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Aethiopien

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Wir haben die Rufe des Muezzin noch im Ohr, als uns schon die Trommeln und Gesaenge der orthodoxen Kirche begruesen.
 

unsere Route durch Aethiopien

 

Am 5.04.01 reisen wir problemlos in Aethiopien ein. Die Zollbeamten sind unglaublich gut drauf und wir haben viel Spass mit Musik und Katt (Berauschende Blaetter von einem Strauch). Das Bergland von Aethiopien faengt uns sofort ein und wir befinden uns schnell auf 2.000 m ueber dem Meer. Erster Anlaufpunkt ist die Stadt Gonder wo wir den Gemp besichtigen,

der 70.000 Quadratmeter grossen Burganlage mit dem Schloss des Stadtgruenders Kaiser Fasiladas. Es ist alles sehr mystisch bei nebuloeser Stimmung und Moenchsgesaengen von den umliegenden Kirchen. Von Gondor aus steigt das Gelaende ueber 3.000 Meter an und wir ueberqueren neben anderen Paessen den Wolkefit Pass. Hier befindet sich der Rash Daschen, mit 4.620 m der hoechste Berg Aethiopiens. Nach ihm ist auch das Bier der einheimischen Brauerei benannt. Immer wieder liegen an den Strassenraendern verrostete Panzer und sonstiges Militaergeraet aus den Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Italienern und Englaendern oder aber Aethiopiern und Eritreaern. Genau zum Palmsonntag erreichen wir Axum, das Rom der Orthodoxen Kirche. Viele Pilger sind hier und wir erleben

 

die Stadt mit einer tollen Atmosphaere. Der Gesang der Moenche und die Mentalitaet der Menschen ist auch nach den ersten Tagen noch neu fuer uns. Da Nord - Aethiopien sehr dicht bevoelkert ist, treffen wir ueberall auf Menschen und die sind sehr interessiert. Ein weisses Gesicht bringen sie haeufig mit einem Kugelschreiber oder sonstigen Geschenken in Verbindung. Aethiopien hat auf eine Flaeche von 1.130.138 km² etwa 49.947.400 Einwohner. Die Menschen hier werden durch die Welthungerhilfe unterstuetzt. Der Krieg mit Eritrea hat seine Spuren hinterlassen. Die Maenner nehmen stolz ihre Kalaschnikovs mit auf den Acker und zum Markt. Die grosse Not, was den Hunger angeht ist sicherlich gelindert, aber hier ist nichts im Ueberfluss. Schon gar nicht das Wasser und hier im Norden trocknet das Land ausserhalb der Regenzeit stark aus. Trotz aller Entbehrungen sind die Menschen sehr freundlich. Zwischendurch ist die Landschaft wieder so gruen, dass uns nie der Gedanke in den Sinn kaeme, hier koennte ein Mensch hungern. Dann wieder Landstriche, wo wir uns fragen, was fressen eigentlich die Kuehe hier, Steine??? und wovon leben die Menschen bloss? Auf 2.600 Meter eine gruene Oase. Der Ashangisee umrahmt von Bergen. Wir fahren wieder nach Sueden und erreichen zum Karfreitag Lalibela, die Hochburg der Felsenkrichen.

Die Atmosphaere ist hier zur Osterzeit beeindruckend und wir sind sofort begeistert. Es sind ca. 14 Felsenkirchen und Kapellen auf einem Gelaende konzentriert, ueberall Priester und Moenche der orthodoxen Kirche. Heute am Karfreitag betet eine grosse Anzahl Menschen hier. Ein andauerndes Niederknien und Aufstehen mit kuessen des Bodens. Entsetzlich wirkt auf uns die grosse Anzahl von Bettlern. Aethiopien hat einen ungeheuren Kinderreichtum. Leider mischen sich eben auch die Kinder unter das grosse Heer der Bettler. Das Elend ist schrecklich. Erblindete, verkrueppelte Menschen, deren Gliedmassen durch Lepra entstellt sind. Jetzt zu den Feiertagen kommen viele Pilger, die geben Almosen an die Bettler, darauf sind sie angewiesen. Auch hier sehen wir die Getreidesaecke der Welthungerhilfe mit der Aufschrift USA oder dem Sternensymbol der Europaeischen Union. Am Ostersamstag fahren wir Richtung Tanasee weiter auf Hochplateaus weit ueber 3.000 Meter. Ueberall stroemen uns die Menschen mit ihrem Vieh entgegen. Es ist Fastenzeit und jeder versucht vor Ostersonntag seine Huehner, Ziegen, Schafe, Rinder zu verkaufen. Wir sind beeindruckt von dem Treiben. Das Land wird etwas fruchtbarer und dementsprechend nimmt die Dichte der Bevoelkerung zu, so dass wir schliesslich froh sind auf dem Grundstueck beim Deutschen Entwicklungsdienst in Debre Tabor uebernachten zu koennen. Der Lake Tana hat eine Laenge von 80 Kilometern. Hier hat auch der Blaue Nil seinen Ursprung. Im See befinden sich eine Reihe von Inseln mit Kloestern, die wir in Verbindung mit einer Bootsfahrt besichtigen. Am Folgetag bestaunen wir die Nilfaelle, wo aus 60 Meter

 

Hoehe die Wassermassen herunterstuerzen. Der Tanasee ist ein Paradies fuer Voegel. Wir sehen in unmittelbarer Umgebung Seeadler, Geier, Kormorane, Pelikane und und und. Schliesslich fahren wir am Mittwoch den 18.04. weiter in Richtung Addis Abeba, durchqueren nochmals das Niltal und freuen uns auf die „Neue Blume“, wie die Hauptstadt uebersetzt heisst.
In Addis Abeba halten wir uns nicht lange auf, wir besorgen aber die Visas fuer Kenia, mit 50 US $ pro Person sind wir dabei. Durch das Rift Valley fahren wir an den Lake Langano. Hier finden wir einen wunderschoen gelegenen Campingplatz direkt am Wasser. 2 Tage relaxen sind angesagt, wie schoen diese Ruhe ist. Arba Minch mit dem Nechisar Nationalpark

ist unser naechstes Ziel. Man berichtete uns von zahlreichen Krokodilen und Nilpferden. Also nichts wie hin. Aber wir erleben vor der Ortschaft eine unangenehme Ueberraschung.  Die Bruecke ist kaputt und wir muessten den Fluss durchqueren. Die Regenfaelle der vergangenen Tage machen eine Durchquerung unmoeglich und wir beschliessen erstmal abzuwarten. Nach 2 Tagen lassen wir von dem Vorhaben ab, da weitere Regenfaelle nieder gehen und fahren zurueck nach Shaschemene. Von hier auf bequemer Landstrasse nach Yavello. Die Fahrt weiter von Yavello nach Konso gestaltet sich besonders problematisch, da  hier die

 

 

Regenfaelle die Strasse voellig zerstoert haben. So benoetigen wir fuer ein Stueck von 20 km 3 – 4 Stunden. Je mehr wir uns dem Lake Turkana naehern desto urspruenglicher sind die Menschen gekleidet. Waren die Frauen erst noch mit Tuechern bekleidet, mit einer freien Schulter, so treffen wir spaeter nur noch auf barbusige Frauen die lediglich einen Lendenschutz tragen. Die Hamer tragen ihr Vermoegen bestehend aus Perlen und zisilierten Schmuck am Leib. Der Regen hat den Boden aufgeweicht und die Maenner sind mit ihren Pfluegen, gezogen von 2 starken Ochsen, dabei ihre Felder zu bestellen. Es ist heiss, und da es

praktisch ist, haben die Maenner z.T. keinerlei Kleidung am Leib. Wir kommen gut in Richtung Kenia voran und beschliessen vor dem Grenzuebertritt noch in Aethiopien zu uebernachten. An diesem Tag werden wir von der Grenzpolizei aufgegriffen. Wir werden in Gewahrsam genommen und muessen auf dem Gelaende der Polizei naechtigen. Am Morgen werden wir ausfuehrlich ueber das woher und wohin befragt, bekommen einige ernsthafte Ermahnungen mit auf den Weg und duerfen fahren. Weitere Details holen wir uns beim Polizeiposten an der Grenze zu Kenya.

Hinweis: Der Grenzuebertritt nach Kenya am Lake Turkana ist offiziell nicht moeglich. Ein- und Ausreise muessen ueber Moyale erfolgen.

 
 
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