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Namibia |
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Sossusvlei |
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1999 |
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Inhaltsvereichnis:
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Freitag: |
Kapstadt =>
Grenze Namibia |
Camp 1 |
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Samstag: |
Nordoewer => Ai - Ais => Hobas |
Camp 2 |
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Sonntag: |
Fishriver-Canyon => Seeheim => Aus |
Camp 3 |
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Montag: |
Lüderitz =>
Halbinsel |
Camp 4 |
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Dienstag: |
Kolmanskuppe
=> Aus => Tirasberge => Helmeringshausen |
Camp 5 |
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Mittwoch: |
Betta =>
Nubibberge => Sesriem => Sossusvlei |
Camp 6 |
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Donnerstag: |
Sesriemcanyon => Solitaire => Kuisebpaß =>
Walvishbay |
Camp 7 |
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Freitag: |
Swakopmund => Cap Cross => Winston |
Camp 8 |
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Samstag: |
Swakopmund
=> Mondlandschaft => Welwitschiadrive |
Camp 9 |
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Sonntag: |
Blutkuppe =>
Groottinkas => Bosuapaß => Komaskochland |
Camp 10 |
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Montag: |
Windhoek =>
Keetmanshoop |
Camp 11 |
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Dienstag: |
Kapstadt |
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Gedanken: |
-
Ein Ort der Stille
-
Die Wüste lebt
-
Berge wie Inseln in einem
Meer
-
Der älteste Sandkasten
der Welt mit den höchsten Dünen
-
Wüste, ein Ort wo die
Dämonen hausen, wo der Mensch auf die Probe gestellt wird, Wüste
Städte der Reinigung und der Zuflucht (aus Neues Testament)
-
Die Wüste ist eine
spirituelle Landschaft. Wer die Wüste betreten will, muß werden wie
sie, tabula rasa in sich machen (aus Die Frau des Zauberers)
-
Wüste, ein Ozean aus
Sand, Wüste, wenig Mensch, viel Natur
-
Man braucht für ganz
starke Erlebnisse viel Muße
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Unsere
Reiseroute vom 02.04.1999 bis zum 13.04.1999 |
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Reisebericht Namibia 1999 |
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Donnerstag
01.04.1999
Gabi
Nein,
kein Aprilscherz. Ich bin wirklich wieder in Südafrika angekommen. Zum
Frühlingsanfang wurde die Zeit in Deutschland auf Sommerzeit umgestellt.
D.h., ich bin eine Stunde früher als Uwe vor 2 Wochen gestartet. Nunmehr
sitze ich da am Flughafen im heißen Südafrika. Entsprechend der
Zeitumstellung in good old Germany wurde ich natürlich 1 Std. später
abgeholt.
Uwe
Gut daß ich doch gleich beim
Terminal hineingeschaut habe. Wollte eigentlich draußen warten und schauen
wenn der Flieger landet. Habe ein einsam dasitzendes Mädchen gefunden. Habe
es mit Sack und Pack in meinen Kral mitgenommen.
11 Stunden Flug und spät am
Abend ich bin dementsprechend müde. Wir entsagen dem Nachtleben von Kapstadt
und fahren auf dem direkten Weg nach Hause. Im Basislager angekommen
tauschen wir die Neuigkeiten der letzten 14 Tage aus und planen den nächsten
Tag.
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Freitag
02.04.1999
Karfreitag, auch hier haben die Geschäfte geschlossen, in weiser Voraussicht
hat Uwe gestern schon eingekauft. Das Reisefieber packt uns auch gleich
und in Windeseile ist der Nissan eingeräumt mit allem was uns wichtig
erscheint.
Uwe
Hatte die letzten 2 Wochen so
allerlei Besorgungen gemacht wie z.B.:
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3 x Wasserkanister a) 35 ltr.
-
2 x Krafstoffkanister a) 20
Ltr.
-
2 x Verstauboxen
-
1 x Kühlbox
-
1 x Abschleppseil 2.500 kg
-
1 x Transistorleuchte
-
3 x Gaskartuschen a 400 gr.
-
1 x Aufklappbares Dachzelt
-
und so allerlei Lebensmittel
die nicht gleich bei warmen Temperaturen verderben.
Auch den Sani habe ich noch zur
Inspektion gebracht. Man hatte eine Undichtigkeit im Kühlsystem festgestellt
und den Kühler ausgetauscht. Vorher hatte ich auch die Batterie, sie war
schon in einem sehr schlechten Zustand, gegen eine 100 Ampere-Batterie
ausgetauscht. Der Auspuff war auch z.T. durchgerostet, so daß ein Stück Rohr
ersetzt wurde.
Ich denke, ich hoffe, der Sani
wird es uns danken und uns auf unserer Reise die Treue halten.
Am Ende der Tour
sollten wir es dann ganz genau wissen was zu den wichtigen und was zu den
entbehrlichen Dingen gehört, bei einer Reise die uns ja schließlich auch
ganz gezielt in die Wüste führt. Irgendwie hätte ich mir Sandbleche
gewünscht, bei all dem Sand, den ich gedanklich schon auf mich zukommen
sehe. Aber Uwe vertraut voll und ganz den 4x4 Antrieb und dem
Abschleppseil. Als wir aus der Hofeinfahrt raus fahren und einen Letzten
Blick zurück auf unser Zuhause werfen, macht sich dieses Bitzeln in der
Magengegend bemerkbar, schön ist das .
Gegen 12 Uhr verlassen wir Kapstadt und fahren auf der Westcoaststraße über Atlantis
nach Darling. Von weitem schon sehen wir einen Zug und wir beschließen
zu halten um ein Bild zu machen. Dem Endlos langen Wurm waren vier Loks
vorgespannt und das Gespann kommt genau vor uns zum Stehen. Wir fahren
nun Richtung A7 und erreichen Clan Williams, ein kleiner Ort am Olifantsriver. 22O km von Kapstadt entfernt koche ich uns hier am Clan William Staudamm den ersten Kaffee. Durch den Fluß und den Stausee ist die
Gegend hier sehr grün und das Citrusdal ist für seine Plantagen bekannt.
Die doch recht imposante Höhe der Staumauer läßt die Größe des Sees
erahnen. Das Wasser hat eine satte blaue Farbe und der See lädt zum Baden
ein. Wir wollen aber weiter, es wird zunehmend wärmer und der Anblick
eines vollklimatisierten Reisebusses erinnert uns, wir können ja auch
einen fahrenden Kühlschrank aus unserem Nissan machen. Doch wir wollen das
Beide nicht. Wie ein Wegweiser verrät, sind wir noch 12O km von Springbook entfernt, als die Sonne im Begriff ist unterzugehen. Kurz vor
dem Dunkelwerden biegen wir nach Bitterfontain die Erste Rechts ab, zu
beiden Seiten des Feldwegs sind Zäune. Ein Umstand der uns bis zum Ende
der Reise täglich begleitet und die Frage, ob hier das Land eingezäunt
ist oder der Weg, hat noch keine klare Antwort gefunden. Wir haben einen
guten Riecher und von der Ferne sehen wir eine Bauruine. Da wollen wir
hin. Das Gatter lässt sich problemlos öffnen und ein verwachsener Weg
geleitet uns zu unserem Camp1. Es ist ein Haus, das nie die Decke im ersten Stock bekommen hat, die Fenster und Türstürze brechen
bereits wieder ein, der Fußboden ist mit Sand und Schafskot bedeckt. Wir
haben das Dachzelt aufgebaut und backen Pfannkuchen. Ein launischer Wind bläst immer
wieder mal die Kocherflamme aus. Es ist schon längst dunkel. Wir sitzen noch
bei einem Glas Wein und sehen zu, wie sich der orangegelbe Mond über den
Horizont schiebt. Die Ruine wird in ein blasses Licht getaucht. Die Nacht
wird hell, am mit Sternen übersätem Himmel sehen wir das Kreuz des Südens.
Unsere eigenen Sternbilder können wir nicht ausmachen.
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O3.O4.1999
Samstag
Guten Morgen
Afrika. Die Nacht war ruhig. Mit der Morgendämmerung wachen wir auf. Nach
Sonnenaufgang und Frühstück entdecke ich vor der Ruine ein Schafsskelett,
vielleicht ein gewaltsamer Tod, wir wissen es nicht. Wir werden auf unsere
Reise dem Tod noch öfter begegnen, der ebenso wie das Leben, über eine
Vielzahl von Spielarten verfügt.
Es ist schon sehr
warm als wir uns gegen 8.30 auf den Weg machen. Die Landschaft zeigt sich
wenig einladend, mausgraue Schutthügel auf gelbem Sand, endlose Zäune
begleiten uns rechts und links der Straße. Einzelne Büsche und Grasbüschel, die Straße führt geradeaus von einem Höhenzug über den Nächsten. Wir halten
bei einer Tankstelle, fotografiere die Kirche, laufe ein bisschen herum,
sehe die Leute an, die sehen mich an. Uwe nutzt den Aufenthalt zur
morgendlichen Rasur. Der Ort strahlt am späten Vormittag schon eine
ermüdende Trägheit aus, wie mag das hier erst am Nachmittag sein?
Wir fahren weiter.
Kurz vor der Grenze sehen wir in einem ausgetrockneten Flussbett einen alten
Friedhof. Wir beschließen hinabzusteigen. Alles ist ziemlich verkommen. Als
Grabschmuck dienen Gläser die mit den unterschiedlichsten Kleinodien gefüllt
sind. Von Rosenkränzen, über Medizinfläschchen, Muscheln, Steine, aller
mögliche und unmögliche Nippes den man sich vorstellen kann. Es ist sehr
heiß. Hier unten regt sich kein Lufthauch.
Wir fahren weiter
und bringen den Grenzübertritt hinter uns. An sich unproblematisch, nur sind
wir es so nicht gewohnt. Das Fahrzeug muss geparkt werden, man geht zur
einen Türe rein, füllt einen Zettel aus und geht zur anderen Türe wieder
raus. Die Grenze wird somit praktisch zu Fuß überschritten. Es ist 13 Uhr
als wir die Grenze passieren. Ein Schild <welcom to Namibia> begrüßt uns. An den Ufern des Oranje , der die natürliche Grenze bildet,
wachsen Palmen und allerlei anderes Grünzeug. Wir tanken und biegen ab auf
die Piste Richtung Ai-Ais. Der Nissan lässt sich mit Tempo 80 - 100 auf der
Waschbrettpiste prima fahren. An einer großen Wasserlache machen wir
Brotzeit. Einzelne Fahrzeuge die
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Grenzübergang Nordover |
Flädlesuppe
kurz vor Ai-Ais |
vorbeikommen
ziehen riesige Staubfahnen hinter sich her, wir natürlich auch. Gegen 16
Uhr sind wir in Ai-Ais angelangt . Heiße Quellen und ein lehmfarbener
lauwarmer Fischfluss laden nicht gerade zum Bade ein. Uwe tut es doch,
das Wasser ist gerade mal Oberschenkeltief, also eher plantschen als
schwimmen. Dieser Ort besteht aus einem Campingplatz und einem Laden mit
Café, es gefällt uns hier gar nicht. Wir fahren weiter Richtung Hobas,
suchen uns einen Platz für die Nacht. Da wir uns im
Naturschutzpark befinden sind die Zäune verschwunden, aber es ist nicht
erlaubt frei zu campieren. Wir wissen von nichts und finden einen hübschen
Platz (Camp 2) zwischen den Hügeln. Wir sind ganz zufrieden mit Flädlesuppe und Windhoeklagerbier. Die Grillen zirpen, die Fliegen sind
lästig und ganz dicke Käfer brummen im Gebüsch. Ein Klack, klack, klack,
kann ein Vogel sein, ist eben mit Einbruch der Dämmerung aufgewacht. Es ist
warm, sehr warm, die blaue Stunde hat sich verabschiedet, Uwe liegt am
Boden und sieht in den afrikanischen Sternenhimmel, sein erster Wüstentag
liegt hinter ihm .............
Doch die Nacht hat
einen besonderen Eindruck für uns auf Lager, dieses Klack, klack ,klack,
hat sich von einem netten abendlichen Konzert zu einer chaotischen Nerverei
entwickelt in einer Lautstärke die keinen Schlaf mehr zulässt. Erst in den
frühen Morgenstunden findet dieser Reigen ein Ende und viel lieblicher
klingen uns die Vögel, die in den Hügeln den anbrechenden Tag verkünden. So
ganz können wir die Stille der Wüste, von der so oft die Rede ist,
zumindest für heute Nacht nicht nachvollziehen.
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04.04.1999
Ostersonntag
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Auf dem Weg zum
View Point sehen wie erstmals richtig viele Köcherbäume. Der Morgen ist
noch gnädig kühl und wir trödeln, fotografieren, nutzen das weiche Morgenlicht. Dann zieht uns die grandiose Landschaft des Fischrivercanyons in ihren Bann. Wir machen uns an den Abstieg, völlig
problemlos, aber wir sind viel zu spät dran. Die wenigen Menschen
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Fishrivercanyon |
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welche uns begegnen
schwitzen mächtig beim Aufstieg. Da haben wir noch was vor uns. Kümmert uns
aber alles nicht und wir tauchen genussvoll ein in eine Welt aus riesigen
Steinblöcken und jahrhunderte alten Auswaschungen. Steinmännchen weisen uns
den Weg und bald meine ich auch schon Wasser plätschern zu hören. Die Canyonwände ragen zu beiden Seiten steil auf aber das Ganze gewinnt keinen
bedrohlichen Zug, es ist nur schön. Wir sind auch schon da. So etwa 1,5
Stunden nimmt der Abstieg in Anspruch, Zeit zum Schauen und Fotografieren
inbegriffen. Der Fluss hat hier die gleiche lehmige Farbe wie in Ai-Ais, wo
er hin fließt, aber das Wasser ist kühl und wir verbringen einige Zeit
damit, uns von der Sonne trocknen zulassen und im Wasser die Abkühlung zu
holen. Der Fluss hat hier ein tiefes Bett und wir können richtig schwimmen, den Aufstieg in der Mittagshitze vor Augen, liegen wir im kühlen Nass. Wir
verlassen schweren Herzens diesen wunderschönen Ort und machen uns mit 6
Litern Flüssigkeit an den Aufstieg. Schon nach kurzer Zeit schwitzen wir und
nutzen die spärlichen Möglichkeiten im Schatten zu stehen. Steinmännchen
zeigen uns den Weg nach oben, gelegentlich weht ein leichter Windhauch und wir
sind froh um unsere Kopfbedeckungen. Fotos entstehen beim Aufstieg wenige,
alles ist so anstrengend bei der Hitze. Wir nehmen die alte Vespa gar nicht
mehr wahr über die wir vor drei Stunden noch so gelacht haben. Als wir den
"Gipfel" erreicht haben, sind wir schon froh, das es kein Zweitausender
ist.
Wir machen uns auf
den Weg nach Seeheim, ich fahre auch mal, was ein Spaß, das Auto fährt sich
vom allerfeinsten und Uwe hat Zeit ein wenig die erblühte Wüste zu
betrachten. Es muss heftig geregnet haben, die Straßen sind leicht ausgespült
und das Grün, die erblühten Blumen auf dem roten Sand sprechen eine
deutliche Sprache. Die Sonne neigt sich dem Untergehen entgegen und wir
suchen einen Platz (Camp 3) für die Nacht. Kaum angekommen und Licht
gemacht, fallen
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kriechend, fliegend und krabbelnd die
Menschen fressenden Tiere über uns her. Es ist
Ostersonntag und wir essen Gurkensalat, Becamelkartoffel,
Eierkäseomlett mit Rotwein und zum Dessert Kaffee à la Osterei von
Würkert. Bei Dunkelheit geduscht, man will ja kein Schwein sein, aber
auch nicht bei lebendigem Leib von den Mücken vernascht werden. Als wir
endlich geschafft im Zelt liegen, mit Blick Richtung Osten, geht der
Mond auf. Das riesige rötliche oval schiebt sich über den östlichen
Horizont, genau an dieser Stelle wird uns morgen früh die Sonne
begrüßen. |
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Abendstimmung |
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05.04.1999
Ostermontag
Eben geht die Sonne
auf, schiebt sich in einen wolkenlosen Himmel, aus sattem blau. Ein
wunderschönes Vogelkonzert erleichtert die morgendlichen Aktivitäten. Die
Nacht war warm, besonders gut haben wir heute nicht geschlafen, kein
Lufthauch hat sich geregt. Eine ruhige Nacht, keine Tiere, keine Autos, wir
stehen an einer Nebenstraße zur Hauptstraße nach Lüderitz. Auch beim
Frühstück werden wir sofort wieder von diesen blutgierigen Flugtieren
angefallen, wir beeilen uns. Der Rückweg zur Hauptstraße ist gepflastert
mit diesen hübschen gelben Blumen, es hat wohl auch geregnet hier und
überall wo das Wasser über die Straße lief blühen jetzt auch die Blumen. 300 km nach Westen,
Lüderitz wollen wir heute erreichen. Die Vegetation wird spärlich, aber es
hat geregnet und die Wüste ist erblüht. Nach und nach kommen wir in die
Gebiete wo der Sand fliegt, die Berge des Namib Naukluftparkes stehen, wie
eben aufgetaucht im Sand. Ohne Übergang ragen sie aus der platten
Wüstenlandschaft 1.500m in den wolkenlosen Himmel. In Mitten dieses
Wüstenzaubers gönnen wir uns ein zweites Frühstück. Wir tanken in Goageb,
nichts aber auch gar nichts freudiges an diesem Ort. Fahren weiter nach Aus, schon etwas mehr Häuser, eine Kirche, Geschäfte alle geschlossen, auch
hier ist Ostermontag ein arbeitsfreier Tag. Die Straße ist teilweise
regelrecht mit Sand überweht , wir nähern uns dem Meer, die bisher endlos
gerade Straße macht ein paar Kurven, wir sind in Lüderitz, auch hier,
Sonntagsruhe. Fahren raus zur Agathabeach, mit dem 4x4 bis an den Strand,
schön ist das. Dann besichtigen wir Lüderitz, die Sonne verzuckert uns
diesen Tag, wir wissen sehr wohl das es hier häufig neblig ist. Wir machen
noch eine Rundfahrt auf die Lüderitzhalbinsel, wo wir einen wunderschönen
Platz (Camp 4) für die Nacht finden. Wir genießen die kühle Luft nach
Tagen der Hitze in der Wüste. Die Sonne verabschiedet sich durch ein
riesiges Felsentor und die Brandung wiegt uns in den Schlaf.
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Dienstag
06.04.1999
Nach kühler Nacht
aufgestanden. Die Sturmvögel sitzen auf einem Felsen im Meer. Ein weiterer
riesiger Schwarm in der Nähe des Bogenfelsens, sie machen ein mords Geschrei.
Wir fahren nach Lüderitz zurück, holen im Informationsbüro ein Permit für
Kolmannskuppe.
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Kolmannskoppe die Geisterstadt |
Die Wüste holt sich wieder ihren
Teil zurück |
Wir befinden uns in
einer Geisterstatt. Was ist hier passiert. Im Jahre 1908 verrichtete der
Oberbahnmeister August Stauch mit 20 Schwarzen seinen Dienst, indem sie die
Bahngleise Lüderitz - Keetmanshoop verlegten. Der Bahnarbeiter Zacharias
Lewala brachte Strauch einen Fund mit dem Hinweis, es könnte sich um einen
Diamanten handeln. Dies war im Prinzip der Anfang von Kolmannskoppe. Hier
entstand ein voll intakter Ort im kolonialen Baustiel mit all seinen
Annehmlichkeiten wie zu hause. Der große Unterschied. Drum herum war nichts
als Sand, Sand und nochmals Sand. So haben sich hier Dinge ereignet, die
einem wie ein Märchen erscheinen. Im Diamantenabbaugebiet Märchental hatte
ein Gesandter Deutschlands gezeltet, er erlebte dort im Tal, wie es Nachts
bei Mondschein überall funkelte. Das funkeln kam von den Diamanten die hier
im Sand lagen. Man brauchte sie nur noch auflesen. Als diese Informationen
nach Deutschland durchdrangen, wachte man auch dort auf und der Ansturm
begann.
August Stauch hatte
sich seine Schürfrechte gesichert und wurde ein reicher Mann. Am Entstehen
und Funktionieren von Kolmannskoppe hatte Stauch einen großen Anteil. Es
hatte alles, was einem das Leben angenehm machen konnte. Bäckerei,
Schlachterei, Schule, ja sogar ein Kasino kam später hinzu.
Nach dem ersten
Weltkrieg heimste sich Oppenheimer mit seiner Diamantengesellschaft De Beers
auch dort alles ein. Es lief danach aber alles weiter unter deutschem know how. Als man in den fünfziger Jahren, am Oraniegmund auf größere Vorkommen
stieß, wurde Kolmannskoppe geschlossen.
Man kann heute nur
noch die Pracht von damals erkennen. Mut und Abenteuerlust bedurfte es wohl
aber trotz all dieser Annehmlichkeiten, die man sich hier schaffte. Die
Häuser stehen mitten in der Wüste. Es gibt hier keinerlei Vegetation. Nun
nagt der Zahn der Zeit an den Bauten und die Wüste holt sich alles wieder
zurück, was man ihr versucht hat abzuringen. In den Stuben häufen sich
Sandberge auf, die der Wind hier herträgt. Die Schule ist schon bis zum
Dach völlig zugeweht.
So wie mit
Kolmannkuppe endete es auch mit August Stauch. Als er 1947 in Eisenach
starb, war er ein armer Schlucker und besaß gerade noch 2,50 Mark. Inflation
und Weltwirtschaftskriese in den zwanziger Jahren und zwei Weltkriege
machten sein gesamtes Vermögen wieder zunichte.
Wir besuchen noch
den Friedhof. Gräber, die seit vielen, vielen Jahren niemand mehr besucht
und wohl auch niemand mehr besuchen wird. Ein Schwarzer in gelber Montur
hält hier alles in Ordnung.
Zurück über Aus und
dort nach Helmeringshausen, wir durchfahren ein schönes Hochtal, es
hat auch hier geregnet und überall leuchten die gelben Blumen und das
silbern schimmernde Federgras täuscht dem Auge ein riesiges Meer mitten in
der Wüste vor. Uns begegnen kurz vor Helmeringshausen ein paar Schwarze, die
wie wild ihre Pferde vor den Karren antreiben, an der Tankstelle erfahren
wir, dass es sich nicht um ein Pferderennen handelt sondern die
Männer sind betrunken, am frühen Nachmittag.
Für die Weiterfahrt
wählen wir eine Nebenstrecke über einen fruchtbaren Höhenzug und sehen wieder
die riesigen Nestbauten der Siedelwebervögel. Ein sehr geselliges Volk. Der Sand hat
nun eine tiefrote Farbe angenommen. Im Abendlicht verstärkt sich der
Farbaspekt noch mehr. Wir stehen für die Nacht in einem trockenen
Flussbett hinter der Abzweigung nach Betty Camp (Camp5). Am Abend
sehen wir noch Schakale. Um unsere Vorräte zu schützten, schließen wir
die Türen und Fenster am Auto. Eine einsame Kerze im Sand hält uns die
Mücken beim Abendessen vom Leib, ob sie auch die Schakale, welche wir
kurz vorher gesehen haben, verscheucht?
Die ganze Nacht
weht ein munterer Wind, die Grillen zirpen unaufhörlich und in den
Morgenstunden hören wir wieder eines dieser schönen Vogelkonzerte.
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Mittwoch
07.04.1999
Wir sitzen schon
beim Frühstück, als die Sonne aufgeht und die Gegend, bedingt durch den
roten Sand, blutrot zu leuchten beginnt. Ein kurzes aber imposantes
Schauspiel. Uwe liest zum Frühstück die <Allgemeine Zeitung> das älteste
Tagblatt von Namibia. Ausgabe von vor 14 Tagen.
Auf der
Weiterfahrt durch landschaftlich weiterhin schöne Regionen sehen wir hin und
wieder die ersten roten Sanddünen so wie wir sie aus Abbildungen über das Sossusvlei kennen. Diese Dünen heben sich farblich sehr stark von der
übrigen Landschaft auf Grund ihres roten Sandes ab. Gegen Mittag erreichen
wir das Sesriem Camp wo wir nochmals voll tanken und ein Permit lösen für
das Sossusvlei, welches wir nach 65 km erreichen. Wir tauchen ein in eine der
wohl schönsten
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Auf dem Weg zur höchsten Düne |
völlig erschöpft |
Wüstenregionen
dieses Erdballs. Diese Wanderdünen sollen vor 250 Millionen Jahren entstanden
sein, indem der Oranje aus dem Kalaharigebiet den roten Lateritboden
geschwemmt haben soll, der Benguelastrom ihn bis nach Lüderitz geschwemmt
hat und dann der Süd - West - Passat ihn bis hier her geweht hat. Bei dem Sossusvlei handelt es sich um eine Lehmbodensenke, umgeben von bis zu 300m
hohen Dünen. Nach 60 km Anfahrt ist die Weiterfahrt nur noch für 4x4
Fahrzeuge erlaubt. Wir erkennen schnell die Grenzen unseres vielgeliebten
4x4 Nissan Sani. Nach ca. 500 m durch tiefen Sand steigt das Thermometer
beängstigend in den roten Bereich, wir bleiben stehen, lassen die Heizung
auf voller Stufe laufen. Nach dem sich die Temperatur etwas gesenkt hat
wollen wir weiter fahren. Geht nicht. Wir bewegen uns lediglich noch
rückwärts und zwar die gesamten 500m in dem tiefen Sand zurück. Dann
überlegen wir, was wir tun, da ein überhitzter Motor schnell zu einem
Kopfdichtungsschaden führen kann. Wir nehmen einen zweiten Anlauf von der
anderen Seite und schaffen es mit einer Pause. Jetzt sitzen wir hier in der
mittäglichen Hitze unter einem Schatten spendenden Kameldornbaum und essen
erst mal was.
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| Licht + |
250 Mio. alter
Sandkasten |
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| Schattenspiel |
Die Dünen gelten
als die Höchsten !? |
Gegen 16Uhr
beschließen wir noch zum Sonnenuntergang auf eine Düne zu gehen,
zuvor aber aus dem stark sandigen Teil raus zu fahren. Diesmal klappt es mit
unserer Durchquerung besser und vor allem in einem Stück. Nach ca. 3 km
parken wir den Wagen unter einem großen Baum. Wir haben auf der Nordseite
eine sehr große Düne ausgemacht und wollen diese besteigen. Wir quälen uns
auf dem Grat der Düne nach oben. Die Dünen werfen schon Schatten. Fast oben
angekommen, genießen wir das Licht und Schattenschauspiel. Als die Sonne
noch flacher scheint nimmt die Farbintensität stark ab und die Schatten
werden zu groß. Also machen wir uns auf den Herunterweg und fahren bei
Dunkelheit zurück. Da der Eingang am Sossusvlei Camp geschlossen ist
übernachten wir gezwungenermaßen auf dem Campground (Camp 6). Auf dem
Rückweg erschien im Scheinwerferlicht eine Oryxantilope.
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Donnerstag
08.04.1999
Sind gegen 5.30 Uhr
aufgestanden, es ist noch völlig dunkel, auf dem Campingplatz ist ein Wahnsinnsgewusel. Fast alle sind schon auf, wir frühstücken und fahren vor
Sonnenaufgang an den Sesriemcanyon. Jetzt sitze ich hier und lausche den
vom Wind erzeugten Tönen, anders kann ich mir das nicht erklären, die im
Canyon erzeugt werden. Eben habe ich mich davon überzeugt, das die Töne von
den im Canyon nistenden Tauben erzeugt werden. Die Sonne ist soeben
aufgegangen und ein schöner neuer Tag erstrahlt.
Sesriemcanyon. Von
oben ist er nicht zu sehen . Die Auswaschungen verbergen sich unter der
Ebene. Wer die Stelle nicht weiß, fährt daran vorbei . Nach einem kurzen
Abstieg tut sich unten eine große Schlucht auf. Zur einen Seite hin öffnet
der Canyon sich und zur anderen Seite verengt er sich bis auf wenige Meter.
Es gibt hier skurrilste Auswaschungen zu sehen, riesige Durchblicke,
bedrohliche Überhänge, einzelne Gumpen bieten den hier lebenden
Kleinstlebewesen, Tauben und (Canyonaffen???) das Grundnahrungsmittel
Wasser. Eine schmale Stelle, rechts und links steil aufragende Wände, der
Versuch das Wasserloch zu durchwaten gelingt nicht.
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Die Hüllen ganz
fallen zu lassen scheint es uns nicht wert, also drehen wir um. Uwe
glaubt wieder mal an seine letzte Stunde, er ist am verhungern
(Frühstück war vor 3 Stunden) und die ganz große Müdigkeit, welche das
weltliche Ende anzeigt, holt ihn ein. Also raus aus dem Sesriem und
einen schönen Platz für ein zweites Frühstück gesucht, wieder mal unter
einem Kameldornbaum, in Richtung Walfischbay. |
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Sesriemcanyon (6 Riemen tief) |
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Wir überqueren den
Kuisebpass (Wenn Krieg kommt gehen wir in die Wüste von Henno Martin), eine
sich 9km schlängelnde Straße. Der weiße Wurm windet sich hoch und tief
durch eine wundersame Hügellandschaft, die Schiefer ähnlichen Berge liegen
alle schräg und sind mit einem grünen Hauch überzogen, dazwischen könnte
man meinen, liegen tausende von Diamanten verstreut. Es glitzert und
leuchtet wie im <Märchen>. Wir befinden uns auf 1.500m Höhe und es ist nach
wie vor sehr heiß, der Wind, der hier ganz heftig bläst ist wie ein riesige
Heißluftföhn. Vor uns, als der Pass ausläuft, die beiden jungen Deutschen
mit ihrem geliehenen Womo, sieht nach Motorschaden aus, so auf den ersten
Blick. Um es nicht zu vergessen, wir befinden uns nach wie vor mitten in der
Wüste. Nach ein wenig hin und her schleppen wir die Kiste 126km nach
Walfischbay ab. Gut, dass kein ernsthafter Anstieg mehr kam, da sonst wohl
der Jeep heiß geworden währe. Also im 3. Gang mit 80 Sachen über die
Waschbrettpiste mit dem Womo im Schlepp. In Walfischbay angekommen, fahren
wir die erste Tankstelle an. Durch die Steine, die von unseren Autoreifen
aufgewirbelt wurden, sind die Scheinwerfer am Womo kaputt gegangen. Die
Windschutzscheibe hat einen Sprung und die Inneneinrichtung ist total
zugestaubt. Schöne Bescherung, aber besser so als immer noch in der Wüste
stehen. Bei unserem Nissan haben wir auch den ersten Schaden, der schon mal
geschweißte Auspuff ist wieder gebrochen. Hier im Städtchen ist das kein
Problem. Wir finden eine Werkstatt wo der Schaden binnen einer knappen
Stunde für 145 Rand behoben wird. Walfischbay war mal Südafrika zugehörig,
und so ist es nicht verwunderlich, das es auch wie ein klein Kapstadt ist.
Geschäftstüchtig, nett, freundlich. Aber es gibt nicht viel zu sehen. So
fahren wir weiter und suchen nach Swakopmund einen Platz für die Nacht. Wir
tun uns schwer in dieser genial platten Landschaft, unser Zeltaufbau ist
km-weit zu sehen (Camp 7). Irgendwann war es dunkel und dann war uns
das auch alles egal. So nahe am Meer, es ist kalt und windig. Käseplatte
mit Weintrauben, Äpfeln, Fischfrikadellen mit Salzkartoffel, Rotwein. War ein
langer Tag, wir sind mit den Hühnern aufgestanden, die dann alle zum Sossusvlei raus gefahren sind, nur noch schlafen bitte.
Dieses Land hat uns
schon so viele Gesichter gezeigt, es ist wunderschön und die Eindrücke, die
wir teilen, gewinnen durch das gemeinsame Erleben an Tiefe.
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Freitag
09.04.1999
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Es ist recht
kühl, in langen Hosen und den dicken Jacken sitzen wir schon beim
Frühstück, es ist neblig und ungemütlich. Wir brechen auf zum Cape
Cross. Wolken verhangener Himmel, wir lösen uns ein Permit und fahren
die paar hundert Meter |
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Cape Cross |
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noch raus.
Ohrenbetäubendes Geschrei empfängt uns. Es liegt ein beißend schwerer
Ammoniakgeruch in der Luft. Anscheinend sind auch alle 80000 - 150000 Robben
zuhause. Der Strand ist gepflastert mit Tieren aller Größen . Der Liegeplatz
wird ebenso energisch verteidigt wie das eigene Junge. Doch es ist an der
Tagesordnung das Jungtiere bei Rangordnungsrangeleien zertreten werden. Auf
den riesigen Wellen tummeln sich Tausende dieser hervorragenden Schwimmer .
Gegen
Mittag fahren
wir weiter. Immer die Küste entlang um das Wrack der Winston, 1960 hier
gestrandet, zu besichtigen. Der Zahn der Zeit hat gewaltig genagt, es ist
so gut wie nichts mehr übrig. Ein klägliches Häufchen Schrott, da war die Takker am Cap der Guten Hoffnung noch in vergleichsweise gutem Zustand.
Auf dem Rückweg
nach Swakopmund finden wir eine Walfischrippe, ein passendes Souvenir von
der Skelettküste. Unser Übernachtungsplatz in einem trockenen Flussbett (Camp
8) vor Swakopmund eigentlich sehr schön, nur ist es hier viel zu kalt.
Rindfleischsuppe wärmt uns von innen, dann geht es weiter mit Bratkartoffel, Gemswurst, Eier...
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Samstag
10.04.1999
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Nach dem am
Vortag hier noch die Sonne schien, da wir aus der Nebelzone heraus 20 km
landeinwärts fuhren, hat uns in der Nacht der Nebel wieder eingeholt.
Was soll's. Wir wollen nach Swakopmund und dieser in Namibia wohl
beliebteste Ferienort liegt sowieso tief im Nebel. Nach 100 km erreichen
wir Deutschlands südlichst gelegenen Ferienort (zu Kaiser Wilhelms
Zeit). |
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Swakopmund |
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Erst geht's tanken,
dann besorgen wir uns ein Permit für 2 Tage und eine Nacht für den
Welwitschiadrive. 100 Namibiadollar für Was? Wir bummeln durch die Straßen
wie z.B. Bismarckstraße, Kaiser Wilhelmstraße, besichtigen Häuser aus der
Kolonialzeit. Wir haben das Gefühl in Deutschland zu sein. Deutsches Radio,
Deutsche Geschäfte und Lokale. Überall wird Deutsch gesprochen. Irgendwie
ist uns das dann doch bald zuviel und wir brechen nach einem mittäglichen
guten Fischessen Richtung Osten auf.
Wir fahren durch
eine wunderschöne vegetationslose Mondlandschaft. Eine einzigartig schöne
Felswüste, die durch die Auswaschungen des Flusses Swakopmund entstanden
sind. Dann weiter den Welwitschiadrive hinauf. Weibliche und männliche Welwitschias besichtigt. Ein Exemplar soll 2000 Jahre alt sein.
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Dann wieder
zurück in die Mondlandschaft wo wir unser Lager (Camp 9) an einem
schönen Platz aufbauen. Wir müssen unsere Sachen diese Nacht in
Sicherheit bringen, da hier Drumherum Meerkatzen herumspringen. Wir
sitzen jetzt hier, Gabi singt mit Heino "die schwarze Barbara" und
das in der Namib.
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Camp Mondlandschaft |
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Sonntag
11.4.1999
Am 11.4.1999 um,
11.11 Uhr wird der Karneval in Namibia eingeleitet. Vom 18.4. bis 25.4.
finden in Windhoek Umzüge statt, nach Deutsch - Rheinischer Tradition. Was
Traditionen anbelangt, so haben wir das Gefühl, hört man den Radiosender,
werden an diesen mehr festgehalten als bei uns. Zumindest ist die Zeit, was
die Aktualität betrifft, um 20 Jahre zurückgedreht. Wie üblich stehen wir
vor Sonnenaufgang auf. Der Platz war wunderbar und 100% still.
An der
Auspuffaufhängung ist ein kleines Loch entstanden und unser Sani röhrt
wieder etwas.
Wir
beschließen, nicht gleich wieder auf die C 28 zurück zufahren. Das
Permit gilt noch für heute und in der Karte ist ein 4x4 Trail an der
Blutkuppe vorbei eingetragen. Wir fahren weiter über vielfältigste
Landschaftstypen. Einmal ein Feld voller kleiner Kuppelberge. Dann
vorbei an der Blutkuppe einen traumhaften 4x4 Trail weiter über sich
immer wieder ändernde Landschaftsbilder.
Wir sind
wirklich froh einen Geländewagen zu haben. Wir sehen Adler, Kaphasen,
Strauße, Springböcke, Perlhühner, Meerkatzen, Paviane, Klippschliefer.
Als wir dann wieder die C 28 erreichen, unser GPS hilft uns dabei sehr,
wissen wir, das war nicht das letzte mal, einen 4x4 Trail abseits der
eingetragenen Routen zu nehmen.
Am liebsten würden
wir gleich auf der anderen Seite weiter den Gemsbocktrail Richtung
Sossusvlei nehmen. Aber auch die C28 nach Windhoek hat noch so einiges zu
bieten. Es geht über den Boschuapass im Geländegang auf ein bergiges
Hochplateau von fast 2.000 m Höhe der Khomashochlandroute entlang nach
Windhoek.
Dort laufen wir
einmal im Kare herum und gehen bei Spur essen, natürlich Steak. Gabi muss ihr
Steak noch auf einem heißen Stein braten. Wir wollen dann noch eine Stunde weiter fahren. Es
scheint etwas mit der Lichtmaschine nicht in Ordnung zu sein .Wir
übernachten auf dem Campingplatz in WH (Camp 10), um am nächsten Tag
das Auto checken zu lassen.
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Montag
12.04.1999
Windhoek,
Boschdienst gesucht, Kohlen der Lichtmaschine müssen ausgetauscht werden.
Anschließend gehen wir ins Städtle um nach einer schönen Giraffe zu schauen,
haben sehr hübsche Holzschalen gekauft aber die Giraffen waren alle ein
bisschen schwach auf der Brust. Den Auspuff lassen wir noch schweißen und
dann geht's eigentlich Richtung nach Hause. Kommen mit dem letzten
Tageslicht noch über Ketmannshoop hinaus, stehen abseits in der Wüste (Camp
11), es stürmt, der Wind bläst den Windschutz samt Kocher um,
Wetterleuchten am Afrikanischen Nachthimmel, ist das schön. Ein Auto ist
zu hören, ob's zu guter Letzt noch Ärger gibt? Nein, er ist auch auf dem
schnellsten Weg nach Hause, sieht uns nicht. Der Regen zieht vorbei und der
Wind legt sich. Damit ist gesichert, dass wir in Ruhe zu Abend essen können.
Die Nacht war kühl,
angenehm. Früh am Morgen fuhr ein alter Laster vorbei, womöglich, um auf
einer Farm Karakulschafe zu holen. Kurz vor 8 Uhr kamen die drei Arbeiter
mit Ihrem riesigen Gräder angefahren. Neugieriges Schauen auf beiden Seiten,
freundliches Winken.......unsere Weiterfahrt bringt uns an diesem Tag noch
nach Cape Town. Unser Zuhause, wir freuen uns darauf, wir hätten aber auch
noch weiter fahren können ...... wir kommen wieder.
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