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Marokko 1999 |
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vom 07.September bis 29.September |
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Unsere Tour: |
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Gedanken zu Marokko
Vorher
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Europas afrikanischer
Nachbar
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Wärme genießen
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Sonnenuntergänge betrachten
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Windsurfen
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Dünen besteigen
·
Berge besteigen
·
Arabische Souks
·
handeln
·
Oasen erforschen
·
Arabische Mentalität erleben
·
Fladenbrot essen
·
Tee trinken
·
Licht – Wärme - Trockenheit |
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Wie sich
Vorstellung und Realität treffen und was dabei passiert lesen Sie im
Reisebericht
Nachher
·
Meerenge von Gibraltar:
·
Grenze zweier Welten -
Kontinente - Länder – Meere – Kulturen
·
Europäische Augen, sehen
eine verkehrte Welt
·
Süße Datteln - Schlechte
Zähne
·
Farbenreiche Landschaften -
ödes Nichts
·
Königsstädte
·
Straße der Kasbahs
·
Wenige Reiche – lange Nichts
– große Bescheidenheit bis an die Grenze der Armut
·
hohe Pässe – weite Ebenen
·
Lebendigkeit - Musik
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Gewürze
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Handwerk
·
Tee |
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Impressionen aus
EIN VERLORENES
PARADIES
Er blieb viele
Jahre in der Wüste, unbeweglich die Augen zum Himmel erhoben.
Selbst die Götter beneideten diese Weisheit und dieses steinerne Los.
In seinen ausgestreckten, steif gewordenen Händen nisteten die Schwalben.
Aber eines Tages flogen sie weg und kehrten nicht wieder.
Und er der Verlangen, Willen Ruhm und Schmerz in sich abgetötet hatte er
begann zu weinen.
So sprießen die
Blumen aus den Steinen.
Wir lebten im Zauber des Sandes,
andere werden Erdölquellen darin erbohren und sich damit bereichern.
Aber sie kommen alle zu spät.
Die verbotenen Palmwälder,
der niemals zuvor betretene Muschelsand haben uns ihr bestes gegeben.
Höre mein
Freund und Bruder, wenn du ein Kamel führst, so habe acht, es langsam zu
führen, denn du mußt an seine Füße denken, denen die harten Bergwege Schmerz
bereiten, da sie an den weichen Wüstensand gewohnt sind.
Wenn du ein Pferd hast lasse dich leicht sein auf seinem Rücken, daß es
dich wie eine Wolke fühlt und daher fliegt gleich dem Wind.
Wenn du einen Gedanken hast mein Freund und Bruder so lasse ihn leise
schreiten, mit des Kamel weichen Füßen,
lasse ihn daher brausen, mit des edlen Pferdes heißer Hast und bleibe du
selbst verborgen wie eine Wolke.
Wenn du aber in deinem Geiste eine wunderbare Lüge birgst, so mache aus ihr
ein Gedicht oder ein Lachen oder Beides und reite schnell, sehr schnell –
denn wer ein Lachen bringt mit dem Atem einer Lüge, bringt ein Geschenk. |
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Tagebuch Marokko |
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Dienstag
den 07.09.1999
Nach einer sehr
guten Stärkung im Haflingerhof, bestehend aus
Fohlensteaks, die wir mit Gabis Eltern zusammen genossen haben, sind
wir dann gegen 14.00 Uhr aufgebrochen. Der Landy ist
soweit gepackt. Für alle Fälle haben wir noch einiges an Reparaturmaterial
besorgt, sowie Sandbleche und ein zweites Ersatzrad ist mit an Bord. Man
kann ja nie wissen.
Wir fahren über Konstanz, St.
Gallen, Zürich, Bern, Lausanne, Genf, Annecy, Cambery bis kurz vor Voiron ,
wo wir dann gegen 24.00 Uhr zum Übernachten halten. KM 600, Camp 001 |
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Mittwoch den 08.09.1999
Uwe ist
gegen 5.00 Uhr in der Früh aus dem Bett gefallen. Ich spreche
ihn an, um mich davon zu überzeugen, daß
er auch wirklich nicht schlafwandelt. Er ist bei vollem Bewußtsein zu welch
einer frühen Stunde. Also geht’s frühstücken wie gehabt, mit etwas Weetabix
und Kaffee, gegen 6.00 weiter. Über Voiron, Valence, Montelimar, Nimes,
Montpellier. In Meze, am Etang zwischen Sete und Agde gelegen, schlürfen wir
zum ersten mal Austern. Ist gar nicht so schlimm vom Geschmack wie
vorgestellt, muß aber kein weiteres mal sein. Sind nicht mal teuer, das
Stück eine Mark. Weiter geht es über Bezier, Narbonne bis an den Strand von
La Franqui, wo wir gegen 14.00 Uhr eintreffen. Dort fahren wir mit dem WOMO
erstmals in den Sand. Einfach perfekt. Später kommt dann die Seilwinde zum
Einsatz. Ein Franzose hatte sich im Sand festgefahren. Wir genießen das noch
schön warme Mittelmeerwasser. Dann plagt sich Uwe etwas mit dem
Datentransfer zwischen GPS und Laptop. Wie gewöhnlich erfolgreich, die
gefahrene Route läßt sich überspielen. Gegen 8.00 Uhr fahren wir weiter.
Nochmals tief in den Sand, bis zur Achse versinkt das Auto. Im Rückwärtsgang
wühlt es sich wieder selbständig heraus. Wenn nichts mehr geht in so einem
Fall, dann können wir mit Sandblechen und Seilwinde samt Bodenanker das Auto
selber bergen. Wir fahren am Etang de Leucate entlang, biegen dann in
Perpignon in Richtung Andorra ins Tetetal ab. Wir winden uns die Kehren hoch
bis auf 1.572 mtr. Höhe laut GPS . Es ist leider schon finsterste Nacht.
Wir reisen über die Grenze in Puigcerda nach Spanien ein, hier läßt sich
angenehm tanken, geringere Liter Preise für Diesel als in Deutschland. Der
Liter kostet ca. DM 1,15. Vor La Seu d’Urgell übernachten wir an einem
schönen ruhigen Platz im Ort. Die Ruhe wird durch nichts gestört, ein
Wildbach rauscht 5 Meter unter uns vorbei, ansonsten Auto- und Menschenleer.
KM 1.304 km, Camp 002 |
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Donnerstag den 09.09.1999
Der Tag, an dem unverhältnismäßig
viele heiraten. Ob das was nützt? Wir jeden falls machen uns nach dem
gewohnten Frühstück gegen 9.00 Uhr weiter auf den Weg Richtung Süd – West,
ca. 270° lt. GPS bis Tarifa. Luftlinie noch ca. 1.000 km. Wir bewegen uns
gemächlich aus dem Tal hinab in Richtung Lleida, weiter über Zaragoza, dann
über die N2 nach Madrid, von dort weiter auf der N4 Richtung Cordoba. Das
Wetter war bis jetzt ununterbrochen schön. Das Thermometer steigt immer
höher, heute auf ca. 30°. Ab und zu machen wir halt an den Bars, genießen
Café con Leche und natürlich Tapas. Gegen 19.30 Uhr machen wir ca. 50 km
hinter Madrid halt und kochen uns Pellkartoffeln mit angemachten Quark. Die
Autobahn ähnliche Straße hat uns während der gesamten Strecke an riesigen
Äckern, Ställen, Obst und Weinplantagen vorbei geführt. In der Nähe von
Städten ist viel neue Industrie angesiedelt worden mit den dazu gehörenden
Wohngebieten. Nun fahren wir weiter in die Dunkelheit. Irgendwo an einem
Rastplatz in der Nähe von Alcazar bleiben wir. KM 2.102, Camp 003
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Freitag den 10.09.1999
Uwe ist um 4.00 Uhr schon munter.
Um 5.10 Uhr fahren wir weiter. Im Dunkeln geht es an Manzanares /
Valdenpenas, einer riesigen Weinanbaugegend vorbei. In Bailen biegen wir von
der N4 auf die N323 nach Jaen ab. Olivenbäume soweit das Auge reicht. Man
kann sich eine Vorstellung machen, daß Spanien nicht umsonst der größte
Olivenölproduzent der Welt ist. Über Granada geht es weiter nach Malaga, wo
wir wieder ans Meer treffen. Jetzt geht es an der Costa del Sol über
Marbella, Algeciras bis nach Tarifa, dem südlichsten Punkt des Europäischen
Festlandes. Ca. 30 km vor Tarifa hat es sich immer mehr bedeckt. Den Grund
liefert der in der Meerenge vorherrschende Levante, der feuchtwarme Luft an
den Berghängen zum kondensieren bringt. Auf den letzten 10 km bessert sich
das Wetter, in Tarifa scheint die Sonne und auch ein heftiger Wind bläst.
Wir besorgen uns in der Stadt das Ticket für die Fährüberfahrt nach Tanger.
Danach geht’s nach Barbate, wo Uwe nach langer Pause mal wieder so richtig
Windsurfen kann. Ganz ungewohnt mit neuem Trapez, neuem 252er Board und 4.0
qm-Segel. Die Kondition läßt zu wünschen übrig und die Unterarme schmerzen
sehr. Alles in Allem sieht es aber gut aus. Uwe hat trotz der langen Pause
noch nichts verlernt. Gegen 8.00 Uhr fahren wir zum Übernachten ans Hostal
Millon zurück, wo wir einigermaßen windgeschützt stehen können. KM 2.700, Camp 004
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Samstag den 11.09.1999
Sind gegen 8.00 aufgestanden.
Die Nacht über war es recht schwül. Der Levante zeigt am Morgen auch noch
nicht seine volle Stärke. Also brechen wir gegen 10.00 Uhr auf. Tanken kurz
vor Algecieras nochmals unser Frischwasser auf und entsorgen die Toilette.
Gegen 11.00 Uhr treffen wir an der Fähre ein. Nach ca. einer Stunde können
wir auf die Arabische Fähre einfahren. |
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Auf der Fähre werden bereits die
Reisepässe abgestempelt. Dank der ruhigen Wetterlage ist die zwei Stunden
dauernde Überfahrt ein schönes Erlebnis. Da die Fähre ein älteres Modell
ist, läßt sich nur das Heck öffnen. So müssen alle rückwärts aus der Fähre
raus, dann ein zweites mal Reisepasskontrolle und schließlich weiter zur
eigentlichen Zollstation. Dort wird erst die sogenannte Greencarte
ausgefüllt. Soll wohl etwas kosten. Dann für den Fahrer nochmals
Passkontrolle. Dann wieder längeres warten auf die Greencarte, denn sie muß
ja noch abgestempelt werden. Dann endlich kommt die Greencarte mit Plakette
für die Fahrzeugscheibe. Alle sind sehr nett und wollen Bakschisch. Wir
kaufen uns auch frei, mit einem Dirham. Fünf Dirham entsprechen etwa einer
DM. Dann endlich dürfen wir weiterfahren. Ich wollte eigentlich für mein
Fahrzeug eine Haftpflichtversicherung in Marokko abschließen. Es findet sich
dort auch eine Grenzversicherung, ist aber viel zu teuer. Hätten wir hier
schon verhandeln sollen? Nun reisen wir in Marokko ohne jeglichen
Versicherungsschutz. Ob das so klug ist? Dann noch eine Station am Ende des
Hafengebäudes, wir werden 2 Zigaretten los und sind ohne weiteres Prozedere
in Marokko. Dann geht’s durch Tanger Richtung Rabat, eine der vier
Königsstädte, die Küste entlang. Uwe bekommt einen ersten Eindruck von den
Menschen und dem allgemeinen Zugang in einem Arabischem Land. Zunächst ist
alles sehr fremd, aber der erste Kontakt mit den Menschen, beim Tanken ist
angenehm. Später halten wir an der Straße bei einem Melonenhändler. Er ist
gerade mit Kundschaft beschäftigt, wir warten, bekommen einen Schnitz Melone
angeboten, lecker. Dann sind wir dran und erwerben zwei Honigmelonen für
1,20 DM . Wir wollen noch von den Tomaten. Die werden nur Eimer weise
verkauft – billig, für knapp 3 DM, aber ein Eimer voll, ist uns doch ein
bisschen viel Tomate. Lästig sind allerdings die Kinder, die frech und
zudringlich betteln. Wir fahren über Asilah, Larache und übernachten in
einem Eukalyptuswald kurz vor Ksar al Kabir. Am Abend sehen wir noch eine
Menge Einheimische. Wir winken, sie winken. Man wechselt ein paar
freundliche Worte soweit möglich. Die Nacht war heiß, aber ruhig. KM 2.857, Camp 005
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Sonntag den 12.09.1999
Gabi ist zeitig aufgestanden. Wir
frühstücken und lesen noch ein wenig über Meknes, auch eine der vier
Königsstädte. Dann fahren wir weiter über Souk el Arba du Rharb nach Meknes.
Auf dem Weg dorthin braungebrannte und bereits abgeerntete Stoppelfelder.
Überall zu Häusern aufgetürmte riesige Strohhaufen, die jetzt kurz vor der
Regenzeit oben mit Lehm versehen werden, damit das Stroh trocken bleibt. In
den Ortschaften ein reges Leben. Allerdings sieht man nur Männer in den
Cafés sitzen. Männer dürfen bis zu vier Frauen heiraten, die müssen aber
alle gleich behandelt werden. Die Anzahl der jeweiligen Frauen sind am
Türbeschlag zu erkennen. Viele Frauen |
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sprechen von Potenz und Reichtum.
Möglichst viele Kinder bescheren der Frau, unter Anderem, auch ein hohes
gesellschaftliches Ansehen. Wo Wälder sind bestehen sie vorwiegend aus
Eukalyptusbäumen. Sie spenden Schatten und dienen als Brennholz. Allerdings
auf Kosten des Grundwasserspiegels. In Mekenes suchen wir zuerst den Place
El Hedim, welchen wir dann auch nach Schwierigkeiten finden. Dort mitten im
Trubel steht der Wagen zwar auffällig aber sicher. Dann machen wir uns auf
den Weg, die Gegend zu erkunden. Uwe wird von diesen vielen Eindrücken
regelrecht eingefangen. Es ist ein noch nie erlebtes Gemisch aus Geräuschen
und Gerüchen, aus Farben und Leben. Wir sehen uns das Bab Mansour an.
Dieses prunkvolle Eingangstor zur ehemaligen Villa Imperiale, gilt als eines
der bekanntesten in Marokko. Meknes soll noch die ursprünglichsten Souks von
Marokko haben. Wir nehmen uns ausnahmsweise einen Führer für 30 Dirham,
hartnäckig genug war er ja. Er führt uns durch das Gewirr der kleinen Gasen
über Treppen, um Ecken, durch Menschentrauben, uns geht das alles viel zu
schnell. Es gibt soviel zu betrachten, Handwerker die an der Straße Ihre
Arbeit verrichten, prunkvolle Haustüren, hoch in den Himmel ragende Häuser,
die so nahe zusammenstehen, das kein Sonnenstrahl je dazwischen fällt.
Meknes hat 4 Medinas, die Berber, die Juden, die Arabische und die Neue.
Jede Medina hat ihren Schwerpunkt. So z.B. den Gewürzsouk, den
Musikinstrumentensouk, den Djallabasouk, wo nur Männer für die Frauen nähen,
den Eisenwarensouk wo Alteisen wieder seine Verwendung findet, und und und.
Gabi hat letztlich eine Djallabaer erstanden. Auch wurden wir noch zu einem
grünen Tee mit Pfefferminze (marokkanischer Whisky), natürlich ordentlich
gesüßt, eingeladen. Daraus läßt sich schließen, dem Berber hat der Handel
gefallen. So langsam werden wir auf das Land eingestimmt. Dann geht’s weiter
Richtung Er Rachidia über den mittleren Atlas. Jetzt durchfahren wir
herrliche Korkeichen- und Zedernwälder, wobei uns auffällt, daß die
Bergkuppen bewaldet sind und das Umland eher kahl ist. Auf einer Hochebene
hinter Azrou bleiben wir auf einem schönen Platz mitten im Nichts stehen.
Die Sonne geht schnell unter, die Blaue Stunde währt hier kurz, die Berber
schicken sich an weiter zu kommen. Die Nacht ist hier kühl und die Dschinn
warten überall. KM 3.124, Camp 006
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Montag den 13.09.1999
Die Dschinn haben uns nicht aufgesucht,
um die Nachtruhe zu stören. Der Schlaf war erholsam und den Sonnenaufgang haben
wir leider verschlafen. Nach dem Frühstück fahren wir weiter über den Col du Zad.
Dann tauchen wir in das Qued Mouloyatal ein. In Midelt, einer Stadt die
vorwiegend vom Abbau von Erz, Blei und Silber lebt, machen wir kurz halt um
Travellerschecks einzutauschen. Was mir auch ohne ein Wort Französisch oder
Arabisch, lediglich „Salam“ rutscht mir über die Lippen, gelingt. So gesprächig
wie die Menschen hier sonst sind, in der Bank herrscht eine Grabesruhe. Während
ich in der Bank weilte, macht Uwe mal wieder einschlägige Erfahrungen mit den
Arabern. Durch die Fenster der Bank kann ich beobachten, wie sich ein Araber
unserem Auto nähert, Uwe durch die offene Scheibe die Hand drückt und die
folgenden Minuten beinahe ins Auto kriecht. Alle versuchen etwas zu verkaufen,
zu zeigen und wollen für alles und jedes Geld haben. Den Umgang mit den Arabern
und Berbern, heißt es erst noch zu lernen. Mit reichlich Dirham in der Tasche
geht’s weiter, wir sehen schon die nördlichen Berge des Hochatlas vor uns.
Gemütlich erklimmen wir den ersten Höhenzug von 1.907 Meter Höhe über die
Passtraße wo wir halten um etwas zu essen. Ein Unwetter baut sich auf. Es wird
stürmisch. Der Wind nimmt an Intensität zu, die Sonne verschwindet hinter der
schwarzen Wolkenfront. Bevor uns der Regen einholt,
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fahren wir weiter und
tauchen ein
in das Ziztal. Wir sind begeistert von diesem Taleinschnitt. Wir fühlen uns an
den Fishrivercanyon in Namibia erinnert. Das Tal des Ziz ist durchweg von
Dattelpalmen grün. Millionen von Datteln wachsen hier und trotzdem müssen noch
Datteln importiert werden. Steil ragen die Felswände des Tales hoch. Die
Landschaft um uns ist reduziert auf Steine. Das Tal ist besiedelt. Ein
Lehmhäuserdorf reiht sich an das nächste.
Meist immer mit einer Kasbah inmitten des Ortskerns. Bleiben wir stehen, um ein
Foto zu machen, kommen auch schon die Kinder gerannt um zu betteln. Damit müssen
wir erst noch klar kommen. Nach und nach holt uns die Müdigkeit ein, wir machen
Pause, für Kaffe und Ruhe. Ein super warmer Wind fegt, in immer wieder kehrenden
Böen, um uns herum. Was wir erst für Dunst hielten ist fliegender Sand. Kurz vor
Er Rachidia suchen wir einen Übernachtungsplatz. Ein schönes Seitental, in das
ein Weg führt, wir fahren rechts ab. Drehen aber bald wieder um, da auch dieses
Seitental besiedelt ist. Beim zurückfahren wieder das gleiche Spiel.
Aufdringlich bettelnde Kinder. Hinter dem Stausee Barrage de Hassan Addakhil,
fahren wir links ab, immer noch in der Hoffnung noch ein einsames Plätzchen an
dem Südhang des hohen Atlas zu finden. Fehlanzeige. Wir bewegen uns jetzt über
flaches Terrain entlang des Ziz. Der Ziz, im Hohen Atlas entsprungen, liegt
eingebettet in einer mächtigen Schlucht. Er fließt Richtung Süden und versorgt
auf seinem Weg viele Palmengärten mit Wasser. Spurlos verläuft der Ziz im
wahrsten Sinne des Wortes, im Sand bei Taouz. Überall Menschen. Nicht das wir
was gegen die Menschen haben. Sie sind sehr nett. Sie wollen im Endeffekt aber
Geschäfte machen. Die Kinder lassen nicht von uns ab. Wir sehen dann in Meski
einen Campingplatz, die Blaue Grotte, hört sich ja gut an. Die Sage erzählt, es
mehre die Fruchtbarkeit, wenn man bei Dunkelheit und Kerzenschein dort ein Bad
nimmt. Wir tun das nicht denn es soll hier schon Fälle von Bilharziose gegeben
haben. Der Platz ist sehr schön an einer Grotte mit Quelle, welche ein Becken
mit Wasser speist, inmitten von Palmenhainen, gelegen. Ehe ich mich umsehe, hat
Uwe schon wieder „Kontakt“ bekommen. Letztlich landen wir Beide im
Souvenierladen. Heute zum Tee trinken, morgen zum kaufen oder tauschen.
Maschallah, Inschallah... Endlich dann der verdiente Schlaf, von wegen. Der
Schwarze Tee tut seine Wirkung und dieser Platz ist, der auf unserer Reise
bisher lauteste. Na ja, so wie es unter Arabern eben am Abend noch zu geht. Spät
an und abfahrende Autos, Musik, bellende Hunde, der Muezzin usw.... KM 3.391 , Camp 007
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Dienstag den 14.09.1999
Gefrühstückt, dann getauscht und
natürlich noch paar Dirham dazu gelegt. Dafür können wir uns jetzt von der
Kopfbedeckung her als Berber outen. Wir fahren dem fruchtbarem Ziztal entlang
nach Erfoud. Auf dem Weg dorthin scheint es diesig zu sein. In Erfoud empfängt
uns ein Sandsturm, sehr windig und wir fühlen uns wie in dichtem Nebel. In
Erfoud werden wir mal wieder etwas genervt. Kinder die betteln und Führer, die
sich uns hartnäckig anbieten. Doch die Dünen sind nun wirklich nicht zu
verfehlen. Dieser Sandsturm entwickelt sich zusehends, es wird fast unmöglich
noch zu fahren. Wir bleiben ca. 5 km hinter Erfoud in einer Schuttwüste stehen,
hier fliegt nicht soviel Sand, und warten bis sich der Sturm legt. Nachmittags
geht es dann weiter über Pisten zum Erg Chebbi. Es wollen sich wieder eine Reihe
von Führern verdingen. Wir lehnen dankend ab. Sind aber froh, daß wir sämtliche
Koordinaten von Erika Därr’s Reiseführer eingegeben haben. Den Ausläufern des
Erg Chebbi, in Form von Sanddünen kommen wir immer näher. Ein reger Betrieb
herrscht hier, damit haben wir gar nicht gerechnet, Mopeds und Autos, Kamele und
Führer. Von einer Hartnäckigkeit, die schon gar keine Worte mehr findet. Kurz
vor Dunkelheit bleiben wir direkt bei den Dünen neben drei eingesandeten
Dattelpalmen stehen. Als wir dann nach ca. einer halben Stunde auch die letzten
Führer, den Besitzer des „Campingplatzes“ auf dem wir uns angeblich befinden
abgeschüttelt haben, kehrt Ruhe ein. Wir liegen noch im Sand und betrachten den
sternklarem Himmel. Dann schlafen wir zeitig, denn wir wollen morgen um 4 Uhr
aufstehen, um den Sonnenaufgang auf den Dünen zu erleben. Die Nacht ist sehr
warm, viel zu warm für eine Wüstennacht. KM 3.497, Camp 008
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Mittwoch den 15.09.1999
Sind um 4.00 Uhr aufgestanden und
machen uns gegen 5.00 Uhr auf den Weg, zur höchsten Düne hier in der Umgebung.
Nach beschwerlichem Aufstieg treffen wir noch vor Sonnenaufgang am höchsten
Punkt ein. Leider bleibt die Sonne hinter den Wolken verborgen. Trotzdem
genießen wir die Momente des ersten Tageslichts. Es ist unbeschreiblich still,
alles was Geräusche macht ist weit weg.
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Nachdem die Sonne immer höher steigt
und damit einhergehend auch die Temperatur,
machen wir uns auf den Rückweg. Völlig verschwitzt treffen wir wieder am WOMO
ein. Gabi macht dann mit einigen Berbern einen Sprachkurs in Arabisch und
plaudert mit den Menschen über so allerlei. |
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Zum Teil sprechen viele hier etwas
Deutsch und neben Französisch auch Englisch. Wir haben heute viel gelacht, als
die beiden jungen Berber, Omar und Ali, bei uns waren. Die Lebensläufe dieser
jungen Menschen hören sich alle so ziemlich gleich an, die Ziele die sie für ihr
Leben haben unterscheiden sich etwas, aber wenig. Später berichte ich ein wenig
mehr von den Geschichten die sie mir erzählt haben. Ali gehört die Dattelpalme
von der ich mir Datteln geholt habe und unter der wir heute geschlafen haben.
Auf meine Äußerung, da war aber gestern schon ein Mann da, der sagte es wäre
sein Campingplatz, meinte Ali ,das war jemand von seiner Familie. Ali sagt von
sich, daß er der Ali sei, der im Reisehandbuch von E. Därr erwähnt ist. Diesen
Ali haben wir aber interessanter weise schon am Aussichtspunkt im Ziztal
getroffen. Marokko ist ein traumhaftes Land mit vielen Gesichtern. Marokko ist
ein Land wo viele Märchen und Geschichten erzählt werden.
Doch zurück in die Realität, als wir
angefangen haben die Koordinationsdaten vom Buch auf GPS zu übertragen ist
auch Ali gegangen. Anhand dieser technischen Errungenschaft ist es uns ohne
Probleme gelungen den Weg von Erg Chebbi über Merzouga quer durch das trockene
Qued Ziz zu finden. Die Durchfahrt der drei Dörfer vor Rissani war wieder ein
interessantes Kapitel was die Kinder angeht. Wir überlegen warum sie so sind,
wie sie sind. Wenn wir an das Erlebnis von vorgestern denken, wo aus drei
Touristenautos Bonbons flogen, die Kinder dann mit voll gestopften Backen bei
uns um weitere Bonbons bettelten. Dann bedarf es eigentlich keiner weiteren
Überlegungen mehr, aber was tun, wie verhalten??? Vorbei an riesigen
Lehmhäusern und ausgetrockneten Palmengärten erreichen wir Rissani, hier ist uns
die Lust auf einen Kaffe dann ganz vergangen. Ein unschöner Ort an sich schon,
im Dunst eines vorbeigezogenen Sandsturmes noch weniger einladend. Unser GPS
lotst uns sicher aus dem Ort und nach einem Tankstopp zurück auf die Straße nach
Mecissi. Ehe es dunkel wird suchen wir uns einen Platz für die Nacht, auf den
ersten Blick ist es ganz hübsch unter der Tamariske im trockenen Wadi.
Ernsthaftes Donnergrollen und Blitze die über den immer schwärzer werdenden
Himmel zucken, lassen es ratsam erscheinen das Auto an den Hang auf der anderen
Seite zustellen. Siehe da, es regnet auch schon, nicht viel, aber kann ja noch
kommen. KM 3.594, Camp 009
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Donnerstag den 16.09.1999
Der Regen hat sich dann doch nicht mehr
eingestellt, die Nacht war warm und windig. Bin vor dem Frühstück auf den Hügel
gelaufen und habe von dort aus den Sonnenaufgang beobachtet. Das Frühstück war
schon fertig als ich zurück kam, Uwe ist von einer Fliege wach geärgert worden.
Ist ganz gut so, wir fahren um 8 Uhr los und erleben die Landschaft bei
herrlichem weichen Licht und guter Sicht. Die Straße nach Mecissi führt über ein
Hochtal das rechts wie links von Bergen gesäumt ist. Alles in einem leichten
Grünstich, auch die Lehmhäuser. Demnach findet sich hier wohl ein Mineral in der
Erde. Gelegentlich sehen wir Menschen, die in dieser Hügellandschaft, ohne Wege,
trotzdem ganz zielstrebig ihre Wege gehen. Wohin ??? So gelangen wir schnell
nach Tazzarine, ein sympathischer Ort, der zum Bleiben bewegt. Schon länger
nicht mehr ist uns so bewußt aufgefallen, daß uns niemand etwas verkaufen,
zeigen oder schlicht nur etwas von uns haben will. Hier in Tazzarine gabelt
sich die in der Karte gelb eingezeichnete Straße. Wir nehmen die kürzere nach
Zagora. Sie führt über den Tizi - n – Tafilalt Pass. Weiter sind auf dieser
Strecke keine Orte eingezeichnet. Soll uns nicht stören, wir brauchen weder
Sprit noch Verpflegung. Etwas erstaunt sind wir jetzt doch als die Straße sofort
nach dem Ort zur Piste wird, aber gut wir haben ja Zeit. Wir fragen dann doch
einen Mann, der sogar extra vom Eselchen steigt um einen Blick auf die Karte
zuwerfen. Ja es geht hier nach Zagora, dann wird es schon so sein. Zufrieden
fahren wir weiter, so mit 20 – 30km in der Stunde. Die Straße ist in einem
schlechten Zustand. Wir nähern uns einem Brunnen, unsere Wasservorräte sind
knapp geworden und wir beschließen die Qualität des Wassers zu testen. So gut
und gern 30 Meter lasse ich den
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Eimer,
bestehend aus einem alten Autoreifen in die Tiefe, das Wasser sieht gut aus.
Hier hat auch vor noch nicht langer Zeit jemand bereits Wasser geholt, der Boden
ist feucht, in einer Wanne ist Wasser für Tiere bereitgestellt. Also rasch das
Auto näher geholt und etwa 100 Liter Wasser abgefüllt, auch die Wassersäcke
werden aufgefüllt. Wir kriegen Besuch, zwei Buben nähern sich langsam und
vorsichtig. Wie wenn sie die wilden Tiere an der Tränke nicht verscheuchen
wollen. Uwe erzählt ein wenig französisch, dann tauen sie schnell auf.
Entwickeln aber nicht dieses nervige betteln, wie wir es so oft schon erlebt
haben. Auf die höfliche Frage beim Abschied ob sie ein Foto zu gesendet bekommen
sage ich dann ausnahmsweise ja. Die
Frage nach Schreiber und Bonbons kommt auch noch, aber ganz zurück haltend.
Irgendwie ziehen wir dann ganz beglückt ab, die Beiden dürfen noch einen Blick
ins WOMO werfen, haben ja auch so nett gefragt
Die Straße führt an einer Kasbha
vorbei, Weggabelung rechts oder links???? Also links, keine Ahnung, sieht alles
nicht mehr gut fahrbar aus, ein LKW kommt uns entgegen, da wir nicht so recht
wissen wohin, rechts das tiefe trockene Wadi, links die Felswand, so setzt er
also zurück. Gebe ihm ein Zigarette, er freut sich. Die Straße ist nun endgültig
zum Weg geworden, langsam schleichen wir dahin, durchfahren eine mit
Dattelpalmen gesäumte Schlucht, sind begeistert, nun umfahren wir den Berg und
hoffen eigentlich ständig , daß die Wegverhältnisse besser werden.
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Diese Hoffnung trägt uns die nächsten
20 km, so weit war es bis wir oben auf der Paßhöhe des Tizi – n – Tafilat
ankamen. Der Weg hat es von da an in sich, von den Bergen rechts und links
sind die Bäche in der Regenzeit über den Weg geschossen und haben von ihm
nicht mehr viel übrig gelassen. Diese Wadis setzen uns schwer zu, irgendwie schaukelt und
hopst das riesige WoMo dann doch immer wieder ohne umzukippen durch. |
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Bis
dann nichts mehr geht und wir uns überlegen ob wir nicht doch umdrehen, aber ich
entdecke einen Weg um die Stelle zu umfahren. Spannend ist das alles schon, laut
GPS haben wir noch 17 km bis zum nächsten Punkt wo die andere Straße
einmündet. Eine lange Strecke, da kann noch viel passieren. Ein großer Stein,
ein dorniger Kamelbaum und ein riesiger schiefer Absatz, das WoMo wird zwar von
einem Landy getragen, aber durch die Höhe des Aufsatzes ist es kippfreudig und
hat die Eigenheit aufzuschaukeln. So schnell wollen wir nicht aufgeben und
irgendwann muß es doch besser werden, oder???? Also die Schaufel geholt und den
Weg etwas geebnet, so das die akute Kippgefahr gebannt ist. Weiter geht‘s, so
salopp wie sich das jetzt anhört ist es nicht. Aussteigen den Weg inspizieren,
herrichten, fotografieren als die Durchfahrt erfolgt, dann in dem Moment als das
Vorderrad in die Luft geht drücke ich nicht auf den Auslöser. Der Schreck fährt
mir durch und durch, Uwe merkt es nicht einmal das sich das Rad 20-30cm vom
Boden abhebt. Wir werden wieder vorsichtiger, machen erst mal Pause. Noch über
12 km, endlos zieht sich das Tal hin, stetig geht es bergauf. Ich meine die
Wadis werden weniger tief, das Hauptflußbett, welches wir dann und wann auch
queren wird flacher, es ist mühsam und erfordert die ganze Konzentration. Nach
jedem heil überstandenen Wadi kommt die Frage auf, wann kippt dieses WOMO, wann
sind wir am Paß. Manchmal denke ich, wir sind völlig falsch gefahren und wir
haben uns zu sehr auf das Gps verlassen. Wir entwickeln richtig System und
der Bergkamm kommt näher, nach exakt den Daten die uns das Gps die ganze Zeit
angegeben hat erreichen wir den Paß. Die Anspannung läßt nach, das war an der
Grenze des Möglichen mit dem 3.65m hohen WOMO Aufsatz. Die rumpelnde Fahrt über
das Qued scheint uns wie eine Sonntagsspazierfahrt. Ein Mann will uns Fossilien
verkaufen, auch er wie viele Andere hier, haben Hilfe dringend nötig. Der mit
dem Kaufen von Steinen, dem Schenken von Bonbons oder sonst was, nicht genüge
getan ist. Da sich der Tag dem Ende zuneigt und die 25km Piste noch bis nach
Zagora sich auch nicht gerade zügig angehen, bleiben wir hier auf dem Plateau.
Gönnen uns den Luxus einer schnell Dusche und lassen den Tag noch einmal im
Gespräch vorbeiziehen. Wenn jetzt noch dieser heiße Föhn ausgeschaltet wird und
eine kühle Bergwindbrise ins Schlafgemach weht dann, ja dann .......alle Krüge
werden dir nie gefüllt arab. Spruch. KM 3.776, Camp 010
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Freitag den 17.09.1999
Eine weitere sehr warme, aber ruhige
Wüstennacht. Wir stehen neben der Piste die uns weiter nach Zagora bringt. Die
Oase Zagora war für die Sadier Ausgangspunkt nach Timbuktu. Während wir
frühstücken fährt ein Moped vorbei. Der hat ja einen schwierigen Weg zur Arbeit,
er kommt daher wo wir gestern gefahren sind. Es ist 8 Uhr und wir gehen nun die
letzten 25 km nach Zagora an, schlimmer wird es nicht mehr werden, anhand dessen
was wir aus der Karte entnehmen können. Die Piste zieht sich rauh, mit vielen
großen Steinen versehen über das Plateau. Macht zwei, drei sanfte Schlenkerer
und mündet in ein stark sandiges Qued. Macht richtig Spaß so gut voranzukommen,
währt allerdings nur kurz das Vergnügen, weiter geht’s mit Stein und
Geröllpiste. Zagora kommt näher, die Piste wird zahmer und die ersten
Tagesausflüger mit Toyotas kommen uns entgegen. Von Zagora sind wir angenehm
überrascht, die gesamten Palmengärten werden neu gerichtet, Häuser gebaut,
Bewässerungsleitungen gezogen, die Menschen haben Arbeit. Wirken alles in allem
Zufriedener, freundlicher, es geht hier wohl allen etwas besser. Auf Anhieb
finden wir die Polizeistation wo es das Permit geben soll, das die freie Fahrt
in den letzten Ort, Mhamid, etwa 40 km vor der Algerischen Grenze sichert. Wir
wurden freundlich wieder weiter geschickt, ein Permit ist der Zeit nicht mehr
notwendig. Von hier sind, wie ein großes Schild darstellt,
die Karawanen nach Timbuktu aufgebrochen, sollen so an die 52 Tage gebraucht
haben.
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Das verkauft sich alles gut, der Tourismus steckt hier noch in den
Kinderschuhen was den Ort, die Menschen, die ganze Atmosphäre, so sympathisch
macht. Die 100 km nach Mhamid führen durch Stein und Geröllwüste über einen
kleinen Paß, Tizi z Beni Selmane 747m, das alles bei geteerten Verhältnissen, in
eine Oase. Da holt sich die Wüste ihren Teil zurück und die Palmen stehen bis
zur Hälfte im Sand, die Häuser stehen vor dem gleichen Ende. Die Menschen hier
haben sicher ein großes Problem damit zu leben, wir fahren langsam durch den
Ort. Die Kinder stehen am Straßenrand, winken, rufen, schmeißen letztlich mit
dem Dreck den sie von der Straße aufheben, Steine waren es ja nicht gerade.
Trotzdem waren wir erstaunt. Der Ort Mhamid am Ende zeigte sich nicht weniger
unfreundlich. Landschaftlich durchaus reizvoll, Sand und Dünen, eigentlich das
Tor zur Sahara. Aber bei genauerem hinsehen unendlich viel Dreck, billigste
Versuche uns abzuschleppen und immer wieder die gute Erika Därr, ob ihr das
recht wäre wenn sie wüßte wie sie hier zum Geschäfte machen eingespannt wird.
Das Gespräch mit dem Kontrollposten war ganz nett, kennt alle Deutschen
Fußballkicker, will wissen ob wir Kinder haben, das ist so das Übliche, er ist
im übrigen der Meinung daß 50% aller Deutschen Rassisten sind. Wir machen uns
auf den Rückweg durch die anspruchslose Gegend, nähern uns wieder der Oase, da
stehen zwei Burschen auf der Straße, winken gestikulieren, wir fahren langsam,
die Autoscheibe ist geöffnet. Er will Kugelschreiber, ich sage nein, wir rollen
im Schrittempo weiter, da greift der Bursche nach dem Buch auf der Ablage und
reißt es aus dem Auto. Ich bin wutentbrannt, erwische ihn an der Schulter, kann
aber nicht richtig zupacken. Er starrt mich erschreckt an, läßt das Buch fallen
und rennt davon. Ich aus dem Auto und ihm hinterher, er rennt wie wild,
verschwindet in einem Haus. Die anderen Jugendlichen, die das beobachtet haben,
halten Sicherheitsabstand. Natürlich schimpfe ich immer noch und fuchtele böse
mit den Armen, als ich zum Auto zurück gehe. So, das war ein ganz anderes
Erlebnis dieser Reise und das tatsächlich auf dem Weg zum letzten Zipfel des
Draa - tales. Der Draa entspringt auch im Hohen Atlas und ist die Lebensquelle
für ein 200 km langes Oasenband. Auch der ehemals längste Fluß Marokkos verliert
sich im Sand der Wüste. In Zagora
zurück tanken wir und gehen Tajine essen. Das typische national Gericht im
Tonpfännchen. Dann fahren wir in Richtung Quarzazate durch das mit Oasen
gespickte Draatal, welches schön gesäumt ist von einer hohen Bergkette. Den Tizi
– n -Tinififftpaß mit 1660m haben wir uns als Übernachtungsplatz ausgesucht,
etwa 40km vor Quarzazate. KM 4144, Camp 011
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Samstag den 18.09.1999
Übernachten auf dem Jebel Tifernine,
kurz vor Quarzarzate. Markttag in einer Ortschaft vor Qarzarzate, alles
original noch nichts spezielles für den Touristen wunderschön. Wir betrachten
uns in aller Ruhe
was zum Verkauf angeboten wird, vom Huhn über die Kuh, von Socken bis zum
seidenen Djalaber es gibt alles hier.
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Am Vormittag treffen wir in Quarzarzate ein und geben die Post auf. Quarzarzate,
die Schöne, an der Straße der Kasbahs. Schicke Hotels, große und vielfältige
Märkte bieten alles was der Durchreisende braucht oder nicht braucht. Weiter auf
der E 32, die berühmte Straße der Kasbahs, an großen Mandelbaumgärten vorbei,
ins Valle du Dades. Über Skoura, welches schon im 12. Jahrhundert gegründet
wurde und den Tizi – n – Taddert mit 1370 m, nach Boulmane du Dades 1586m.
Erreichen die Abzweigung ins Gorges du Dades, auch der Dades entspringt im
Hohen Atlas, wir folgen seinem verschlungenem Weg bis Ait Ali 28 km. Hier bleibt
die Kabine auf den Campingplatz, direkt unter einen Feigenbaum mit essfertigen
Früchten stehen, wir packen Schlafsäcke, für 2 Tage Verpflegung und machen uns
mit Gps ausgerüstet, via Auto solo auf den Weg. Es gibt eine Querverbindung
nach Gorges du Todra über die Berge. Es ist 16 Uhr unser Ziel heißt Msemrir
vielleicht noch ein Stückchen darüber hinaus. Die Piste windet sich in
Serpentinen aus dem tiefen Canyon empor, die Landschaft wird in das weiche
Licht der untergehenden Sonne getaucht. Wir genießen die herrliche Sicht über
das Tal und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. So schön, regelrecht
ergreifend schön. Msemrir ist die letzte Ortschaft die durchfahren wird, dann
treffen wir nur noch Nomaden, bis auf der anderen Seite in Tamattouchte erreicht
ist. Gleich nach dem Brunnen leicht rechts, wir haben zu weit nach rechts
gezogen und landen auf dem Hausberg von Msemrir. Die Nacht ist schön, eine
Barriere aus Steinen hält uns den Wind
etwas von Leib, ein mit Sternen übersäter Nachthimmel über uns. Irgendwann
schallt der Ruf des Muezzin, aus dem Tal bis in die Berge hoch, aber es ist
längst noch nicht Tag. Es ist kühl wir kuscheln uns tief in die Schlafsäcke und
warten die Morgendämmerung ab. KM 4359, Camp 012 |
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Sonntag den 19.09.1999
Abfahrt
um 8Uhr 15. Den steilen Berg wieder runter und suchen den richtigen Weg.
Eigentlich ist es ja früh am Morgen und wir sind bereit zu neuen Taten, aber
dieser richtige Weg ist gar kein Weg mehr. Es ist lediglich ein ausgespültes Flußbett, das uns empfängt. An den Autospuren ist zu erkennen, es hat sich vor
uns schon einer gewagt. Diese Vorstellung das Andere DAS auch tun
besänftigt den Wunsch nach Umdrehen in mir und es geht los. Aber wie, jeder
Meter hat es in sich und muß mühsam erfahren werden. Riesige Steinbrocken,
weiche Ausspülungen, der Landy hat eine beschränkte Bodenfreiheit und um das
Differential nicht zu beschädigen, müssen die meisten Steine „überfahren“
werden. Das bedeutet letztlich ein langsames vorankommen, ein wildes Schaukeln,
holpern und hopsen. Der Weg ist zu Fuß sehr schön zugehen und |
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ich
mache Aufnahmen. Als der Flußlauf sich etwas entspannt steige ich wieder zu,
aber nicht lange dann werde ich wieder raus geschüttelt. Rechts und Links
steigen hoch die ockerfarbenen Berge auf, es ist Vormittag und der Himmel
leuchtet tief blau. Von ferne sehe ich schon die Nomadenkinder, die kommen auch
gleich angelaufen. Autos sind hier eine seltene Erscheinung. Hoch oben vom Berg
tönt das aufgeregte zungenschnalzen einer Nomadenfrau, was immer es auch
bedeuten mag. Wir kommen etwas besser vorwärts, einzelne Hirten begegnen uns,
fragen nach dem Üblichen.
Ein Händler der die Nomaden besucht, ist mit seiner Karawane unterwegs. Wir
erreichen den Pass 2800 m sind ganz zufrieden, wir wissen ja auch noch nicht was
kommt. Der Weg zieht sich lange über das wunderschöne Hochtal, wie eine
vergessene Welt. Eine weitere Kuppe ist zu überfahren, von nun an geht es
bergab. Aber die Abfahrt hat sich im wahrsten Sinne des Wortes gewaschen.
Riesige Treppen, abgewaschene, spiegelglatte Steinplatten - das ist unser Weg
nach unten. Runter kommen sie alle, ich steige aus um das Schauspiel zu
fotografieren. Uwe ist im Laufe der Reise recht gelassen geworden, was das Auto
und die Wege angeht, wir kommen letztlich auch ohne Kratzer unten an. Der Stein,
den das Kind geworfen hat war zu groß, um bis zu uns fliegen zu können. Nun
steht uns die Fahrt durch Tamtattouchte bevor, ein kleines Dorf am oberen
Eingang in die Todraschlucht. Freche Kinder soll es hier geben, zügiges sicheres
Fahren wird angeraten, sonst kann es passieren das man in eine Sackgasse gelockt
wird, aus der es nur mit Hilfe von reichlich Bakschisch ein entrinnen gibt.
Probiert haben sie es tatsächlich, in einem Moment der Unsicherheit, an der
Kreuzung wo es den Berg runter geht. Aber wir haben nicht hingehört und sind
weitergefahren. Nun machen wir uns an die Durchfahrt der Todraschlucht, von den
Wegverhältnissen her gesehen, angenehm im Vergleich mit den letzten 6 Stunden.
Landschaftlich völlig anders als das Dadestal, der Dades versorgt sein Tal mit
reichlich Wasser und es stehen hohe Palmen, Mais und viel anderes Grünzeug bis
dicht ans Wasser. Die Todraschlucht hingegen ist vergleichsweise trocken und sie
eignet sich nicht für Anbau. Der Auslauf der Schlucht ist |
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sehr eindrucksvoll,
hohe steil aufragende Felswände,
die sehr nahe zueinander stehen, aber die hier üblichen Lkws kommen durch. Wir
erleben richtig viele Touristen hier, Sonntag ist zudem auch noch, nach einigen
km erreichen wir Tinerhir 1342m. Von hier fahren wir die Straße der Kasbahs
zurück nach Boulmane du Dades, etwa 60 km. Dann das Tal hoch zum WOMO, weitere
28 km, es ist 19 Uhr als wir den Platz erreichen. Haben noch frisches
Fladenbrot gekauft, alle Knochen tun weh, Nachbarn sind angekommen. Lernen
Else und Albi kennen vom Bodensee, unterhalten uns noch, es ist schön. |
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Montag den 20.09.1999
Abfahrt
bei 4521km 11Uhr.
Ein kühler Wind hat die ganze Nacht aus dem Dadestal geweht, wir empfinden das
als sehr angenehm. Nach dem Frühstück erzählen wir noch ein wenig mit Else und
Albi, so das wir erst gegen halb zwölf aufbrechen, mit dem Tagesziel
Marrakesch. Auch eine der Königsstädte. Der Name, der schon wie Eis auf der
Zunge schmilzt, Marrakesch. Da fährt fast jeder hin, wir auch, soviel schönes
haben wir schon gehört. Die B32 bringt uns in Richtung Quarzarzate und hier
weiter auf der B31 über den Tizi - n - Ticka 2260 m. Die Luft ist völlig klar
und über die Bergkämme des hohen Atlas ergießt sich wie ein Wasserfall das
Wolkenmeer, welches dick in den Berggipfeln hängt. Jetzt erklärt sich auch der
nächtliche Wind. An der Nordseite des hohen Atlas muß es regnen, an der Südseite
entsteht Föhn. Kurz vor dem letzten Anstieg zur Passhöhe des Tizi – n – Ticka
tanken wir nochmals voll. Der Diesel wird hier noch mit einer Handpumpe
eingefüllt. Wir fahren weiter auf der gut ausgebauten Straße, die sich in
abenteuerlichen Kehren den Pass hoch windet. Ein stürmischer, kalter Wind
empfängt uns hier. Dicke Wolkenfetzen reißen ab und jagen vom Wind getrieben
über den Berg hinunter, hüllen uns kurz in ihren kalten Mantel und lösen sich
weiter unten in nichts auf. Wir befinden und an einer Wetterscheide, beim
Überfahren der Passhöhe ist die Sicht, bedingt durch den Nebel, sehr schlecht,
es nieselt. Bei tiefster Dunkelheit treffen wir in Marrakech ein, die Plaza del
Fna läßt sich nicht finden, so machen wir uns auf Richtung Campingplatz. Etwa
12 km in Richtung Casablanca |
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Dienstag den 21.09.1999
Abfahrt
bei 4.888km 10 Uhr. Die Nacht war trotz relativer Stadt und Straßennähe ruhig,
erst gegen Morgen haben die Hühner angefangen zu gackern und der Hahn krähte
rund um das Auto. Gegen 10 Uhr fahren wir in die Stadt und stellen das WOMO auf einem bewachten
Parkplatz ganz in der Nähe der Plaza del Fna ab. Wir gehen an der Moschee
vorbei, überqueren eine belebte Straße und tauchen ein, in ein Gewirr von Gassen
und Gässchen, Gerüchen und Menschen. Strikte Auflagen, mit Androhung von
Strafe, lassen uns hier fast ungestört bummeln, haben sich vielleicht doch zu
viele über die „Aufdringlichkeit“ diverser Händler beschwert. Die Souks sind
sehr nach den Geschmäckern der Touristen gehalten, die Plaza zeigt sich um diese
Tageszeit, 12 Uhr eher ruhig. Ein paar einzelne Wasserverkäufer in ihrer bunten
Tracht, Schlangenbeschwörer, Musiker und ein paar zurechtgemachte tief
verschleierte Frauen bieten sich als Unterhaltung oder Fotoobjekt an.
Orangenstände, an denen wir kühlen frisch gepressten Saft schlürfen, säumen die
Plaza. Die Mittagshitze nimmt zu, das Leben hier wird träge und das Treiben auf
dem Platz, welches wir von einem Dachterrassencafe aus beobachten, schläft
langsam ein. Alles scheint hier auf den Touristen zu warten, der Bereich um die
Plaza del Fna gleicht einem riesigen Souveniershop. Der Souk in Meknes ist noch
viel ursprünglicher, dafür nicht so groß wie der Marrakeschs.
Marrakesch hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, rund um den Königspalast.
Das bedeutendste Bauwerk überhaupt, das Minarett der Kutubia Moschee, ist das
Wahrzeichen der Stadt. Viele weitere Kunst und Kulturhistorisch interessante
Bauwerke, daneben schöne Gärten und viele Parkanlagen. Wir beschließen unseren
Bummel und fahren stadtauswärts in Richtung Asni. Von dort zum 1904 m hoch
gelegenen Bergdorf Aremd. Etwa 5 km hinter Imlil gelegen, eine schmale Straße,
gerade breit genug für ein Auto, führt in steilen Serpentinen nach oben.
Grandiose Ausblicke auf die umliegenden Berge und Täler öffnen sich für uns.
Durch die Kehren muß Uwe rangieren, oben angekommen besichtigen wir den
Campingplatz. Eine schräge und steile Abfahrt führt in den Garten, unter einen
Walnussbaum, unten wenden ist nicht möglich also versuchen wir es gleich
rückwärts. Es ist an beiden Seiten sehr knapp und viele neugierige Blicke
beobachten unser Tun. Letztlich stehen wir dann endlich glücklich unterm
Walnussbaum, die Früchte sind reif und schmecken ausgezeichnet. Wir stellen den
Wecker auf 4 Uhr früh , die Rucksäcke sind schon gepackt für den Jebel Toubkal
4167m. |
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Mittwoch den 22.09.1999
5.30 als
wir uns den Weg durch die Gärten zum Flußbett suchen. Das letzte
Leuchten der Sterne begleitet uns noch für eine halbe Stunde, dann bricht die
Dämmerung an. Trotz des schweren Gepäcks, Schlafsäcke, Verpflegung für zwei
Tage, schlechte Wetterausrüstung, 8Liter Wasser lässt es sich gut an. Wir werden
von Mulis überholt, die auf dem Weg sind zur Neltenerhütte um Touristengepäck
abzuholen. Der Weg schlängelt sich in ein paar Serpentinen den Hang hoch und
führt dann stetig steigend an der Bergflanke bis nach Chamharpuch 2310m. Dort
ist alles noch im tiefem Schlaf, es ist eben erst 7 Uhr. Ein freundlicher
Bewohner bietet uns aber schon Tee und Cola an. Hier überqueren wir den kleinen
Fluß abermals und bewegen uns stetig das Tal hoch. Die Gipfel leuchten im ersten
Sonnenlicht, das Flüsschen läuft im Talkessel. Unser Weg quert auf halber Höhe
die Bergflanke, bis nach etwa vier Stunden die Neltenerhütte zu sehen ist. Auf
dem Weg hier hoch kommen die bepackten Mulis schon wieder von oben auf dem Weg
ins Tal.
Nichts böses ahnend weichen wir dem Tier zur Talseite hin aus, so daß es den
ganzen Pfad für sich hat. Das Tier zieht aber ebenfalls die Talseite vor und ehe
Uwe sich umsieht wird er umgerannt, macht ein Pirouette und reißt mich mit.
Beide landen wir unsanft im Hang zwischen Steinen und dornigem Gewächs. Der
Mulitreiber sagt er kann nichts dafür, wir entschuldigen uns beinahe noch, daß
wir am Weg standen. Wir weichen jetzt immer zur Bergseite hin aus, da fällt man
nicht so tief. Die Neltenerhütte erreicht, machen wir Brotzeit, die Hütte ist
neu restauriert und viele fleißige Hände sind am Arbeiten. Die Touristen werden
derzeit nur in Zelten untergebracht. Die Mulis haben viel zu tun neben Gepäck
für Wanderer schleppen sie Bau- und Einrichtungsmaterial nach oben. Wir ziehen
weiter in Richtung Toubkal, mühsam wird es, ein steiles Geröllfeld hoch dann wie
endlos durch das Kar in Richtung Scharte. Die glühende Sonne wir dann und wann
von einem Wölkchen verdeckt, wie gut das doch tut. Einige Bergsteiger kommen uns
entgegen, betrachten unser großes Gepäck, vermuten schon richtig , wir wollen
die Nacht auf dem Berg verbringen. Der Blick über die Scharte belohnt schon mal
für das bis
jetzt geleistete. Freie Sicht bis in den Anti Atlas. Von diesem ersten Blick
über den Grat und den ersten Blick auf den Gipfel lassen wir uns weiter treiben.
Das Geröll ist locker und oft rutscht der Fuß nach hinten weg, es ist 14 Uhr als
wir „ OBEN „ stehen. Ganz zufrieden mit uns und der Welt. |
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Weitere
Gipfelstürmer treffen ein, eine Herde wilder Ziegen sucht das Plateau nach
fressbarem ab, scheu und wachsam wie Gemsen, beobachten die Tiere uns.
Nach
etwas hin und her, ich will weiter runter zum Schlafen, Uwe will hier bleiben,
schlagen wir in einem kleinen Steinkreis unser Lager auf. Fast gleichzeitig
stellen sich bei uns Beiden Kopfschmerzen ein, kein Hunger, kein Antrieb,
gefällt mir alles ganz und gar nicht. Um 17 Uhr wird es sofort kühl, nach dem
sich Sonne und fast Vollmond die Klinke in die Hand geben. Wir
kuscheln uns in die Schlafsäcke, der Steinkreis schützt uns vor dem Wind. Ich
wache auf, der Mond ist noch nicht viel weiter gekommen. Erst Zwanzig Uhr, wie
frustrierend. Mir ist elend schlecht, der Kopf tut entsetzlich weh, der von Uwe
auch, kriege ich zu erfahren, wir sind endlos erschöpft. Das Herz pocht wie wenn
ich gerade einen hundert Meter Sprint hingelegt hätte, habe ich aber nicht. Aber
von Höhenkrankheit habe ich schon mal was gehört. Es ist mondhell, noch früh am
Abend, eine endlos lange Nacht in diesem Zustand auf 4167m Höhe. Ich will nur
runter, die mondhelle Nacht bietet sich an für einen Abstieg in tiefere
Regionen. Uwe fällt es schwer, aber wir packen und verlassen das gemütliche
Steinnest. Stolpern und Rutschen mehr als wir gehen, die Scharte hinunter und
steigen weit in den Talkessel hinab. Schon bald geht es mir besser, aber der
Brechreiz hat sich durchgesetzt und in einem fort muß ich mich übergeben. Immer
wieder bleiben wir stehen, setzten uns, dann suchen wir einen Platz zum
Schlafen. Alles andere als bequem aber etwas windgeschützt. Das steile Kar
bietet nicht viele Möglichkeiten für ein Biwaklager. Ich fühle mich viel besser,
liege schon an den Felsen gekauert, als ich mich mit samt Schlafsack ( verdammte
Technik ) nochmals über den Felsen gehängt erbreche, Schaum , Galle, eigentlich
nichts mehr. Total erschöpft lege ich mich hin, zufrieden diesen schreckliche
Gefühl los zusein, schlafe in Etappen. Der Boden ist steinig, es ist eng, auch
für Uwe bricht eine unangenehme Nacht an. Kopfweh, Wind , Unwohlsein.
Gelegentlich blinzele ich in den Nachthimmel, Sterne , Sterne, ....als ich
wieder hoch sehe ist es taghell, die Berge gegenüber sind schon vom Sonnenlicht
angestrahlt.
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Donnerstag den 23.09.1999
Abfahrt
um 16.00 Uhr. Kruschtle die Kamera raus, Uwe wacht auf, er sieht gar nicht gut aus, was er
mir auch gleich zurück gibt. Das Kopfweh bei ihm hält immer noch an und es
sollte auch so bleiben bis wir um 14 Uhr am WOMO eintreffen. Der Weg zur
Neltenerhütte ist nicht mehr weit, der viele Müll ist uns beim Aufsteig gar
nicht so aufgefallen. Wir ziehen die warmen Sachen aus, 10 Uhr wolkenlos, es
geht an den Abstieg. 4 Stunden mit nach wie vor schwerem Gepäck, total
übermüdet, Uwe immer noch Kopfweh wie in Trance... Wir kommen an, der
Walnussbaum, unter dem das WOMO steht, wird abgeerntet. Die Windschutzscheibe
und das Solarpanel haben sie mit einer Decke zugedeckt. Bestellen uns Cous Cous,
kochen einen Kaffe, duschen, die Welt sieht schon wieder anders aus. Das Essen
kocht die Frau von Omar, wenn sie da ist und Zeit hat. Der „ Camping Café Omar
le Rouge „ Ortseingang von Armed ist weiter zu empfehlen. Da wir noch nie Cous
Cous gegessen haben, ist es unser Bester. Hoch zufrieden, beschenkt mit
Walnüssen verlassen, wir das Dorf und machen uns
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auf die
steile Abfahrt nach Imlil. Die Straße wirkt gar nicht mehr so dramatisch wie bei
der Anfahrt, kommen gutgelaunt voran. Rechts und links steht ein Walnussbaum am
anderen, dann im Talauslauf säumen Apfel und Quittenbäume die Straße. Fahren
Richtung Tizi -n- Test eine kurvenreiche aber gute Straße, vor dem Tizi bleiben
wir in einem Flußbett stehen. Schlafen auch gleich, der Berg zeigt seine
Wirkung. |
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Freitag den 24.09.1999
Abfahrt
5026 km 9Uhr 30. Nachdem wir ausgeschlafen haben machen wir uns auf, zur
Weiterfahrt über den Tizi –n – Test 2092m. Eine Traumstraße, gesäumt von Thujabäumen windet sie sich
die Berge hoch, auf der gegenüberliegenden Seite wieder zurück und immer höher.
Die Thujas wechseln sich ab mit Pinien und später mit Arganienbäumen. Auf ihnen
klettern die Ziegen herum und holen sich die leckersten Bissen. Auf der Paßhöhe
bietet sich uns ein traumhafter Blick in den Anti Atlas. Wir knacken die Melone
, die wir in einem kleinen Ort erstanden haben und genießen den Moment. Von hier
oben ist schon die erstaunliche Straßenführung zu sehen, die uns bei der Abfahrt
erwartet. Ein wildes Geschlängel, ähnlich einem Dünndarm. Kurz nach der Paßhöhe
halten wir an einer Quelle, so ein Glück. Unsere Wasserreserve ist schon
bedenklich geschrumpft, alle Behälter werden frisch aufgefüllt. Von der S501
biegen wir auf die P32 ein nach Taroudannt, bis Agadir führt die gut ausgebaute
Straße durch kultiviertes Farmland. Orangen, Melonenplantagen, Bananenhäuser.
Soviel ist zu erkennen, alles ist hier hinter hohen Mauern versteckt oder mit
dichten Hecken aus Opuntien und Rotdorn umgeben. Die Menschen sind freundlich
zurückhaltend, wohl an Fremde gewöhnt. Agadier umfahren wir, werfen nur einen
Blick auf den großzügig angelegten Fischereihafen. Agadir macht gute Geschäfte
mit Sardinen in Öl, Touristen usw.....Einige Kilometer hinter der Stadt bleiben
wir am Strand stehen, nähe Paradiese Plage, der Vollmond erhellt die Nacht und
der Atlantik wirkt wie mit Silberfolie überzogen. Ich erhalte die traurige
Nachricht, daß meine liebe Chefin verstorben ist. 3.726 km bis nach Hause.
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Samstag den 25.09.1999
Abfahrt
5294km 8 Uhr. Nach einer windigen Nacht, ist der Morgen kühl und als wir
Frühstücken beginnt es zu tröpfeln. Wir machen uns via P8 auf den Weg nach Essauira. Die Hügel an
der Küste sind mit Sukkulenten bewachsen, sie stehen kurz vor der Blüte. Die P8
führt durch die Hatakette, eine mit Arganienbäumen bewachsene Hügellandschaft
und die Heimat der gleichnamigen Hatanomaden. Wegen den vielen Ziegen ist das
Gebiet stark überweidet, bis in die Baumkronen versteht sich. Überall kann man
die gefräßigen Tiere in den Bäumen klettern sehen. Viel Baumleichen
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sind
Zeugen der Mißwirtschaft. An der Straße gibt es Arganienöl und Honig zu kaufen.
Essauira, wir parken außerhalb der Altstadtmauer, 10 DH so teuer war es noch
nirgends. Erst spazieren wir quer durch den Hafen, ganz interessant zu sehen wie
die alten Trawler repariert werden. Auch ein neues Schiff aus Holz wird gebaut,
alles noch in Handarbeit. Es werden Netze geflickt und Fische ab Boot verkauft,
auf Wunsch auch ausgenommen und entgrätet. Wer will kann an Straßenständen den
Fisch aussuchen und zubereiten lassen. Der Weg entlang der Festungsmauer ist mit
vielen Kanonen bestückt. Die wußten sich in Essauira schon zu wehren. Ansonsten
ist hier alles für den Touristen vorbereitet, nicht arabisch, marokkanisch,
sondern spanisch, andalusisch. Alles sauber und ordentlich, wie geht’s ? du
deutsch?
Durch
Weide und Ackerland fahren wir bis Tleta de Sidi Bouguedra, hier biegen wir auf
die P12 ans Meer ab. Der Wind hat aufgefrischt, vielleicht gelingt es Uwe doch
noch Wind zu Surfen. Die Möglichkeiten ans Wasser zugelangen sind wegen der
Steilküste beschränkt, es ist schon eine Stunde vor Dunkelheit und so fahren wir
an die Plage lalle Fatna.
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Stehen
hier für 3 DH am Parkplatz, 10m über dem
Atlantik, der seine Wellen in gleichmäßigen stetigen Sets, ans Ufer schäumt. Die
milchige Sonne versinkt in den weißen Schaumkronen, nach wenigen Minuten färbt
sich der Himmel und das Meer leicht rosa, immer dunkler zu einem tiefen blutrot
und dann wird es Nacht. |
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Sonntag den 26.09.1999
Abfahrt
5.622 km. Die mondhelle Nacht nutzen einige junge Leute um am Strand zu feiern.
Nur begleitet von rhythmischem Klatschen und Zurufen, tanzen zwei Männer am
Strand, wirbeln mit ihren Schatten im Kreis. Das Fest ist vor Mitternacht vorbei
und am Platz kehrt Ruhe ein. Nur noch das Rauschen der Wellen begleitet unseren
Schlaf.
Gegen
7 Uhr verlassen wir den Platz und fahren entlang der meistens steil
abfallenden Küste, durch die Doukkala, eine Lagune und die fruchtbarste Gegend
von Marokko. Das Städtchen El Jadida liegt schön am Wasser, wir sehen ein
Schiffswrack am Stand liegen und verbinden die Besichtigung mit dem Mittagessen.
Bei Safi el Jadida verlassen wir die S 121 und fahren auf der P 8 den direkten
Weg nach Casablanca. Dies ist die drittgrößte Stadt auf dem Afrikanischen
Kontinent. Die Slums sind größtenteils hinter Mauern verborgen, aber wir können
sehen, so armselig eine Hütte auch ist, die Satelitenempfangsanlage ist auf dem
Dach. Zumindest in den Gebieten entlang der Autobahn, die wir nun bis Rabat
befahren. Diese neue Schnellstraße ist fertiggestellt bis Larache und soll bald
bis Tanger führen. Über Sale geht es auf der P2 nach Kenitra, wo ich ein letztes
mal Fladenbrot kaufen. Bei Souk el Arba du Rharb tankt Uwe noch für die letzten
Dirham. 15 Tage ist es her, das wir aus Tanger kommend hier waren. Damals fuhren
wir nach Meknes. Die P2 führt nach Larache, das wieder ganz nahe am Meer liegt,
nun ist es nicht mehr weit über Asiab nach Tanger, wo wir den Grenzübertritt
heute noch hinter uns bringen möchten. Ein letzter zauberhafter Sonnenuntergang,
als wir die Küste bei Asilah passieren. Bei Dunkelheit fahren wir in Tanger ein,
finden gut zum Hafen und sind heilfroh unser Ticket zu haben. Wie ein Schwarm
Geier fallen die Verkäufer über uns her, wollen das Geschäft des Tages machen.
Die „ Hilfe „ beim Ausfüllen der Einreisezettel, Passkontrolle und viel winken
beim Vorfahren zum Zoll kosten uns 6 DM, aber was soll’s, das gehört hier dazu.
Die Zollkontrolle beschränkt sich auf viel klopfen mit dem Schraubenzieher rund
ums WOMO und ganz besonders interessant ist der doppelte Boden. Ohne großes
Ausräumen sind wir durch, erleichtert steuern wir den riesigen leeren Bauch der
Fähre an, es ist 19 Uhr 30. Die Ausreise hat gerade mal eine Stunde gedauert,
also Bestzeit. Um 20 Uhr legt die Fähre ab, keine 20 Autos sind geladen, ein
schönes neues Schiff. Stehen an Deck, die Lichter von Tanger werden kleiner. Die
Sicht ist so klar, daß wir bis nach Tarifa sehen können, die Nacht ist hell und
windstill. Aufwiedersehen Afrika, es war sehr eindrucksvoll, was wir alles
erlebt und gesehen haben und wir haben noch längst nicht alles gesehen. Die
Einreise nach Spanien beschränkt sich ebenfalls auf ein wenig klopfen und sehr
ignorierendes Getue. Vielleicht weil heute Sonntag ist. Als kleine Besonderheit,
haben die Spanier für aus Marokko kommende Fahrzeuge die Desinfektion
eingerichtet. Alle müssen durch eine Kuhle mit Flüssigkeit fahren was auch immer
da desinfizierendes drin sein mag , wir tun es den anderen gleich und fahren
durch. Von Algecieras sind es noch 30 Minuten bis zum Hostal,
windstill, mondhell, Meeresrauschen, Europa hat uns wieder. Tanger leuchtet in
dieser klaren Nacht gut sichtbar über die Straße von Gibraltar. Kilometerstand
6.283.
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Dienstag den 28.09.1999
Abfahrt
7200 km 9Uhr 30 bis Santa Maria
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Mittwoch den 29.09.1999
Abfahrt
8102 km 9Uhr
Chaotischster
Platz der Reise Dorfplatz vor Orange
Ankunft
Buching 23 Uhr 30
Kilometerstand
9020 km
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