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Namibia

Unser Buch zu dieser Tour.
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Wir haben annaehernd den gesamten Afrikanischen Kontinent von Nord nach Sued und von Ost nach West durchquert. Und dann, nach annaehernd 20.000 km, wir koennen es kaum glauben, eine Deutsche Baeckerei. Wir befinden uns in dem ehem. Deutsch- Sued-West- Afrika.
 

unsere Tour durch Namibia (ehem. Deutsch Sued West)

 

 
Mittags erreichen wir die Grenze zu Namibia. Eine Flaeche von 824.292 km² ist Wohnraum fuer 1.700.000 Menschen. Der Caprivistreifen muss im Konvoi befahren werden. Fuer heute ist der letzte um 15 Uhr schon abgefahren, wir warten bis morgen und verbringen die Nacht auf einem abgeernteten Maisfeld, das auch von Elefanten besucht wird. Hippos baden in der Naehe, die Elefanten kommen heute Nacht nicht.

Die Fahrt durch den Caprivistreifen am Morgen legen wir mit etwa 10 weiteren Fahrzeugen zurueck. Zwei Militaerfahrzeuge mit jeweils sechs Bewaffneten begleiten uns die 200 km. An den Einmuendungen der verschiedenen Pisten sind auch Soldaten postiert. Ueberall im Busch sind Zeltlager vom Militaer zu sehen, die Praesenz ist beachtlich. Landschaftlich ist der Caprivistreifen nicht besonders schoen, so ist nichts versaeumt, weil waehrend der Fahrt nicht angehalten werden darf. In Bangani loest sich der Konvoi auf und die Fahrzeuge zerstreuen sich in alle Richtungen. Wir fahren weiter in Richtung Rundu und Grootfontain. Hier decken wir uns mit dem Wichtigsten ein und machen uns auf ins Damaraland.

 

 

Ein zauberhafter Sonnenuntergang verwoehnt uns gleich an diesem Abend. Namibia ist wie Urlaub, deutscher Baecker, deutsches Radio und deutsche Gepflogenheiten. Wer das vermisst hat, kommt hier auf seine Kosten. Ueber Otavi und Outjo erreichen wir Korixas. Beim Lagerfeuer auf einem Plateau, mit Blick uebers Damaraland, und unter dem Kreuz des Suedens, planen wir die naechsten Tage. Am Dienstag, 29. Mai 2001 fahren wir durch das wunderschoene Damaraland. Die riesigen roetlichen Steinbloecke sind wie von Geisterhand aufeinander geschichtet, ueber uns der blaue Himmel. Auf dem Boden aus weissem Sand steht ausgebluehtes Gras, dazwischen Springboecke und Strausse auf der Futtersuche. Wie im Paradies sieht es hier aus, nichts stoert den Frieden. Die Landschaft wird karger, je naeher der Skelettencoastpark kommt. Wir durchfahren den Park entlang dem Atlantischen Ozean.

Es ist eine Wueste, eine kalte noch dazu und der Sand fliegt uns um die Ohren. Wehe dem, der seiner Zeit schiffbruechig an dieser Kueste strandete. Den Namen Skelettencoast traegt sie nicht von ungefaehr. Weit und breit kein Trinkwasser, nur Sand und Steine. Nichts, aber auch gar nichts Reizvolles hat diese Gegend und wir stoebern ausser einer einsamen Robbe am Strand nichts Lebendiges auf. Einige Moewen und Kormorane sind unterwegs, ansonsten ist alles sehr trist und oede. Einzige "Sehenswuerdigkeit", ein Schiffswrack, ist vom Zahn der Zeit arg zugerichtet und in einigen Jahren ist wohl nichts mehr zu sehen.  An der Horning Bay passen nochmals die Wassersportbedingungen und das Equipment kommt zum Einsatz. Spaet erreichen wir unseren Lagerplatz, morgen werden wir die Robbenkolonie am Cap Cross besuchen.

Kalter Morgennebel laesst unser Fruehstueck sehr kurz ausfallen und die Robbengeschichte auch. Was aber nicht weh tut, denn der intensive Geruch treibt einem die Traenen in die Augen. In Skwakopmund scheint dann aber schon die Sonne und der Zahnarzt spricht deutsch. Swakopmund hat etwas Liebenswuerdiges und alles geht hier gemuetlich zu.

Die Stadt ist zu Fuss gut zu besichtigen und man kann sich Zeit lassen dabei. Es gibt viele huebsche Geschaefte und die schoen restaurierten Haeuser aus der Kolonialzeit zu sehen. Zudem laden viele gute Gasthaeuser und Cafes zu einer Ruhepause ein. Die Stadt Swakopmund hat sich schmuck herausgeputzt. Ein Besuch lohnt sich allemal. Die Kueste entlang Walfisch Bay und Langestrand begeistert uns, die roetlichen Sandduenen reichen bis ins Wasser hinein. Die Strecke bis zum Vogelfederberg legen wir mit einer Unterbrechung an der Duene 7 zurueck. Dann tauchen schon die Berge des Kuiseb am Horizont auf . Es ist nicht sehr klar heute und erst als wir ganz nahe sind und die Sonne schon tief steht beginnt das Farbenspiel. Die herrliche Landschaft im Abendlicht, in sanften Kehren schwingt die frisch gegraederte Strasse sich zum Kuiseb hinab. Hier wo die beiden Deutschen, Henno Martin und Hermann Koch, sich fuer ueber zwei Jahre aufgehalten haben. Das ist der einzige Buchtip den ich geben moechte. „Wenn Krieg ist gehen wir in die Wueste“ von Henno Martin. Immer wenn wir hier sind, bekommen wir Gaensehaut bei dem Gedanken wie die Beiden hier ueberlebt haben. Die Landschaft spricht aber schon fuer sich und falls man nicht geneigt ist, dieses Buch zu lesen, kann man trotzdem hier her fahren.

Es gibt auch eine aktuelle Geschichte, von uns, im Kuiseb. Einzelne Kolke sind zu sehen und wir fragen uns, ob da Fische drin sind. Angeblich soll es hier Karpfen geben. Der Canyon liegt schon im Schatten und wir fahren weiter das Flussbett entlang. Der Sand wird immer weicher und die Passage zwischen Kolk und Steinen immer enger. Wir verlieren urploetzlich an Schwung und wie wenn das Auto gegen eine unsichtbare Mauer faehrt stehen wir und der Hintern das Landys haengt tief im Sand.  Nach drei Stunden Schaufeln, Steine schleppen in tiefster Finsternis, stehen wir wieder auf festem Boden. Ein kleines Feuer troestet uns ueber den ungewollten Lagerplatz und wir lauschen den vielen fremden Geraeuschen des Canyons. Nachdem das Rettungsgeraet am Morgen aufgeraeumt ist, verlassen wir den Kuisebcanyon, ewig in Erinnerung, ohne weiteres Aufsehen zu erregen. Ueber den Gaupass fahren wir nach Solitaer und freuen uns als wir die ersten Duenen sehen. Das frische Gruen zieht sich zum Teil bis an die Kaemme hoch. Das heisst, es hat auch hier viel geregnet, zusaetzlich zu dem Wasser, das der Tsauchab von den Nubibbergen bringt. Viele Springboecke und Oryxantilopen sind unterwegs auf Futtersuche. Immer einen Abstecher wert ist das Sossusflei. Auf einem kurzen Fussweg von einem Kilometer erreichen wir das Deadflei.

 

 

 

In einer weissen Salz – Lehmpfanne stehen etliche Geisterbaeume. Wie den Himmel um Hilfe anflehend, recken sie die duerren Aeste nach den Wolken. Ein Heissluftballon schwebt ueber der Namibischen Wueste. Hoffnungsvoll steuern wir eine Farm an, wo mit einem durch ein Aggregat betriebenenes Schweissgeraet der Dachtraeger vom Landrover in Ordnung gebracht wird. Vorbei an Schloss Duwisib, von dem Deutschen Baron Wolf vor 80 Jahren erbaut. Entlang dem Fischrivercanyon erreichen wir die heissen Quellen von Ai Ais.

 

 

Es ist sehr kalt hier und die Tage werden merklich kuerzer je weiter suedlich wir kommen. Der naechste Tag beginnt mit einem Platten und fuehrt uns dann durch ein trockenes Flussbett zum Orangeriver. Die Landschaft wird in Richtung Grenze zu Suedafrika zunehmend trockener. Die Hauptstadt Windhoek und der Etoschapark sind neben Luederitz und vielen anderen lohnende Ziele in Namibia.

 
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