwen und verbringe dort zwei Geduldsstunden für nichts. Als die Sonne schon fast am untergehen ist kommen sie aus ihrem Schattendach. Passieren wird heute bei Tag hier nichts mehr. Als ich dann am zurückfahren vernehme ich ein Geräusch hinten links. Meine es kommt vom hinteren Rad. Schließlich realisiere ich dass der Reifen Luft lässt. Denke, den pumpe ich jetzt mal schnell auf, die Luft wird schon halten bis ins Camp. Falsch kalkuliert. Es ist schon finster und der Reifen ist drei KM vor dem Camp platt. Keine so schöne Aufgabe bei Stockfinsternis einen Reifen im weichen Sand zu wechseln. Da muss jeder Handgriff sitzen. Habe keine Person die mir mal da oder dort leuchtet oder mal schnell die Radmuttern bereithält. Die Hyänen lauern schon während ich unterm Wagen liege und den Wagenheber auf dem Sandblech liegend ansetze. Schließlich treffe ich etwas erschöpft mit rund 20 Minuten Verspätung im Camp ein. Zwei nette Füssener, wir haben uns vor zwei Stunden kurz begrüßt, wohnen gerade mal bei mir im Allgäu um die Ecke und dann lernt man sich in Savuti kennen.

Allerdings, heute benötige ich keine Ansprache mehr, nur noch ein Glas Wein, bin kolossal platt. Falle schließlich erschöpft ins Bett.

 

Sonntag, 21. Oktober 2014

Am Morgen als ich aufstehe bin ich allerdings verwundert. Auf der anderen Seite des Kanals liegen 20 Büffel um die 50 Meter von mir entfernt. Ich habe so gut geschlafen dass ich sie nicht bemerkt habe.

So ist der Mensch. Eigentlich geht es gar nicht mehr, trotzdem, ich rolle schon wieder in Richtung Löwenrudel. Dann ein komisches Geräusch. Denke erst da schlägt Glas auf Glas. Als ich das Fahrzeug von unten inspiziere stelle ich dass von denen sowieso nicht mehr funktionstüchtigen Stoßdämpfern einer auseinander gerissen hat. Problem, trotzdem sie nicht mehr dämpften haben sie die Ausfederung nach oben begrenzt. Soweit und weiter ging dann eben nicht mehr beim permanenten aufschaukeln. Jetzt kann der Wagen gegen unendlich ausfedern bis die Spiralfeder raushüpft. Ein Moment der Unachtsamkeit und ich habe ein arges, im Busch dann zunächst unlösbares Problem. Das Löwenrudel liegt jetzt rund 500 Meter vom Wegesrand entfernt und ich habe kein Auge mehr für die Wildnis. Mich interessieren nur noch tiefe Löcher und mögliche Absprunghügel. Mit max. 10 KM/h tuckere ich zurück ins Camp. Das Material hat mir jetzt als untrüglicher Folgeschaden die Grenzen gesetzt.

Am Camp treffe ich auf die beiden Füssener, Mang und Hardy. So klein ist die Welt. Wüsste nicht dass ich ihnen jemals in Füssen begegnet bin. Sie hätten eigentlich schon gestern neben mir stehen sollen, nur sind sie am Abend hoch geflüchtet vor zwei pubertären Elefanten. Ich habe mich mit den OAL Kennzeichen als Zugereister, wie die Allgäuer sagen, geoutet. Wir verbringen einen netten Abend und diskutieren zweimal A, A wie Allgäu und A wie Afrika.

 

Montag, 20. Oktober 2014

Die Nacht bietet dann mal wieder alles an Tiergeräuschen auf was die Wildnis so zu bieten hat. Einmal ein fürchterlich ärgerliches, lang anhaltendes, ärgerliches, wütendes Posaunen. Dann durchwaten, wahrscheinlich Elefanten den Kanal. Von überall her die Rufe der Hyänen. Wenn da Geräusche sind, dann lausche ich den Geräuschen und schaue nur selten raus was sich da dann wirklich so ereignet.

Es ist eine Pracht den Vögeln hier am frühen Morgen zuzuschauen. Besonders von den Gelbschnabeltokos, Glanzstaren und dann sogar drei Graulärmvögel, auch Geh-weg-Vogel genannt, muss ich mein gestern frisch gebackenes Dinkelvollkornbrot in Sicherheit bringen.

Von den Dreien, Leli, Heiko und Mia leider keine Nachricht erhalten. Sie sind seit dem 14. on tour und haben vom 22. an für drei Nächte auf Savuti gebucht. Gehe jetzt einfach mal davon aus dass alles im grünen Bereich liegt. Die Temperaturen würde ich aktuell für die Jahreszeit als sehr akzeptabel bezeichnen. Abends kühlt es angenehm ab und früh morgens ist es eher noch etwas Frisch. Tagsüber wird es dann zwar unangenehm heiß und jeder sucht sich ein schattiges Plätzchen, ruht sich aus bis dann der Spätnachmittag wieder angenehmere Temperaturen bringt. So halten es auch die meisten Tiere und ein Gamedrive um die Mittagszeit bietet sich dann, schon alleine des schlechten Lichtes wegen, eher nicht an. Und Tiere, selbst Katzen zu entdecken die dann nur träge untätig im Schatten der Bäume liegen ist dann auch nicht so unbedingt dass was man sucht. Man möchte die Tiere ja gerne in Aktion beobachten, möchte ihr Verhaltensweise studieren und dass geht dann um diese Jahreszeit i. d. R. nur am frühen Morgen oder zum späten Nachmittag.

Meine Buchung für den Platz „Paradise“ läuft heute leider aus und schließlich kommen gegen Mittag die Anschlussgäste sodass ich auf Camp No. 10 ausweichen muss. Die Zweibatterie gibt auch langsam ihren Geist auf und vielleicht muss ich bald von schön gekühltem Weißwein auf Rotwein umschwenken. Schade dass ich die Zimtstangen vergessen habe. Den Reifen den ich meinte in der Seitenflanke geflickt zu haben, was eigentlich schon gar nicht funktioniert, ist prompt schon wieder platt. Also wechsle ich den Reifen zurück. Habe keine Muße da heute noch mal ranzugehen zumal ich es mir im Kreuz geholt habe.

So bin ich jetzt vollends in Savuti gestrandet. Ist mir bisher so leider noch nie passiert, bisher ging es immer irgendwie weiter.

 

Dienstag, 21. Oktober 2014 

Die Tokos und Baum-/Buschhörnchen vertreiben mir etwas die Zeit. Ein Toko hackt doch glatt auf meinem Zeh rum. Ach ja und natürlich, dass Savuticamp ist offenes Gelände uns so streifen zwei Elefanten durchs Lager was nicht ungewöhnlich ist. Telefoniere kurz via Sat-Phone mit meiner Mutter und sie hat eine sehr gute Nachricht für mich. Die Verschollenen sind wieder aufgetaucht. Die Drei sind wohlbehalten in Maun eingetroffen und so wie es aussieht werden sie wohl bald hier in Savuti eintreffen. Da ich ja kurzfristig umgebucht habe muss ich mir den Platz mit anderen teilen. Hartmut und Morton, zwei Hamburger, kommen gerade von Maun und sind auf der Durchreise. Obwohl sie eigentlich gar keine Lust mehr haben, rate ich ihnen dringend nochmals raus auf die Marsch zu fahren. Sehr dankbar kommen sie zurück und ich bin reichlich auf Windhoek Lager Bier eingeladen. Diskussionsthema, na was sonst, natürlich Afrika. Hartmut, einem alten Hasen und Sozialpädagogen, er war schon vierzig Mal in Namibia, bin ich etwas unsympathisch. Er meint nur, dass gefällt ihm überhaupt nicht dass ich soviel mehr weis über das Land hier.

So tauschen wir uns aus, ich gebe ein paar Tipps und erfahre auch so allerlei neues Interessantes.

 

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Heute nun endlich sollten die Drei hier eintreffen. Denke ich werde mich nachher mal unter den Wagen legen und schon die entsprechenden Vorarbeiten einleiten wie Stoßdämpfer ausbauen und die Kardanwelle neu abschmieren. Durch das extreme aus- und einfedern sollte die Ein- und Ausschubhülse der Kardanwelle stark überbeansprucht worden sein.

RSV 3 ist leider noch besetzt. Und wer steht dort, zwei Schwangauer, alles „nette“ Leute aus meiner Nachbargemeinde. Das erstaunt mich jetzt allerdings doch sehr wie viele Allgäuer doch so weit über den ach so hohen Tellerrand (Berge) schauen und Afrika unsicher machen.

Was ich auch beobachte, es gibt solche und solche. Die einen fahren konsequent sehr früh morgens los und pausieren dann zusammen mit den Tieren während der heißesten Zeit. Spätnachmittags geht’s dann wieder los. Ja ich mache es mittlerweile auch so, aber es hat sehr lange gedauert.

So ist dann da die andere Gruppe, die, welche die angenehme, morgendliche Kühle zum ausgiebigen Frühstück nutzt. Spätestens dann wenn es unangenehm heiß wird brechen sie schließlich auf um dann rechtzeitig vor Tagesende bei bestem Licht die Abendstimmund und den Sonnenuntergang am Lager zu erleben.

Jetzt ist es 10 Uhr und die Allgäuer kommen einfach nicht so recht in die Gänge. Eigentlich wollte ich auf dem RSV3 Platz die morgendliche Kühle nutzen um mich unters Auto zu legen. Daraus wird jetzt definitiv nichts mehr, zumindest nicht bei angenehmer Kühle.

Schließlich so gegen 15:00 trifft dass Trio samt meinen neuen Old Man Emu Stoßdämpfer bei mir ein. Mia ist super gut drauf. Sie sitzt auf ihrer Decke mit ihrem Plastikspielzeug. Nur ihr großes Interesse gilt all den Tieraktivitäten um ihr rum. Egal ob den Tokos, den Glanzstaren oder Baumhörnchen, sie würde sie am liebsten sofort anfassen wollen und mit ihnen spielen als mit all dem Plastik. Sie schreit händeringend nach den Tieren. Ich mache heute keinen Gamedrive mehr. Die alten Stoßdämpfer sind fix raus und die Neuen drin bei rund 40° im Schatten. Da brauch man dann außer einer Dusche nichts mehr.

 

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Um 5:00 Uhr wecke ich die Bande und um 6:00 Uhr brechen wir alle zusammen auf. Auf der Marsch die üblichen Tieraktivitäten: Gnus, Zebras, Leier-, Pferdeantilopen, Elefanten, Impalas, Kudus, Giraffen, Wildschweine, aber wo sind nur die Katzen. Als wir gegen Mittag zurück fahren wieder eine Besonderheit am Landy. Plötzlich steigt der Temperaturanzeiger dramatisch nach oben. Als ich vorne reinschaue realisiere ich dass der obere Kühlmittelschlauch porös und undicht geworden ist. Also schütte ich noch schnell Wasser nach so dass ich noch bis zum Gate komme ohne dass die Karre anfängt zu kochen. Einen Ersatzschlauch habe ich glücklicherweise mit in der Reparaturkiste. Also fix ausgetauscht. Dann verabschieden sich meine Tretlatschen vollends. Die Sohle hat sich kpl. gelöst so dass ich schließlich barfuss durch den heißen Sand stapfen muss und der ist vielleicht heiß. Mir jedenfalls kommt es vor dass ich durch heiße Glut stapfe oder bin ich solch eine Memme. Mia verzichtet jetzt vollends auf ihren Mittagsschlaf und dass man sie dazu verdonnern mag quittiert sie mit einem Heulkonzert. Sie gewinnt, darf wieder draußen auf der Decke sein. Leli ist total platt und legt sich anstatt Mia in die Federn. Dann ist Mia total fasziniert als einem Elefantenbullen der an unserem Lager vorbei schleicht. Sie kann zwar noch nicht laufen geschweige denn reden, aber die Tiere realisiert sie alle, von Eichhörnchen angefangen bis zum Elefanten und schreien kann sie ungemein. Für Mia ist Savuti die Show und für Leli ist es total drückend heiß. Löwen sollen gestern am Rhino Vlei gesichtet worden sein. Wir werden sehen ob wir zum abendlichen Gamedrive erfolgreicher sind.

Der Gamedrive verspricht was wir wollen. Nämlich Löwen zum besten abendlichen Licht. So liegen sie da und warten die kühleren Stunden ab. Während sie so warten beobachten wir unzählige geschätzte 2-300 Elefanten während sich die Sonne am Horizont verabschiedet. Komisch, die vergangenen Tage auf der Marsch tausende Büffel, jetzt keinen Büffel. Wo sind die hin? Der Himmel färbt sich von blau auf tiefrot. Auf dem Weg zurück können wir kurz noch einen Leoparden in den Büschen ausfindig machen. Es ist halb Sieben und der Schalter ist von light on auf light of geknipst. Es gibt keinen Übergang, keine blaue Stunde so wie wir es gewöhnt sind. So fahren wir in der Dunkelheit zurück ins Camp.

Dann schon wieder ein mir leider doch so vertrautes und unangenehmes Geräusch. Tsch-tsch-tsch, fahre ich schneller geht es dann ts-ts-ts und ich weiß auch genau von was das jetzt schon wieder kommt. Ein Reifen, jetzt mal zur Abwechslung der hintere rechte lässt Luft aus der Seitenflanke. Mir ist gar nicht gut zumute schon wieder in der totalen Finsternis im Tiefsand einen Reifen zu wechseln. Schließlich schaffe ich es doch noch genau bis zum Gate, dann ist er wirklich platt und so flicke ich ihn auch gleich dort aus Mangel eines guten Ersatzreifens und morgen will ich ja gleich wieder zeitig los.

 

Freitag, 24. Oktober 2014

Die Nacht hat an Tierstimmen so nahezu alles zu bieten, vorausgesetzt man schläft so schlecht wie ich die Nacht. Der Rauch der Lagerfeuer drum herum nervt und ich komme mir im Dachzelt vor wie ein Stückchen Biltong. Dann um viertel vor fünf meldet sich die Grille.

Früh morgens,  man möchte sich keine Feinde machen, also baue ich leise das Dachzelt ab. Meine der Wagen hängt rechts schief nach unten, also pumpte ich den platten Reifen von gestern hinten rechts nach. Erst als wir kurz nach halb sechs los fahren dann noch eine Überraschung. Nicht der hintere gestrige rechte hat Luft gelassen, sondern der vordere rechte Reifen ist platt. Das gibt es doch nicht! Haben die ihre Halbwertzeit wie die alten Dämpfer alle überschritten? Ich will los und nicht schon wieder Reifen reparieren. Also pumpe ich schnell Luft rein und hoffe sie halten einige Stunden. Als wir rollen dann schon wieder das mir vertraute hässliche ts-ts-ts. Als wir schließlich die Marsch erreichen fahren die Drei weiter voraus um die Löwen zu finden. Ich schaue wie ich mit dem schleichenden Platten da schnell weiterkomme. Spülmittellauge hat die Eigenschaft dass sie Blasen macht. So kann ich schnell die undichte Stelle ausmachen und drücke einige Reifenflickstopfen rein. Hoffe das hält, denn das Ersatzrad ist auch platt und das Zweite vom Dach mag ich jetzt schon gar nicht runterpacken denn das grenzt an Schwerarbeit.

Die Löwen sind nicht an der Stelle wo sie gestern waren. Dann erblicken wir die Fahrzeuge des Filmteams auf der anderen Seite und so wechseln auch wir die Seite. Die Löwen genießen noch die morgendliche Kühle bis sie sich schließlich unter die Büsche schlagen. Soll man warten, tut sich noch was oder war es das jetzt dann schon wieder? Ich harre aus und werde mit einer Wildschweinjagt belohnt. Die Löwin sucht hinter meinem Wagen Deckung um an das Wildschwein näher ranzukommen. Dann spurtet sie los. Um Borstenhaaresbreite währ das Wildschwein in den Fängen der Löwin geraten.

Später dann schleichen sie sich nochmals an vier andere Borstentiere ran. Die bekommen schließlich Wind und hauen schleunigst ab.

Wenn man an unsere fetten Hausschweine denkt dann ist es unglaublich mit welch einen rasanten Tempo dies Borstentiere durch die Savanne sausen. Das stellt man sich einmal vor, die kleinen Rennsäue spurten angehobenen Schwanzes schneller wie ein Löwe. Die Löwinnen geben sich dann immer sehr schnell geschlagen denn gegen diese Rennschweine können sie nichts ausrichten.

Die Hitze schlaucht, nicht nur die Tiere. Erschöpfung macht sich bei uns allen breit. Lelia, die Mutter von Mia schlaucht es zumindest heute mehr wie ihre knapp einjährige Tochter Mia. Obwohl, Mia hält natürlich auch alle sehr auf trapp. Interessant allerdings ist, dass sie in diesem Alter alle Tiere um sich realisiert. Ob sie in späteren Jahren noch was von ihrer ersten Safari zu berichten weis?

Der Nachmittag bietet die „Big 4“ innerhalb von vier Stunden. Die Rhinos, egal ob Breitmaul oder Spitzmaul, gibt es zwar auch in der Kalahari, nur wo, dass ist geheim. Hat es morgens fast keine Tiere auf der Marsch, überschlagen sich die Ereignisse am Nachmittag. Die Löwen ziehen bereits gegen halb fünf wieder los und gehen auf Jagt. Dann entdecke ich kurz einen scheuen Leoparden, dann noch einen. Als er so im Gras liegt und eine Herde Elefanten anrückt wird er immer kleiner. Schließlich verliert er die Nerven und flüchtet vor der Herde davon. Die große Herde Büffel ist wieder zurück und schließlich dann wieder hunderte an Elefanten. Wer dass sieht was sich hier täglich in Savuti ereignet der wird schnell einsehen dass so etwas kaum noch zu steigern ist. Auf dem Rückweg dann noch ein Rudel Wilddogs und eine Hyäne. What a great day!

 

Samstag, 25. Oktober 2014

Die Drei nehmen heute Früh eine Auszeit. Für mich war dies die neunte und letzte Nacht in Savuti. Hat Savuti heute vielleicht zum abschließenden Morningdrive noch was besonderes für mich bereit? Punkt halb-sechs durchfahre ich das Gate. Bei Twin Hill sichte ich zunächst einen männlichen vollgefressenen Leoparden. Wahrscheinlich hat er dort unter den Felsen irgendwo im Schatten sein Tagesquartier. Auf der Marsch relative Ruhe. So fahre ich für eine Stunde im Karree. Dann zumindest sichte ich zwei Gamedrivefahrzeuge und die beiden Filmfahrzeuge. Fahre rüber und sehe dass das Löwenrudel quer über die Marsch tollt. Sie bewegen sich nach Osten in Richtung Motsibi Island. Es sieht so aus dass es sie zum Savuti zieht um Wasser zu saufen. Also fährt die ganze Karawane, so früh am Morgen zum Glück nur fünf Fahrzeuge samt mir, auf Motibi Island. Und dann passiert das, was sich jeder zwar innig gewünscht hat, aber doch wirklich keiner so recht mit gerechnet hat. Sämtliche 11 Löwen, dabei noch die leicht gestreiften Junglöwen, durchqueren den Savuti. Schließlich ziehen sie auf eine Anhöhe und halten Ausschau nach Beute. Beute ist heute leider nicht im Anmarsch, also verdrücken sie sich schließlich in den Schatten des Unterholzes. War das nicht ein schöner Abschluss? Ein dankschön an mich da ich solange hier war? Nein, ich habe „danke“ zu sagen.

Über die Marschroute verlassen wir Savuti und treffen gegen Mittag am Mababe Gate ein. Schließlich bestimmen wir unseren Top secret Platz am Khwai. An einer Flussschleife haben wir einen wunderschönen Fernblick nach beiden Seiten. Zum abendlichen Gamedrive dann eine Löwin, Wilddogs, Elefanten, Giraffen, Hippos, Wasserböcke, Gnus, Impalas etc..

Hier am Platz kommen die Elefanten runter ans Wasser. Bin gespannt was die Nacht für uns bereithält.

 

Sonntag, 26. Oktober 2014

Die dürstenden Tiere zieht es mehrheitlich des Abends ans Wasser. Daher war es dementsprechend ruhig während der Nacht. Löwen hörte man mal aus Richtung Mababe Village brüllen, dann wieder mal mehr aus dem Norden. Der Morgen ist angenehm kühl.

Der Wagen steht so verdächtig schief. Vorne rechts ist der Reifen mal wieder platt. Also zu den Stopfen gleich noch 3 weitere Streifen in die Seitenplanke gepresst. Ob das jetzt hält?

Der Weg zurück in die Zivilisation nach Maun zieht sich elendig auf der Gravel. Schließlich treffen wir gegen 13:00 Uhr wieder ein in Maun.

Das kleine Touristenörtchen Maun, schön am Thamalakane gelegen, bietet fast alles was man benötigt. Ich bin zwar schon 3 Wochen unterwegs und außer den heiß begehrten Stoßdämpfern benötigte ich sonst bisher nichts.

Genauso gut hätte ich jetzt auch auf Weltreise gehen können.

 

Montag, 27. Oktober 2014 

Bis in den frühen Nachmittag hinein das eine oder andere doch noch erledigt um schließlich zum Nxai Pan NP zu fahren. Den Landrover habe ich mit einem neuen Satz BF Goodrich 265er Mud-Tarrain Reifen versehen. Mit den auf den Seitenflanken geflickten Reifen währe es sonst vielleicht ein Himmelfahrtskommando geworden und dazu habe ich dann doch keine Lust, Abenteuer hin, Abenteuer her.

Am zur Zeit einzigen Wasserloch in Nxai treffen wir gegen Abend ein. Einfach immer wieder genial. Man muss nur am Wasserloch stehen und warten was sich dort so alles ereignet. Ich weis kein attraktiveres Wasserloch wie das in Nxai, vorausgesetzt es hat noch nicht geregnet.

Jetzt zum Ende Oktober ist dass ganze Land noch trocken. Es ist Anfang Regenzeit, nur der Regen ist bisher ausgeblieben. So konzentrieren sich die Tiere überall dort wo noch Wasser ist, egal ob Nxai Pan, Savuti, Khwai oder der Boteti im Makgadikgadi NP. Letztes Jahr um die Zeit gingen hier und da schon heftige Schauer nieder. Da wo es jetzt noch aktuell genial Tierreich ist, kann es morgen schon nach einem möglichen Schauer ganz anders aussehen. Daher, ich nutze und genieße die momentane Situation solange sie so ist wie sie ist.

Daher, jetzt keine Vorbuchungen, ich buche immer nur situationsabhängig meist vor Ort. Die Situation am Nxai Pan Wasserloch stellt sich so dar dass wir ein Löwenrudel, bestehen aus 2 Männchen, 4 Weibchen und 10 Junglöwen, davon noch vier ganz kleine putzige drollige, sichten. 400 Meter vom Wasserloch entfernt ein Riss. Die Löwen haben dort wohl gestern Morgen einen Elefanten gerissen. Da sich auch Löwen am Wasserloch befinden hält sich die sonstige Tieraktivität an diesem Abend in Grenzen.

 

Dienstag, 28. Oktober 2014

Bin schon wieder ganz früh unterwegs, eigentlich unverschämt früh, denn ich stehe schon vor Sonnenaufgang am Wasserloch.

Und es lohnt sich heute früh ganz besonders. Der Elefant scheint nahezu in 2 Tagen von 16 Löwen verspeist worden zu sein. Das muss man sich mal überlegen, die Löwen verspeisen innerhalb von zwei Tagen einen ganzen Elefanten und man sieht es ihnen an. Schwer haben ihre Bäuche zu tragen. Geier und Schakale warten schon auf ihren Teil. Im allerbesten morgendlichen Licht kommt mal das eine Löwenmännchen zum Wasserloch, dann das andere, dann die eine Mutter mit ihren sechs Junglöwen, oder teilen die sich die Erziehung, denn dass währe ja ein großer Wurf. Dann die andere mit ihrem noch sehr jungen vier Löwen. Einfach nur Genial. Dazwischen dann Perlhühner, Elefanten, Springböcke, Zebras, Impalas, Gnus, Kudus, Flughühner, Schakale und Giraffen. So verbringe ich gute vier Stunden am Wasserloch. Einfach nur überragend und wenn der erste Regen kommt wird sich die Situation hier dann völlig anders darstellen. Es wird wieder erstes zartes Grün sprießen, Wasser wird sich in den Löchern sammeln und die Tiere werden sich verteilen.

Am Nachmittag haben bereits die Schakale sich am Elefanten zu schaffen gemacht. Genau so wie gestern halten sich die abendlichen Aktivitäten im Vergleich zum heutigen Morgen in Grenzen. Das ist schon interessant. Am Khwai und in Savuti war es genau anders herum. Schade, genau wie gestern haut es mit einem spektakulären Sonnenuntergang nicht hin da sich die Sonne hinter den ersten Quellwolken versteckt.

 

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Mal wieder viel zu früh unterwegs, so dass ich bereits wie gestern vor Sonnenaufgang am Wasserloch stehe. Ich weis warum. Über den Tag ist es momentan brutal heiß. Was mir auffällt, die meisten Gäste kommen zu spät oder gehen zu früh vom Wasserloch. Ohne überheblich zu klingen, ich bin fest davon überzeugt dass die meisten Gäste die Nxai Pan besucht haben und wieder enttäuscht abgereist sind. Je heißer und je erbärmlicher die Hitze desto früher heißt es aufzustehen, Morgenmuffel hin oder her. Während des kühleren Winters, oder setzt mal der Regen ein, sieht das ganze dann schon wieder anders aus.

Den Dreien habe ich den Tipp gegeben doch mal etwas früher raus zufahren. Es hat sich für sie gelohnt mit 16 Löwen an der Zahl in allerbestem Licht. Die Junglöwen, es sind ja sogar 10 an der Zahl, turnen nur so am kühlen Morgen vor uns rum. Der andere Gast der hier übernachtet hat ist erst gar nicht mehr ans Wasserloch gefahren. Eigentlich sehr schade!

Lelia, Mia und Heiko sind weiter auf Tour zum Mahlobjekt von Thomas Baines, daher werden die „Three Sisters“ auch „Bains Baobabs“ genannt. Nach dem Frühstück machen sie sich weiter auf Tour an den Boteti um den tausenden an Gnus und Zebras zur mittäglichen Hitze am Boteti beizuwohnen.

Ich werde den Makgadikgadi NP auf meiner Rückreise mit besuchen.

Am Nachmittag warte ich wieder am Wasserloch. Wozu unnötig rum fahren und Tiere suchen wenn doch die Tiere zu mir ans Wasserloch kommen. So warte ich rund eine halbe Stunde und siehe da, das Löwenmännchen kommt. Dann die Mutter mit den vier putzig kleinen etc. und verzählt habe ich mich auch. Es sind sogar 5 Löwinnen, 2 Männchen und die zehn Junglöwen. Als sie alle am Wasserloch sind und saufen kommen ganz wild daher 3 Elefanten. Schließlich verlassen alle 17 Löwen noch dürstend das Wasserloch. Einfach genial was sich hier abspielt. So liegen die Löwen unweit des Wasserlochs und die Elefanten machen sich im Wasserloch breit. Dann zaubert die Sonne heute endlich einen genial schönen Sonnenuntergang und die Schatten de Elefanten zeichnen sich so genial schön vor dem Rot der untergehenden Sonne ab. Was will man mehr?

 

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Noch mal Gamedrive zum aktuell einzigen Wasserloch von Nxai. Die 17 Löwen umstellen meinen Wagen. Viel Gebrüll, viel Spiel, große Aktivität und ich mitten drin. Die Sonne steigt höher und der Spuk ist schließlich vorbei. Es kehrt Ruhe ein und niemand der folgenden Gäste kommt auf den Gedanken was sich hier all morgendlich und spät abends abspielt. Der Ranger bestätigt mir, mit dem ersten Regen ist mit der Pracht am Wasserloch hier vorbei.

Treffe mich mit Lelia, Mia und Heiko in Maun. Wir peilen den Flughafen an um uns mal das Delta von oben anzusehen. Den Flug, den wir gebucht haben, der ist relativ preiswert. George und Greg haben uns den Flug zugesagt, nur ihre beiden Maschinen sind noch zur Inspektion. Kein Problem, sie vermitteln uns trotz des günstigen Preises einen Subunternehmer samt Pilot.

Der Pilot erinnert mich sofort an Bob Marley, nur die Rasterlocken fehlen. Ob diese Cessna 206, für mich ein hoch technisches Gerät, etwas ist mit dem er weis umzugehen? Denke dabei sofort daran mit welcher Inbrunst Afrikaner mit anderem technischen Gerät umgehen bis es schließlich seinen Geist aufgibt.

Als er den Startknopf drück geht’s auch gleich los. Dieses Ohren betäubende Höllengerät bei starkem, böigen Ostwind zu fliegen kommt mir vor wie ein Flug auf Messers schneide. Reicht bei dem starken und durchrüttelnden Ostwind die Motorkraft nicht aus werden wir unweigerlich sinken bis wir die ersten Baumwipfel streifen. Die Maschine fliegt mehr quer wie gerade bei dem starken Seitenwind. Immer wieder muss er den Trimm verändern. In den Luftlöchern reißt es einem fast aus den Sitz. Dann irgendwelche Scherwinde oder Windhosen und es versetzt regelrecht die Maschine. Hoffentlich bricht da nichts. An Fotografieren ist gar nicht zu denken so wackelt uns die Maschine durch. Ob sich dass alles lohnt würde ich mal ganz groß in Frage stellen. Aber immerhin, wir sichten Rhinos im Delta an einer Stelle wo man höchstens noch per Boot und zu Fuß hinkommt. Nach einer Stunde setzt er wieder zur Landung an. Wie diese Kiste der Lüfte wieder heile runter bringen? Unser routinierter Buschpilot macht es möglich und setzt tatsächlich sachte auf. Alle sind wir ziemlich nass geschwitzt. Froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben verlassen wir die Knattermaschine. Es war mal ein Test und ich wurde leider in meinem Vorurteil bestätigt. Ich brauch so etwas definitiv nicht wieder. Unter Safari stelle ich mir jedenfalls was anderes vor.

 

Freitag, 31. Oktober 2014

Bin wieder unterwegs nach Nxai, nicht ohne im Makgadikgadi NP gegen Mittag am Boteti halt zumachen. Es lohnt sich, selbst um die Mittagszeit. So veranstalten rund 30 Elefanten vor mir ihr mittägliches abkühlendes Badezeremoniell. Das Permit gilt übrigens für beide Seiten der A3. Als ich dann schließlich am Wasserloch von Nxai gegen 16:00 Uhr eintreffe wieder die übliche Ruhe. Also warten und warten bis sich was tut. Zwei Elefanten stehen müde und untätig am Wasserloch. Irgendwann dann tauchen die Löwen aus dem Gebüsch auf. Erst gehen die Männchen an die Wasserstelle, dann die Mama mit den 4 putzig Kleinen. Dann allerdings taucht ein halbwüchsiger Elefant auf und tritt forsch ans Wasserloch. Fast zu forsch, dass gefällt den Löwen gar nicht. Der Elefant posaunt laut und die Löwen brüllen schließlich gegen das pubertäre Posaunen an. Das verunsichert den Elefanten und er flüchtet. Rennt einmal ums Wasserloch und um alle unsere Fahrzeuge. Dann überlegt er kurz, er ist ja nach wie vor durstig und so greift er ein weiteres Mal mit viel Lärm und einem gewaltig schnellen Gang an. Die Löwen brüllen wieder gegen ihn an. Schließlich setzt sich der Elefant durch und kommt doch ans Wasserloch. Denke mir wenn der wüsste dass die Löwen vor sechs Tagen einen seiner Artgenossen in zwei Tagen verspeist haben.

So ist für die Löwen mal wieder warten angesagt. Zum Sonnenuntergang tauchen immer mehr Elefanten am Wasserloch auf. Dann kommt eine große Herde mit Jungelefanten und ich schätze es tummeln sich gut 15 Elefanten am Wasserloch. Das sieht einfach nur gut aus. Dazu die üppig von der untergegangenen Sonne angestrahlten Windwolken. Schließlich treffe ich wieder etwas zu spät und erschöpft im Camp ein.

 

Samstag, 1. November 2014

Kein Tag ist wie der Andere. Nachts legt ein heftiger Wind los der am Tag an Stärke zunimmt. Die Löwen haben sich aus dem Staub gemacht. Haben sie vielleicht ein Tier gerissen?

So hoffe ich doch wenigstens am Abend wieder die Löwen am Wasserloch anzutreffen. Ich warte und warte vergebens. So ist es leider. Waren bis einschließlich gestern Abend die 17 Löwen morgens wie abends regelmäßig bei bestem Licht am einzig vorhandenen Wasserloch sind sie jetzt wie vom Erdboden verschluckt.

So macht sich bei mir langsam Reisemüdigkeit breit. Denke ich werde morgen nun Nxai verlassen und wahrscheinlich in Richtung Nata und weiter in Richtung Kazungula fahren um dort mein Carnet zu erledigen. Evtl. auch in Pandamatenga, habe allerdings gelesen dass es dort keinen Zoll mehr gibt der mir ja das Carnet stempeln müsste. Der starke Wind hat sich im laufe des Tages gelegt. So sitze ich jetzt bei totaler Windstille bei abendlichen angenehmen Temperaturen draußen und lausche dem Rufen der Kalahari. Untertags ist es eine Tortour die ca. 40° Celsius um diese Zeit zu ertragen, egal ob für Mensch oder Tier, alle leiden unter den abartig hohen Temperaturen.

 

Sonntag, 2. November 2014

Wie übrigens jede Nacht hier auf dem Camp in Nxai stapfen Elefanten durchs Lager. Das muss einen nicht unbedingt beunruhigen. Weder waren sie an meiner Obstkiste mit den Zitrusfrüchten noch am Duschsack. Allerdings, im Rangercamp haben sie eine Wasserleitung aus der Wand gerissen.

Vom 17 köpfigen Löwenrudel kann ich mich leider nicht mehr verabschieden. Hatte noch nachts einen Löwen brüllen hören und ich meine es kam unweit vom Rangercamp. Heute ist es bedeckt und die Temperaturen sind zunächst einmal angenehm. Hier und da geht ein Schauer nieder. Bisher habe ich lediglich das Wasser irgendwo niedergehen sehen, selber habe ich dieses Nass der Regenzeit noch nicht verspürt. Aber, immerhin, man kann den Regen schon riechen. Gegen Mittag reißt es immer mehr auf. Eigentlich wollte ich heute bis Pandamatenga fahren, dort evtl., wenn möglich, mein Carnet erledigen. Als ich über die A3 die Ntwetwe Pan streife und den Staub über die größte der Salzpfannen treiben sehe, packt es mich und ich zweige von der Straße nach Süden ab. So fahre ich die Ntwetwe Pan am gesamten westlichen Ufer runter bis zur Querung der Pan. Es ist überall staubtrocken, der erwartete Regen blieb bisher aus, daher meine spontane Entscheidung trotz meiner Reisemüdigkeit.

Die Querung von Gweta her ist eigentlich keine so rechte Querung der Ntwetwe Pan. Eigentlich ist es maximal ein Inselhopping. Der Eindruck auf der Karte mal quer über die Größte der Salzpfannen täuscht. Und was mich gehörig nervt sind die Puderstaublöcher. Ich habe keine Klimaanlage, muss die Fenster offen haben und mir staubt es den Wagen kolossal ein. Als ich ans Vet.-Gate komme bin ich schon versucht die letzten 15 KM bis Kubu sein zu lassen, so kotzt mich dass an. Bin sehr versucht einfach am Vet.-Gate gerade weiter zu fahren um so an die Sua-Pan zu gelangen. Das währe der schnellste Weg wieder zurück an die A3. Schließlich fahre ich dann doch noch völlig angenervt bis Kubu. Mir ein Graus. Bin absolut down und nicht mehr ansprechbar. Mir graut vor den Massen auf Kubu. Schließlich treffe ich ein und habe irgendwie Glück. Außer mir ist nur noch ein Gast da. Ein Gewitter braut sich zusammen und Kubu zeigt sich von seiner ganz besonderen Seite. Ich bin wieder versöhnt.

  

Montag, 3. November 2014

Anfang November und es macht den Anschein dass der lang ersehnte Regen einsetzt. So hat es etwas während der Nacht geregnet. Plane über die Sua Pan zurück auf die A3 zu fahren. Nehme zwei Südafrikaner samt Trailer und KTM ins Schlepptau. Als wir auf der Suapan rollen läuft es zuerst ganz gut. Es hätte ja so schön sein können wenn nicht gerade letzte Nacht der Regen eingesetzt hätte. Hätte, währe, wenn, dass hilft jetzt auch nichts mehr. Die Südafrikaner sitzen mitsamt dem Trailer auf der Sua Pan fest. Mir ist es ja schon fast peinlich, wer mit mir fährt hat dass Abenteuer incl., die beide finden es jedoch super klasse. Ich ziehe sie frei und wir fahren 2 KM quer bis auf den parallel verlaufenden Track auf der Anhöhe zu Land. Schließlich fahren wir auf der Erhebung mit bestem Ausblick nach beiden Seiten. Der Regen der uns auf der Suapan fast zum Verhängnis wurde kommt uns jetzt zugute denn die Puderstaublöcher stauben nicht mehr. In Nata kurz bei Wimpi das WIFI genutzt. Schließlich fahre ich rund 50 KM weiter bis Elephant Sands wo ich übernachte.

 

Dienstag, 4. November 2014

Wie erwartet, jetzt wo es noch trocken ist, Unmengen an Elefanten am Wasserloch. So verkaufen sie ja auch diesen wunderschönen Platz. Um das Wasserloch herum sind Zelte auf Stelzen und Chalets positioniert. Außerdem die Bar mit Terrasse und daneben das Camp. Ich bin der einzige Gast auf dem Camp. Ob es daran liegt dass weder die Duschen noch Toiletten funktionieren, geschweige denn dass es Wasser aus den Hähnen gibt? Spreche mit dem  Manager während in der Kasane Region Gewitter niedergehen. Er hofft darauf dass es nun auch hier bald regnet. Sie haben hier die Elefanten nicht mehr im Griff. Die Schäden die sie hier Nacht für Nacht anrichten sind immens. So werde ich Zeuge wie dass dann so von statten geht mit dem marodierenden Elefanten.

Erst beobachte ich die Elefanten. Das Wasserloch wurde etwas verkleinert und auf ein Schlammbad müssen die Elefanten jetzt verzichten. So ist der Stress am Wasserloch entsprechend groß und jeder will da ja mal dran. Immer wieder brüllen irgendwelche Tiere und verschaffen sich so Respekt. Und wenn ein Elefant brüllt, dann lässt es einen erschaudern, so laut ist das. Dann jagen sie auch immer wieder einen davon mit lautem Gebrüll. Ich betrachte diese Szenerie aus unmittelbarer Nähe. Hatte ja bereits letztes Jahr die Ehre und spüre dass da jetzt mehr Adrenalin fließt, bei den Elefanten wie bei mir. Trotzdem, ich behalte die Nerven und die Elefanten zum Glück auch. Dachte ja dass da noch mehr Gäste kommen, aber schließlich stehe ich völlig alleine auf dem Camp in Poolposition. Dem Elefantenproblem wegen haben sie zum Schutz der Infrastruktur überall 20.000 Volt Stromkabel gespannt. So sollte ich diesmal sicher sein vor den momentan recht aktiven Elefanten. Als ich zum Wagen will blockiert mich ein recht aggressiver Bulle in einem Terrain in dem er nichts zu suchen hat. Schließlich scheuchen sie den Elefanten wieder mit ihrem V8 aus Terrain raus. Kurze Zeit später ist er wieder da und zerstört später die 20.000 Volt Kabel. Ein Troblemaker, wie mir der Manager am nächsten Tag bestätigt. Er weicht auch nicht mehr vom Fahrzeug und die 20.000 Volt Stromstöße verträgt er auch gut. So kommen während der Nacht die Elefanten rüber ins Camp und nehmen alles auseinander was nach Wasser verdächtig ist. Für mich eine schlaflose Nacht denn wenn sie Häuser und Duschzellen auseinander nehmen, warum dann nicht meinen Landrover? Ich hab’s überlebt unter den marodierenden Elefanten zu bestehen und im Nachhinein war es eine gute Erfahrung. Der Manager sagt mir, der wirklich sehr arrangierte Eigentümer musste das Camp hier verlassen, er hat es einfach nicht mehr ertragen wie die Elefanten hier nach und nach alles zerstören.

Gegen Mittag erledige ich das Carnet in Kazungula. Fahre entlang dem Chobe bei bedecktem Wetter. Nun, wohl auch hier muss die Arche entladen worden sein, allerdings mit den Katzen gestaltet es sich recht schwierig da sie sich leicht unter den Sträuchern verstecken können. Eine gewaltige Büffelherde von vielleicht 500 Stück grast auf der anderen, der namibischen Seite und verhältnismäßig große Impalaherden grasen auf dem Überschwemmungsgebiet. Das Ihaha Camp ist nahezu leer. Auf dem Weg entlang dem Chobe holt mich die Müdigkeit ein, was dem Schlafdefizit letzter Nacht geschuldet ist. Generell muss ich sagen dass sich der Tierreichtum entlang dem Fluss aktuell in Grenzen hält was wohl dem einsetzenden Regen geschuldet ist.

 

Mittwoch, 5. November 2014

Verlasse über das Ngoma Gate den Chobe NP. Folge dem Linyanti. Ab Kachikau geht die Teerstraße in Sandpiste über der ich bis zur Cutline vom Chobe Park folge. Schließlich fahre ich über das Gcotta Gate wieder in den Chobe NP um gegen Mittag Savuti zu erreichen. Treffe wieder die beiden Tschechen mit denen ich mich in Nxai unterhalten habe und wir belegen zusammen einen Platz. Am Nachmittag dann wieder gut tausend Büffel, außerdem Zebras, Gnus, Wasserböcke, Leierantilopen, Wildschweine, Elefanten, nur wo sind die Löwen abgeblieben?

 

Donnerstag, 6. November 2014

Bei meinem morgendlichen Gamedrive denke ich mir noch, ja die beste Zeit ist jetzt hier wohl mit dem einsetzenden Regen vorbei. Überall sprießt grün und an den ausgetrockneten Wasserlöchern sammelt sich jetzt wieder Wasser.

So fahre ich bei jetzt bewölktem Wetter wieder in die Region Motsibi Island und kurz dahinter sichte ich die zwei Löwenmännchen. Also, sie sind doch noch hier um ihr Revier zu verteidigen. Wo die Löwinnen und ihre Jungen abgeblieben sind kann ich nur vermuten. Es ist oft so dass die Löwinnen samt der Jungen auf Jagt gehen und die Rudelführer zurückbleiben. Schließlich eine Beobachtung der ganz besonderen Art. Ja, die beiden Männchen sind hier um ihr Revier abzustecken und zu verteidigen. Immer wieder setzen die Könige der Tiere ihre Duftmarken. Ich stehe so da und plötzlich schießen zwei Warzenschweine rund 50 Meter vor den Löwen vorbei. Fast währen sie dem einem der Löwen in die Fänge gelaufen. Kurz darauf tauchen sechs Wilddogs auf. Das war dann der Grund warum die Wildschweine so unachtsam panisch über die Marsch liefen. Es sind die Wilddogs die ich bereits vor rund zwei Wochen entdeckt hatte, da einer von ihnen markant hell ist. Man könnte sie alle auseinander halten, da jeder seine eigene individuelle Zeichnung hat.

Und jetzt kommt es. Unschlüssig laufen die Wilddogs weiter, schließlich auf die linke Seite meines Wagen gerade mal einen Meter neben meine Türe. Dann plötzlich geben sie Warnlaute von sich. Als ich auf die andere Seite schaue realisiere ich dass das Löwenmännchen direkt auf meinen Wagen zuschießt. Das ist schon ein komisches Gefühl wenn solch eine gewaltige Kampfmaschine auf einen zuläuft. Ich könnte ja jetzt auch ganz ungeschützt einfach nur nackt ohne Aluhülle dastehen. Eigentlich machen sie keine Jagt auf Menschen. Aber was wenn der Löwe meint dass ich ihm sein Revier streitig machen möchte? Der Löwe stürmt um meinen Wagen und die Wilddogs suchen das Weite um in sichere Distanz zu kommen. Der Löwe hat sicherlich keine Chance einen von ihnen zu erwischen. Es geht ja auch nur um die Machtdemonstration. Fast schon wollen die Wilddogs wieder auf den  Löwen zustürmen, ihn angreifen, provozieren, denn es ist ja auch ihr Territorium. Er dreht sich um und sie machen sofort wieder kehrt. Für mich ein besonders eindrucksvolles Erlebnis mit dem ich so  ganz und  gar nicht gerechnet habe. Das Kamera Equipment befindet sich leider bei dem trüben Wetter in der Fototasche so dass mir dieses Erlebnis im Gedächtnis abgespeichert bleibt.

Später dann sichte ich auf der anderen, der Westseite der Marsch den Rest des Rudels. Eigentlich beste Jagtwetter. Schließlich platziere ich meinen Wagen inmitten der Marsch. Es ist heute relativ kühl und bedeckt und ich habe die Hoffnung dass sich etwas ereignet. Ja ein Gnu wirft ihr Junges. Zebras, Gnus, Büffel, Leierantilopen, Wasserböcke, Kudus, Pferdeantilope, Impalas, Elefanten, Giraffen, alles Futter für die Löwen, nur leider ereignet sich nichts mehr. Schließlich kommt gegen Mittag die Sonne durch und ich fahre zurück ans Camp.

Manchmal täuscht mich mein Gefühl. Als ich zum nachmittäglichen Gamedrive wieder gegen 17:00 Uhr an der Stelle eintreffe wo wir meinten dass die Löwen von der Westweite der Marsch rüberziehen wurde 10 Minuten vorher ein Büffel gerissen. Er liegt noch völlige unberührt da, nur die Junglöwen versuchen ihn aufzureißen. Die Löwinnen liegen noch alle hechelnd da um wieder Luft zu bekommen. Sie sind noch im totalen Jagtfieber. So sehr im Jagtfieder dass zwei Löwinnen einen weitere Büffel reisen. Schließlich geht ihnen dann noch fast ein Warzenschwein in die Fänge. Erst gar nicht an Beute und jetzt der totale Überfluss. Überschwänglich im Paradies angelangt zu sein tollen die Jungen motiviert im Licht der untergehenden Sonne herum.

 

Freitag, 7. November 2014

Fahre mit Jan und seinem Kollegen punkt halb sechs wieder Raus zum Riss. Jan, ein Tscheche und sehr guter ambitionierter Fotograf meint nur gehen wir arbeiten. Sage ihm, na klar, wir sind ja hier nicht zu Urlaub machen da. So treffen wir gegen sechs Uhr am Riss ein. Es ist unglaublich, 13 Löwen haben nahezu 2 Büffel aufgefressen. Viel ist nicht mehr von dem Büffel von gestern übrig. Für mich ein schöner Abschluss in Savuti.

Gegen Mittag treffe ich wieder am Khwai ein. Rund 20 Elefanten umwandern skeptisch meinen Landy. Hatten wir am Vormittag noch strahlend blauen Himmel zieht es sich jetzt wieder zu. Ein untrügliches Zeichen dass der Regenzeit vor der Haustüre steht. Spricht man bei uns von Sommer und Winter, so zählt hier nur die Regen- und Trockenzeit. Jetzt stehe ich inmitten der Elefantenherde. Verhalte mich ruhig und genieße dieses erhabene Schauspiel.

Spätnachmittag ist mit der Ruhe vorbei. Ein an Orkanstärke reichender Wind geht und irgendwo gehen Niederschläge nieder. Dann rasen Zebras an mir vorbei, geben Laute von sich die zwischen denen eines Afrikanischen Esels und dem Wiehern eines Pferdes einzuordnen sind. Während der Nacht dann rast was an mir vorbei, und ich bin mir sicher, meine aber es ist ein Rudel Windhunde auf der Jagt. So schnell wie das Geräusch kommt geht es auch schon wieder. Allerdings macht sich zur gleichen Zeit Unruhe im Khwai breit. Ein Indiz dafür dass es Windhunde waren die für Unruhe sorgten.

 

Samstag, 8. November 2014

Sichte beim Gamedrive zwei junge Löwenmannchen, schließlich fast unsichtbar im Gebüsch einen Leoparden samt Riss. Ein Krokodil sonnt sich am Morgen. An besonderen Antilopen dann die Letschwe Antilope und Großriedbock entdecken.

In Maun wollte ich eigentlich bei der NP Behörde vorbuchen. Die Dame an der Rezeption regt mich innerlich auf. Ich muss es leider sagen, manchmal machen gewisse Leute auf mich einen sehr unmotivierten destruktiven Eindruck. Also buche ich dort besser erst gar nicht sondern mache das am Gate.

Als ich abfahre kommt ein älteres schweizer Paar mit ihrem Landrover angefahren. Einen großen Respekt, sie haben ihr Gefährt 2010 durch Afrika runter gefahren. Das imponiert mir. Sie hat es mit dem Magen, so mussten sie ihre Tour im CKGR abbrechen. Denke mir schon, hoffentlich hat sie sich im Landrover bei dem umbarmherzigen Gerüttel keine Darmverschlingungen geholt.

Schließlich fahre ich kurz hinter Rakops auf eine Anhöhe Richtung Gate. Hier ist alles kahl gefressen von den 3 Mio. Kühen und 1,5 Mio. Ziegen. Morgen werde ich über das Matswere Gate in das Central Kalahari Game Reserve (CKGR) einfahren.

Als ich im Dachzelt sitze dann der „Ruf der Kalahari“. Wie überall in der Kalahari machen mit Anbruch der Dunkelheit sich die Schakale durch ihre Rufe bemerkbar. Mein Zelt leuchtet wie ein glühender Pilz in der Dunkelheit. Alles nur Mögliche an nachttauglichen Insekten stößt sich den Kopf am Moskitonetz. Nur gut dass die Maschen klein genug sind.

 

Sonntag, 9. November 2014

Buche zunächst für drei Nächte CKGR. Kurz vor dem Deception Valley begegnen mir Anja und Michael mit ihrem Landrover TD5, Gautenger Kennzeichen. Sie kennen mich namentlich aus der Zeitung. Wie, wo, was, ähh, aus was für einer Zeitung? Nah das südafrikanische 4x4 Magazin (SA 4x4) berichtet aktuell über mich. Was? Ach ja! Das ist ja interessant. Sie zeigen mir den Artikel der aktuellen Novemberausgabe. Ich erinnere mich. Unweit von hier, an der Piperpan hatte wir vor genau einem Jahr versucht einen Computer gesteuerten chinesischen Geländewagen wieder flott zu machen. Wir hatten keine Chance diesen technischen neuen Firlefanz wieder in Gang zu bringen. Schließlich sollte aus dem rund tausend Kilometer entfernten Joburg ein Techniker zu Hilfe kommen. Die aktuelle Ausgabe werde ich mir auf jeden Fall besorgen. Sieht einfach gut aus wie meine alte, in die Jahre gekommene Bergziege dieses chinesische Wunderwerk der Technik im Schlepptau, leider vergebens anzieht.

Stehe auf der Kori Campsite Nr. 3 mit Ausblick auf das Deception Valley und backe mal wieder Brot. Eigentlich hatte ich ja an Dinkel Vollkornmehl gedacht und vermute da gab es ein Kommunikationsproblem in Kapstadt. Der Tierreichtum hält sich hier in der Kalahari leider in Grenzen. Aber, unverhofft kommt oft, so habe ich unweit von hier am Abzweig zur Deception Pan vor einem Jahr meine besten Leoparden Bilder gemacht.

Ich bleibe voller Hoffnung.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, zumindest an diesem nachmittäglichen Gamedrive über Deception Loop, Sunday- und Leopard Pan. So tröste ich mich mit den Vögeln am Platz.

 

Montag, 10. November 2014

Das CKGR ist zäh, zumindest um diese Zeit. Am Deception Wasserloch mach ich halt zum Frühstück. Außer ein paar Löffelhunden, Giraffen, Spring- und Spießböcken und vielen Straußendamen gab’s sonst nicht viel mehr zu sehen. Als ich weiterfahre registriere ich, dass ich bereits gegen 10:30 Uhr an meinem nächsten Camp, der Pokoje Pan anlangen würde. Das gefällt mir gar nicht im Park die Zeit absitzen und auf nichts als nichts zu warten. So beschließe ich spontan heute durchzufahren bis Xaka. Da währe ein hartes Stück Weg zu absolvieren. Als ich gegen 11:00 Uhr an der Piperpan ankomme erfahre ich dass heute Morgen am Wasserloch ein Gepard war der dann von einem Löwen verjagt wurde. Der Löwe liegt da noch unter den Büschen unmittelbar nahe dem Wasserloch. Ich soll nur den neu gemachten Spuren folgen, dann finde ich ihn schon. Ein absolutes „No Go“! Ich verzichte gerne darauf abseits der Wege zu fahren nur um dann irgendwann genau neben dem unterm Baum liegenden Löwen zum stehen zu kommen. Genauso hasse ich es den Tieren direkt hinterher zustieren. Ich bin auch deswegen von Anja und Michael extra noch drauf angesprochen worden dass das einfach nicht geht und ich möchte dass unbedingt bei einer evtl. Publikation mit erwähnen. Gerade hier an den Pans sind die Schäden die durch neue Spuren entstehen nahezu irreparabel. Noch nach Jahren sieht man bedingt durch die sensible Vegetation die Reifenspuren.

Hinter der Piperpan wird es dann unerwartet grün. Was bin ich verwöhnt von den ausgedörrten Landschaften. Das Grün schmerzt mir richtig in den Augen und sehen kann ich links wie rechts nichts mehr. Man könnte genauso gut zwei Wände auf beiden Seiten grün anstreichen. Jetzt erst realisiere ich wie schön es ist durch die trockenen, ausgedörrten, tief einsichtigen Wälder zu fahren.

In Xade melde ich mich bei der Rezeption und frage an ob es ein Problem ist wenn ich noch heute nach Xaxa fahre? Der Ranger bestätigt mir dass zurzeit niemand dort campiert. Also nehme ich die letzten rund 60 KM in Angriff. Elendig lang zieht sich die Stichstraße durch die Dornbuschsavanne. Irgendwann so gegen halb Sechs endlich erreiche ich Xaxa im Okwa Trockenflussbett gelegen. Das ist ja das Flussbett von dem aus ich damals das Gewitter an der A2 fotografierte. Hier hat es in der totalen Einsamkeit ein Wasserloch als auch Löwen und seit neustem auf Elefanten. Ich lasse mich überraschen. Es ist kühl, immer wieder mal regnet es und gerade braut sich wieder was zusammen. Draußen stürmt es, Blitze gehen nieder und ich mache es mir im Dachzelt so gemütlich wie nur möglich. Den Wagen habe unter dem großen Kameldornbaum rausgeparkt. Die Regenplane ist nicht drauf, hoffe nur dass das Baumweltzelt dicht bleibt und es nicht reintropft. Ich mag den Regen nicht. Es wird Zeit dass ich nachhause komme.

 

Dienstag, 11. November 2014

Der Regen nervt und es regnet doch rein. Wahrscheinlich sind das die Tiefdruckausläufer die jetzt bald auf Kap der Guten Hoffung treffen. Ab Mittwoch soll es dort für drei Tage regnen, also habe ich so dann doch keine Eile. Irgendwann in der Nacht habe ich es dick mit dem mir permanent ins Gesicht tropfenden Wasser, stehe auf und ziehe die Regenhaube über.

Es ist bedeckt und am Wasserloch tut sich absolut nichts. Also weiter auf dem sandigen Weg durch die Kalahari ins Khutse GR. 240 elendige, zum Teil tiefsandige Kilometer auf einem eingewachsen Weg. Die Elefanten haben schon nahezu den Süden des CKGR erreicht und an ihren Ausscheidungen lässt sich leicht erkennen, sie lieben Melonen über alles und die liegen überall in dem CKGR herum. Eigentlich kann ich diese Strecke niemandem empfehlen. Wer sich allerdings einen Eindruck über die Weite der Kalahari machen möchte, der kann und soll da nur durchfahren. Mein Ding ist es so nicht. Daher mache ich die ganze Strecke auch innerhalb von drei Tagen. An Tieren gibt es fast nichts zu sehen. Dafür dann ein paar der widerspenstigen San. Wer meint sie hier in dem CKGR wie früher beim Jagen und Sammel mit Pfeil und Bogen beobachten zu können der irrt gewaltig. Sie kommen aus ihren Hütten in Fetzen angerannt und betteln mich nach Kleidern, Schuhen, Süßigkeiten und Zucker an. Ich versuche ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Möchte ihnen ihren Stolz nicht nehmen, unterhalte mich mit ihnen so gut es geht. Geschenke hat es daher bei uns nie gegeben und das bleibt auch so. Dieses auf Augenhöhe begegnen hinterlässt dann doch immer einen guten Eindruck. Trotzdem es nie was gab war die Verabschiedung eher freudig.

Denke nur an die armen Kinder die dort aufwachsen. Sie haben unter diesen Bedingungen keine Chance sich so zu entwickeln dass sie in ihren Entscheidungen was sie später machen werden frei sind. Ich gehe einfach mal davon aus dass es sich hier um eine Minderheit handelt. Wie es ganz anders funktionieren kann hat mir der San an der Rezeption in Xade gezeigt. Selbstbewusst schüttelte er mir die Hand, stellt sich mir mit Namen vor, erklärt mir auf mein Fragen so vieles und weis wirklich sehr gut Bescheid.

Gegen 17:00 Uhr treffe ich am Wasserloch der Molose Pan ein und fahre das erste Camp an um dort zu übernachten.

 

Mittwoch, 12. November 2014

Während der Nacht regnet es dann schon mal heftiger. Früh aufstehen kann ich mir getrost sparen, die Sonne sehe ich seit drei Tagen nicht mehr, es ist nicht gerade warm, ziehe mir das wärmende Flieshemd über. Am Wasserloch natürlich wie erwartet keine Aktivität. Wieso auch, überall da wo es Kalksteinfelsen hat oder der Boden verdichtet ist haben sich Pfützen gebildet. Außerdem, diese Temperaturen erzeugen keinen Durst. Also fahre ich weiter zur Moreswe Pan. Auch dort hat es ein Wasserloch, nur eben außer ein paar Springböcken sonst auch dort keine Tiere. Weiter Östlich folgen zwei namenlose Pans auf denen ich zumindest Kuhantilopen und Spießböcke sichte. Landschaftlich empfinde ich den Süden schöner da immer wieder Pfannen auftauchen und mir so eine Fernsicht gewähren. So verhält es sich auch mit der Khutse Pan die auch ein Wasserloch hat. Sehr schön nur wo sind die Tiere? Führe es noch nicht einmal auf den einsetzenden Regen zurück sondern der gesamte Park schließt sich an das CKGR an. Im südlichen Teil des CKGR so gut wie keine Tiere und das Khutse GR ist durch Veterinäre Zäune eingezäunt. Wo sollen denn da die Tiere herkommen wenn keine Möglichkeit zur Migration besteht?

An der Rezeption erkundige ich mich wie es sich mit den Probebohrungen im Park verhält? Man sagt mir, da wird nicht mehr Probegebohrt, sonder man hat damit begonnen im CKGR Diamanten abzubauen. Wie verhält es sich mit den San im Park? Sie haben das Recht dort zu leben, aber was wollen sie dort ohne jegliche Infrastruktur, außerdem das Jagen ist ihnen schon lange verboten.

Und kommen jetzt bald die Elefanten nach Khutse? Die waren schon hier und keiner weis so recht von wo sie kommen.

Verlasse den Park und über eine gut zu befahrene Sandpiste und erreiche wieder Teerstraße. Spätnachmittag schließlich treffen ich in Kang ein und mache ein letztes Mal auf botswanischer Seite die Tanks voll. Dann brause ich am späten Abend, es ist schon nach fünf, in Richtung Hukuntsi in ein drohendes Gewitter. Man könnte sagen, was muss man denn um diese Zeit noch weiterfahren aber es lohnt sich. Eine super tolle Stimmung, die Sonne steht schon tief und eine rabenschwarze Wolke macht sich breit. Tauche unter ihr bei peitschendem, am Fahrzeug zerrenden Sturm und Regen durch. Das Gewitter ist vorüber und die tiefschwarze Wolke steht in meinem Rücken während die Sonne von vorne, jetzt noch tiefer stehend, einem Halogenscheinwerfer gleich dagegen blendet. Ein Blick zurück und ich weis wie gut die Entscheidung war einfach noch loszufahren, in den triefenden Regen, in den tosenden Sturm und in die herannahende Nacht. In Lokgwabe genieße ich den Sonnenuntergang an den Windmühlen, direkt an der unscheinbaren Pan gelegen. Welch ein bizarrer Vordergrund mit den Windrädern im Licht der untergehenden Sonne. Als die Gravel auf Sand übergeht schlage ich mich schließlich nach weiteren 10 KM irgendwo hinter Lokgwabe in die Büsche. Mir kommt dann noch jemand vom Park entgegen. Während ich aus dem Dorf gefahren bin um zu campieren fährt er rein. Schon paradox! Es ist kalt und in der Kgalagadi Region gehen permanent Gewitter nieder. Lasse noch ein weiteres Gewitter vorüberziehen bevor ich mich schließlich ins Dachzelt verkrümele. Und dann, ich meine erst meinen Ohren nicht zu trauen, aber ja, es ist Löwengebrülle zu vernehmen. Eine Situation mit der sich die Farmer werden arrangieren müssen. Oder machen sie einfach kurzen Prozess? Knallen sie ab oder, noch viel schlimmer, schießen sie nur an und machen aus ihnen dann wirklich gefährliche und aggressive Bestien? Nun, die Jagt ist seit 2014 in ganz Botswana verboten, sicherlich so eine kluge Entscheidung.

 

Donnerstag, 13. November 2014

Drei Tage Mabuasebube Pan, zwei Tage Polenzwa und zwei Tage Roiputs gebucht. Mal sehen was mir die verbleibende Woche noch so an besonderen Aktivitäten zu bieten hat. Von Südafrikanern erfahre ich, sie verbringen hier 3 Wochen im Mabuasehube GR, dass sie 3 Nächte lang die Löwen an der Mpayathutlwa Pan erleben durften. Dann waren sie mit einem Mal verschwunden und keiner weis so recht wo sie sich aktuell aufhalten.

Schließlich wird es am Nachmittag, wieder heiß, trotzdem es ja am Morgen noch sehr kühl war. So beschließe ich den nachmittäglichen Gamedrive ausfallen zu lassen. Mein Gefühl sagt mir, wenn die Tiere ja bis Mittag der erträglichen frischen Temperaturen wegen unterwegs waren, warum dann schon wieder spätnachmittags bei totaler Hitze.

 

Freitag, 14. November 2014

Dafür dann ganz früh los. Es lohnt sich insofern, da auf der Mpayathutlwa Pan ein Löwenpaar liegt. So liegen sie dort und zucken sich leider nicht da es trotz Sonne noch angenehm kühl ist. So stehe ich geduldig 3 Stunden am Wasserloch und warte vergeblich.

Als ich an meinem Traumcamp, Camp Nr. 2, unserem Löwencamp, vorbeifahre, bin ich sehr enttäuscht und erschrocken. Die Mülltonne ist am überlaufen und so wurde am Platz der Müll in Tüten drum herum platziert. Alles ist von Schakalen und Hyänen auseinandergerupft. Was haben die Gäste hier im Park anderes erwartet? Oder haben sie erst gar nicht drüber nachgedacht? Spreche das Paar das dort aktuell Camp darauf an. Man versichert mir dass sie bereits so den Platz angetroffen haben und ihren eigenen Müll wieder mitnehmen werden. Ein andere Dauergast bestätigt mir dass der Müll nicht von den aktuellen Campern stammt. Da waren vorher fünf südafrikanische Fahrzeuge am Platz und jeden Abend herrschte dort Partystimmung. Sehr schade, was machen die dann hier in solch einem abgelegenen Park und hinterlassen dort Unmengen an für die Verwaltung nicht zu bewältigenden Müll?

 

Samstag, 15. November 2014

Die Löwen haben sich während der Nacht auf und davon gemacht. Somit während der Nacht keine besonderen Vorkommnisse. Die südliche Kalahari eignet sich auch viel mehr um die Ruhe und Abgeschiedenheit zu genießen. So verbringe ich den ganzen Tag am Platz. Schließlich muss ich ihn räumen da ein Folgegast eintrifft. So fahre ich von der Mpayathutlwa Pan zur Mabuasebube Pan um festzustellen dass mein dort gebuchter Platz von deutschen Studenten, sie studieren ein Semester in Stellenbosch, aus Unwissenheit besetzt wurde. Sie haben sich viel vorgenommen. In 5 Wochen wollen sie weiter über Sambia nach Malawi. Und dann über Mosambik zurück nach Südafrika. Habe meine Bedenken angebracht, zu viele KM in viel zu kurzer Zeit und wünsche ihnen trotzdem eine gute Weiterreise.

Am Abend kommt noch der Ranger bei mir vorbei. Er fragt mich voller Stolz wie ich den Mabuasehube so finde? Ja, sehr schön, daher komme ich ja nahezu jedes Jahr hierher. Frage ihn warum man das Ventil im Wasserloch der Mpayathutlwa Pan geöffnet hat, verstehe ich nämlich nicht. Er meint, der Tank sei undicht, daher musste man das Wasser zunächst ablassen um ihn innen abdichten zu können. Mache ihn über die Müllsituation am zweiten Camp drauf aufmerksam. Ja er wird sich das anschauen und dann jemanden schicken. Vor zwei Tagen bereits hat die Gruppe Südafrikaner via Satellitentelefon am Gate angerufen und auf die prekäre Müllsituation aufmerksam gemacht. So ist das leider, jeder macht nur seinen Kram. Er fährt dann wieder leer mit seinem Pick Up zurück, das machen ja dann wieder andere mit dem Müll. Für uns Europäer erscheint das alles sehr ineffizient. 

 

Sonntag, 16. November 2014

Die Nacht war ungemein Kalt. Mache mich in der Früh samt Fließhemd und Schafswollpullover auf zum Gamedrive. Ein verzweifeltes Aufbäumen? Schließlich kann ich auch am Kiding Pan Loop keine besonderen Tiere ausfindig machen. Auch an den anderen Pans, einschließlich der Bosobongolo Pan keine besonderen Vorkommnisse. Ja, OK, Springböcke, Oryx, Kuhantilopen, Strauße und Gnus, ja die kann man in geringer Zahl ausfindig machen und sonst leider nichts. So ist es nun mal leider. Oder bin ich einfach nur zu verwöhnt? Schließlich nehme ich wieder den 170 KM langen Bosotrail unter die jetzt neuen Reifen. Diesmal halten auch die neuen Stoßdämpfer, keine leckenden Shocks mehr. Ich muss mich auf den Weg konzentrieren, daher links und rechts sehe ich fast nichts. So fahre ich mit rund 50 KM/h über das gnadenlos rüttelnde Waschbrett. Fahre ich langsamer, hämmert es noch stärker. Man meint fast eine Gehirnerschütterung davon zu bekommen. Gegen 15:00 Uhr schließlich treffe ich, ohne Gehirnerschütterung, im Nossobtal ein. Kaum zu glauben aber war. Im Nossobcamp gibt es weder Radio- noch Handyempfang, aber, man staune, WIFI gegen Unkostenbeitrag im gesamten Camp.

Schließlich fahre ich raus auf das Reserved Camp auf Polenzwa. Ein Traum von Abgeschiedenheit. Vor mir auf der Pan eine Herde Gnus. Schließlich geht die Sonne unter und der Horizont färbt sich stark rot.

 

Montag, 17. November 2014

Es ist wieder Saukalt. Also wieder eingepackt und weiter nach Norden. Das Nossobtal ist staubtrocken und nach frisch sprießendem Grün sucht man vergebens. Die Tiere sind abgewandert, aus dem Tal  raus, aber wohin? Bei Grootkolk mache ich viele frische Katzenspuren aus. Nur wo sind die Katzen abgeblieben? Die Temperaturen sind mehr wie optimal. Oder haben sie sich zusammengekauert da es ihnen noch zu kalt ist? Was machen die Tiere im Winter bei Minusgraden? Bewegen sie sich dann oder erstarren sie nahezu vor Kälte?

Als ich am Unions End Picknick Spot sitze und den aktiven Eidechsen so zuschaue denke ich mir, die haben wir früher draußen gefangen und gesammelt. Und was haben wir früher sonst noch für ein Blödsinn gemacht. Wer sammelt heute noch Eidechsen? Und wo spielt sich heute die Verrücktheit ab?

 

Dienstag, 18. November 2014

Weiter zieht es mich nach Süden, über das Nossobtal weiter nach Roiputs. War der Norden staubtrocken ist der Süden nahezu grün. Nahezu grün heißt ein ganz schwacher Hauch von einem zarten grün und schon hat es hier große Herden an Springböcken. Löwen mache ich kurz vor Roiputs aus, die verbleibenden zwei Nächte scheinen viel versprechend zu werden. Treffe Edith und Werner auf Roiputs, sie stehen erst am Anfang ihrer Reise im KTP und so verbringen wir die Tage zusammen auf dem Camp. Der Abend ist insofern viel versprechend, da die Löwen noch immer daliegen bis schließlich die Sonne untergeht. Vielleicht haben wir mit etwas mehr Aktivität morgen fürh zu rechnen.

 

Mittwoch, 19. November 2014

Treffe auf die Löwen. Der Pasche bleibt faul zurück und verdrückt sich wieder unter einen Kameldornbaum. Die Löwin wandert samt ihren zwei Babys zu Wasserloch. Einfach nur nett anzusehen wie sie balgen. Ein Erdhaufen entpuppt sich als wahrer Playground für sie beim Versteckspiel. Als Sahnehäubchen obendrauf dann noch einen Leoparden auf dem Weg zum genau gleichen Wasserloch. Die Temperaturen steigen und alle Katzen verdrücken sich in den Schatten. Mal sehen was der Nachmittag so am Wasserloch mit sich bringt.

Das Licht ist gut, die Hitze bleibt, also rühren sich die Löwen nicht vom Fleck. Schließlich droht das Ende der Gamedrivezeit und die Sonne ist bereits hinter den Dünen untergegangen.

 

Donnerstag, 20. November 2014

Verlasse heute den Park und fahre noch mal kurz nach Norden, vielleicht hat sich ja die Nacht über etwas interessantes ereignet. Kein Tag ist so wie der andere. Die Löwen hört man zwar brüllen, nur entdecken kann ich sie nicht mehr. Dafür dann eine Gepardin mit vier Jungtieren. Sie sind Tagjäger und durchstöbern das Tal. Irgendwann dann hält die Hitze Einzug, die Geparden suchen Schatten unterm Baum und mein Gefühl sagt mir, da wird sich wahrscheinlich nicht mehr viel ereignen. So verlasse ich den Park schließlich. Gegen Mittag in Upington und kurz nach Sonnenuntergang schlage ich mich in den Cedarbergen in die Büsche. Die restlichen rund 200 KM spare ich mir für morgen auf. Von der Küste her geht ein frischer kühler Wind.

 

Freitag, 21. November 2014

In der Früh um sechs verlasse ich die bizarre Landschaft der Cedarberge. Um neun bin ich zurück in Kapstadt. Ein starker Süd Ost empfängt mich.

 

Zu dieser aktuellen tour siehe Diashow: Kalahari 2014

Feedbacks bitte an meine e-mail Adresse unter: mailto:uwe_scharf@yahoo.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

 

 

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