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unsere Tour durch den Osten der USA / Kanada 2018 (Fähnchen sind unsere Übernachtungsplätze)

Tour USA Kanada Ost 2018

 

…nun ist schon ein wenig Zeit vergangen, seit wir unsere Nordost-Tour USA/Canada begonnen haben. Erste Tage in Pennsylvania; vorerst kein NYC-Stadterkunden. Der Landy startet auf Anhieb und den langersehnten Wechsel des Verteilergetriebes (das Hauptgetriebe hatten wir ja bereits in Whitehorse gewechselt) können wir in einer tollen Landywerkstatt eines Südafrikaners! in Angriff nehmen. Harte Arbeit, gleichzeitig noch andere, nötige Arbeiten erledigt.

Der Landy rollt. Vollbeladen mit ALDI-Produkten und guter Laune geht’s nach Norden. Dann verabschiedet sich der hintere Auspufftopf. Wir können ihn gerade noch vor dem anstehenden Wochenende schweißen lassen.

Erstmal wieder Routine probieren, gelingt nicht so richtig in der ersten Woche. Die Nachtplatzsuche schwierig oder zu teuer. Hier in den Bundesstaaten New York und Vermont scheint sich die riesige RV-Community wieder gefunden zu haben und belegt jeden freien Platz. Ätzend für normale Camper oder Zeltenthusiasten.

Vermont zeigt auch ohne Indian Summer viel von seinem Charme. Wunderschöne Landschaften, beschauliche Orte, teils mit Prunkbauten, Golfplätzen, stilvollen Hotels, Boutiquen. Weiter nordwärts, Landwirtschaft mit Viehzucht, Mais und Soja-Anbau. Für wen die Sojabohne hier wohl (noch) angebaut wird...eigenes Land USA oder China, wohin doch ein Großteil der Soja-Exporte geht? Und nun die hohen Einfuhrzölle seitens Chinas?

Ferienzeit, Hitze, jeder freie Platz an den Seen belegt.

Wir wollen zügig über die kanadische Grenze, suchen uns einen winzigen aus. Noch einen kleinen Abstecher in die Stowe-Mountains, deren Skigebiet im Sommer die Wanderer anzieht. Nette Ferienorte und eine Kaffee-Einlage bei Craig, der nicht nur mit seinem alten, roten Porsche, sondern auch mit toller Gastfreundschaft glänzt.

Der Grenzübertritt verläuft wieder völlig unkompliziert. Ein paar übliche Fragen und wir können unsere Tour fortsetzen. Viele kleine Dörfer mit Stil, endlich Blumen und Gärten und vor allem frisches Baguette. Vorbei die Zeit des Ami-Softbrotes. Weinanbau(!), Mais, Soja; in Magog schlendern Touristen durch die Gassen mit einladenden Geschäften und Restaurants. Endlich Ambiente, Galerien, feine Musik. Wie krass der Unterschied zu den USA.

Quebec mit zauberhafter Altstadt, wunderschönen Stadtvillen im Umland und viel Grün. Touristen, Touristen, die sich durch die engen Gassen schieben und jedes Gebäude ablichten. Wir rollen langsam durch, wollen weiter entlang des St. Lorenz-Stroms. Volle Straßen, lausige Campgrounds, erst spät und bei strömendem Regen finden wir ein extrem teures Camp im "Parc Nat. des Grands Jardins". Willkommen im Bundesstaat Quebec, der sich vom Rest des Landes Canada in jeder Hinsicht unterscheidet.

Zähneknirschend nehmen wir den hohen Preis in Kauf, sind hundemüde, brauchen Ruhe. Regen, Moskitos, Pferdebremsen, Blackflies...die aggressiven Plagegeister werden uns ab jetzt täglich zusetzen. Die Stiche jucken, arten zu Pestbeulen aus...und es werden täglich mehr.

Borealer Wald, Blumen, Rentiermoos, Blaubeeren; Elche und Bären fehlen leider. Ein paar wenige Vögel, sonst nichts.

Bei Chicoutimi fahren wir über den Saguenay und dann stramm Richtung Osten nach Tadoussac. Was für ein hübsches Örtchen. Bei Sonnenschein und Wärme natürlich besonders fein. Wieder Touristen, hier dreht sich alles um Whalewatching.

Uns zieht es weiter nach Norden. Bei Les Bergeronnes finden wir endlich einen 6-Sterne-Platz an der steilen Küste; auch so können Campgrounds aussehen. Keine RV's, ganz viel Platz und immer Blick auf den breiten St. Lorenz-Strom mit starker Ebbe und Flut. Möwengeschrei, selbst in der Nacht, dazu heftiger Wind und Regen.

Die Küstenstraße -138- ein Traum. Einsame, endlose Sandstrände, Uwe möchte am liebsten Kitesurfen. Baie Comeau ist der Ausgangspunkt zum Trans Quebec Labrador Highway. Ein hübsches Städtchen mit riesiger Papierfabrik. Der Ort verdankt seine Existenz der Zeitung Chicago Tribune, die 1936 an der Mündung des Flusses eine Mühle baute, um ihre Druckerpressen mit Papier zu versorgen.

Kurz hinter dem Ort taucht eine mächtige Staumauer auf. Überall Umspannwerke und Stromtrassen.

Ein kleiner Anstieg, eigentlich wollen wir den Abend gemütlich ausklingen lassen, dann kracht es am Auto. Unser erster Gedanke...das Getriebe. Nichts geht mehr...kein Gang, keine Bremse...😱. Dann entpuppt sich die  Antriebswelle am linken Hinterrad als Verursacher. Die Verzahnung hat sich rundgefressen. Jaaa, wir haben zum Glück auch so eine über 1m lange Welle an Bord. Also wechseln. Dann doch noch ein toller Abend am Wasser und bei aufziehenden Regenwolken.

Trans Quebec Labrador Hwy, der später zum Labrador Hwy und Coastal Hwy wird. Nicht zu vergessen die Zeitzonen, die auch wir völlig verschwitzen. Die gut 1800km führen durch  borealen Wald, der unendlich erscheint. Wasser, Wasser, Wasser links und rechts; Moose, Erlen, Lärchen, wo der Wald abgebrannt ist oder gerodet wurde. Unendliche, breite Stromtrassen begleiten uns. Mächtige Staudämme und Wasserkraftwerke, der Strom wird auch in die USA exportiert. Die Piste asphaltiert, dann schlagartig Gravelroad, die Steine fliegen. Nachtplätze finden, ein schwieriges Unterfangen. Hier gibt es keinen Tourismus, nur funktionale kleine Städte wie Fermont, Labrador City, Churchill Falls. Alles lebt hier von der riesigen Eisenmine von Labrador City. Es ist die größte Stahlmine Nordamerikas, seit den Fünfzigern wird hier Erz abgebaut. Groß prangt der Name "Arcelor Mittal", der hier alle ernährt. Hochprofessionelle Gerätschaften, Bahnverbindungen...alles hier im Nichts.

Und dann gibt es noch so verheißungsvolle Namen von kleinen Orten wie Happy Valley und Paradise River...sie entpuppen sich als hässliche Nester, ganz Ami-like mit Fast Food, dicken Menschen und letzten Indigenen, die hier nur noch dahinvegetieren.

Piste, Piste, Piste....der Straßenbau wird vorangetrieben, nicht einfach in dieser sumpfigen Gegend. Immer wieder Steinbrüche, die der Straße Substanz geben sollen. Schweres Gerät zermahlt die Steine, selbst Asphalt wird hier hergestellt. Transportrouten schaffen, so wird das Land erschlossen. Stromtrassen auch hier. Unsere Tiersichtungen mager: 1 Fuchs, 1 Schwarzbär, 2 kleine Eichhörnchen, ein paar Vögel, eine Elchspur....wir haben mehr erwartet.

Zwischendurch gab hier im Nichts auch noch die Lichtmaschine ihren Geist auf....tja, was soll man sagen. Aber wir rollen erstaunlicherweise immer wieder weiter, auch wenn die Reparaturen im Insektenhort Labrador nicht besonders erquickend sind.

Und nun....sind wir wieder am Meer. Möwen ärgern Seeadler, Seeluft zieht um unsere Nasen, heimelige Fischerorte schmiegen sich in die felsigen Buchten. Hier gibt es nur noch Tundravegetation, hügelige Landschaften, die mal schnell im Seenebel verschwinden.

Um 1530 gingen erste Walfänger aus der Baskenregion hier vor der Küste Labradors auf Jagd. In den ersten Jahren des 17.Jh. verschwanden sie wieder. Aber die "Europäer" waren ja schon viel früher eroberungswütig...dazu mehr, wenn wir auf Neufundland sind, wo die Wikinger (Leif Eriksson) sich bereits um die Jahrtausendwende niederließen.

Die nächsten Tage werden wir hoffentlich mit der Fähre übersetzen können. Heute genießen wir mal einen regenfreien Morgen mit Meeresrauschen und Möwen.

 

Neufundland...was hat sich seit meinem (Katrins) letzten Hiersein vor gut 20 Jahren wohl verändert?

Der Nordwesten erscheint weiterhin dünn besiedelt, das Wetter ist rau und wechselhaft. Die Temperaturen erträglich, kurze Hosen sind angesagt. Ab in den Norden. Kleine Fischerorte, Waldgebiete werden schnell von tundraartiger Landschaft abgelöst. Holzeinschlag überall, danach wächst nichts mehr auf dem kahlen Fels. Beerensträucher aller Art, Blaubeere, Krähenbeere und Co. laden zur Ernte ein...wenn da nicht die kleinen Plagegeister wie Mücken, Blackflies, Bremsen wären.

Cook's Harbour, welch' ein idyllischer, abgelegener Flecken Erde. Plätze am Meer, Wildcampen ist auf Neufundland noch erlaubt. Die historische Stätte L' Anse aux Meadows (Wikinger-"Wohnsiedlung") steuern wir zwar an; stehen im Baustellen-Mini-Stau und kehren nach längerer Warterei um. Hier im Nichts zu warten erscheint uns etwas kurios.

Unzählige Leuchttürme, Nebelhörner, die jeden einfallenden Seenebel ankündigen. Frischen Fisch (Kabeljau) bekommen wir fast überall für wenig Geld - genial. Seevögel, neben Möwen, Kormoranen auch Strandläufer und Schnepfen. Seeadler lassen sich erstaunlich schnell von den auffällig vielen Raben vertreiben. Kleine Museen mit der Geschichte Neufundlands, über die Ureinwohner und die schnelle Übermacht der "europäischen" Neusiedler. Hohe Arbeitslosigkeit weiterhin; der domonierende Fischfang brach durch die starke Überfischung der Fanggründe, durch internationale Hochseefischerei, zusammen. Heute wird in geregeltem Maß weiter gefischt, die Bestände an Kabeljau und Co. erholen sich langsam. Haupterwerbszweige sind aber heute der wachsende Tourismus und die Arbeit in der Ölindustrie. Weiter gen Süden, erstaunlich viel Wald (auch sehr viele Laubbäume) wechselt sich mit sumpfigen, morastigen Gebieten ab. Überall wächst die Nationalblume, die Pitcher Plant (Kannenpflanze). Der gelbe Frauenschuh ist leider verblüht, aber es gibt viele unscheinbare Orchideen, die hier mit Vorliebe gedeihen.

Auf in den Gros Morne Nationalpark, der Hauptanziehungspunkt der Insel sein soll. Berge, Wald, Fjorde; leider bleiben auch hier die großen Tiere aus. Schlechtwetter, klamme Klamotten, der Landy ist nicht wirklich dicht.

Die Suche nach Übernachtungsplätzen wird gen Süden und Osten schwieriger. Zugänge zu Seen und Meeresküsten - oft privat.

Twillingate mit Leuchtturm und grandioser Weitsicht. Endlich Wale, wenn auch fernab.

Dann noch ein Schwarzbär, der in Windeseile die Straße quert.

Bonavista, Leuchtturm, Wale...und unzählige Papageientaucher. Wir sind begeistert. Was ein Spektakel unter den kleinen, hübschen Vögeln. Es ist ein Kommen und Gehen am Brutfelsen. Unweit von ihren Höhlen haben sich Möwen niedergelassen und in schmalen Felsnischen hocken Gryllteisten.

Wir verbringen unendlich viel Zeit und machen unzählige Fotos. Doch noch besser wird es in Elliston, unweit von Bonavista. Wir kommen ganz nah an die Papageientaucher und können ihnen beim Fischen zusehen....fantastisch. Als Zugabe überall Wale, die den Fischschwärmen folgen.

St.John's -Hauptstadt von Neufundland. Ein ruhiges und überschaubares Städtchen. Es gehört zu den ältesten Nordamerikas, nachdem John Cabot das Interesse für die Neue Welt geweckt hatte.

Ich (Katrin) brauche neue Wanderschuhe, die alten haben ihre Sohlen verloren. Die neuen bleiben gleich an den Füßen...sieht ja schick aus.

Wir bummeln durch die bunte, farbenfrohe Stadt mit alter und neuer Bausubstanz. Vieles wird mit Liebe wieder hergerichtet; die Bewohner scheinen förmlich verrückt danach zu sein, ihre Stadt zu verschönern.

Der Landy ist wie so oft Fotomotiv und zugleich Anknüpfungspunkt für ein Gespräch. Wir verplaudern uns mal wieder und kommen erst spät weiter Richtung Süden. Plötzlich wieder Einsamkeit, kleine nichtssagende Orte, schroffe Küsten, Seenebel. Zähe Pistenkilometer bis zum Cape Race. Dichter Nebel, der nicht weichen will. Hier wurden erstmals (neben dem Signal Hill in St. John's) von Europa aus kabellose Funksignale empfangen, und auch die ersten Notsignale der Titanic gingen hier ein.

Hört der Nebel auch mal auf? Was erwartet uns am Cape St. Mary's mit dem soooo bekannten Tölpel-Felsen? Die Northern Gannets sollen hier zu Tausenden brüten. Wir sind gespannt, hoffen trotz Fahrt durch Starkregen und Nebel, daß der nächste Tag tolle Tiererlebnisse bringt.

Neblige Nacht, kaum 20m Sicht auch am Folgetag. Zumindest können wir das Besucherzentrum in rund 50m erahnen.

Und dann das Highlight. Nach kleiner Wanderung durch nasse Wiesen kommen wir zur Abbruchkante und den lautstarken Tölpeln. Was für ein Lärm, was ein Kommen und Gehen. Elterntiere sind besorgt um ihre Jungtiere, die auf schmalen Felsvorsprüngen hocken. Ihr Hunger scheint immens.

Wir können uns nicht sattsehen; oft schweben die großen Vögel nur knapp über unsere Köpfe hinweg.

Ganz unscheinbar erscheinen die kleinen Möwen, Gryllteisten und Lummen, die in ihren schwarz-weißen Federkleidern kaum in den Felsnischen auszumachen sind.

Die Stunden verrinnen, die Sicht bleibt weiterhin schlecht, aber das Naturerlebnis in knapp 10-20m Entfernung ein Traum.

Die Sonne versucht die Feuchtigkeit zu verschlingen...es gelingt ihr erst, als wir Richtung Norden und zum Fährhafen von Argentia rollen. Oh....blauer Himmel...wenn wir jetzt noch ganz spontan ein Fährticket nach Nova Scotia bekommen würden...

Es klappt. So ersparen wir uns zähe Highway-Kilometer zum anderen Hafen am Südwestzipfel Neufundlands. Diese Fähre wäre zwar billiger, aber außer Asphalt würden wir nicht viel Neues zu sehen bekommen.

Unseren tollen Inselabschluß haben wir in unzähligen Fotos festgehalten; jetzt sind wir auf Nova Scotia gespannt.

Viel hat sich auf Neufundland nicht verändert. Etwas mehr Tourismus, noch mehr Besiedlung, die die Wälder schwinden läßt. Das raue Klima ist geblieben, die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen auch. Frischen Fisch und Lobster gibt es fast überall, letzterer ist im Preis deutlich gestiegen.

Ich (Katrin) vermisse die unzähligen Elche, die Elchbullen mit ihren riesigen Schaufeln, die jedes noch so kleine Kartoffelfeld (das ist von damals erhalten geblieben) als Freßplatz auserkoren hatten. 1904 wurden Elche auf der Insel angesiedelt und zusehends zum Problem. Angeblich fraßen sie das ganze Unterholz weg und gaben jungen Bäumen keine Wachstumschance. Hier auf Neufundland könnte ich es noch verstehen, daß man ihre Zahl dezimiert, da sie nicht immer heimisch waren. Doch auch auf Nova Scotia setzt sich dieses Problem fort.

Wieder kommt uns der Gedanke...Wer hat mehr Recht auf Lebensraum? Nimmt sich nicht auch der Mensch einfach das Recht heraus, Bäume zu fällen, Flächen zu roden und zu besiedeln? Wäre es nicht angemessen, jedem Wesen einen gewissen "Spielraum" einzuräumen? Warum bestimmen nur wir was gut und richtig ist? Wo sind Kojote und Schwarzbär, auf die hingewiesen wird? Im Terra Nova Nationalpark haben wir durch Zufall einen Kojoten gesehen...und???? alle rasten auf dem tollen Highway, der durch den NP führt, vorbei.

Momentaufnahmen, kurze Eindrücke, Vergleiche.

Neufundland ist auf alle Fälle immer noch eine Reise wert. Es ist anders, rau, Insekten-lastig, in manchen Gegenden menschenleer. Hier leben die meisten sehr genügsam, scharen nicht unzähligen Plastikkram um sich herum, auch wenn der amerikanische Einfluss mit Fast Food- Ketten und ungesundem Essen bereits zu sehen ist.

Dabei schwimmt der gesunde Fisch/Krabben/Lobster-Reichtum nur so um sie herum.

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Nova Scotia

Nova Scotia - vor rund 20 Jahren und nach mehrmaligem Besuch wollte ich (Katrin) hier einfach herziehen. Was ist vom Reiz geblieben? Vorab: eher Enttäuschung, Ernüchterung.

Es ist bedeutend touristischer geworden. Noch immer prangen Schilder, auch auf deutsch, mit dem Verkauf von Grundstücken. Später erfahren wir, dass nicht selten die Käufer mit, auf den ersten Blick, günstigen und doch überhöhten Preisen über den Tisch gezogen wurden.

Urbanisierung, Zersiedelung, jeder noch so kleine Flecken Erde wird gerodet und bebaut. Kaum ein freier Platz an der unendlich langen Küstenlinie. Viel Zerfall, ungepflegte Häuser, teils messi-artige Gehöfte. Dann wieder schmucke Orte, in denen es sich leben läßt. Wald, Häuser, und auf gerade freigelegten Flächen RV's. Hier scheinen sich viele Land gekauft und vorerst mit ihren Monstren den Platz belegt zu haben. Ob es so bleibt oder doch noch eine Hütte gebaut wird? Oft bleibt es, scheinbar aus Mangel an Geld, beim RV. Teils rostige Kisten, die irgendwann auch ihr Lebensende hier finden.

Wildes Campen verboten; die Campgrounds voll...vor allem RV's. Sie verfolgen uns mit ihren lautstarken Generatoren und Aggregaten seit "Ewigkeiten". Wie war das doch alles so anders in Lateinamerika.

Seevögel: Möwen, Enten, Seeadler, Uferläufer, Regenpfeifer, Reiher ... sogar einen nicht heimischen Sandhill-Kranich und die scheuen Eisvögel bekommen wir zu Gesicht.

Wattlandschaften, Sumpfgebiete; im gepriesenen "Cape Breton Highlands NP", im Norden Nova Scotias, hoffen wir noch auf ein bißchen Ursprünglichkeit in den Wäldern und an den Küsten. Vor gefährlichen Kojoten, Elchen, Bären wird gewarnt. Oh ha, wir sind gespannt...und werden gnadenlos enttäuscht. Nicht nur durch die vielen straßenbaulichen Maßnahmen im Park; auch unzählige, lautstarke Menschen, auf langweiligen Wanderwegen, trüben das Idyll.

Neben traumhaftem Sommerwetter auch Regentage mit viel Wasser von oben. Seenebel und kein Wind, der ihn vertreibt.

Mangel an Großwild, zwar tauchen endlich die ersten Weißwedelhirsche in den Vorgärten auf, sonst bleibt uns nur ein vereinzelter Hase. Tote Waschbären, Stinktiere und Baumstachler an den Straßenrändern ... keine Chance mehr für sie, die breiten Straßen mühelos und lebend zu überqueren.

Wilde Blaubeeren, wir sammeln wie die Verrückten Unmengen davon...wer soll die bloß alle essen?

Entlang des Minas Beckens, der Bay of Fundy- riesige Gezeitenunterschiede. Gut 16m und mehr zwischen Ebbe und Flut, die breiten und schmalen Flussarme liegen schlammig "trocken", Menschen wälzen sich zum Vergnügen in der rötlichen Pampe. Boote liegen tief unten an den Stegen im Schlamm und warten förmlich auf die Flut.

Im Westen viel Landwirtschaft, größere und gut funktionierende Betriebe mit riesigen Flächen für Mais und Co., große Stallanlagen für Rinder und Hühner.

Endlich mal wieder ein schöner Stehplatz auf den Klippen; nachts schnuffelt ein gestreiftes Stinktier um unser Auto, sucht nach Würmern, Käfern und läßt sich Gras und Wurzeln schmecken. Das künstliche Licht der Stirnlampe scheint nicht zu stören. Wenigstens mal nachts ein Tier beobachten...auch schön. Früh morgens dann turnende Eichhörnchen, blaue Häher, Spechte, kolkende Raben...und wieder mal Kolibris, die neugierig vorbeischauen.

Das Annapolis Valley zerrt mit seinen netten Orten von einstiger, aber langsam verblassender Vergangenheit und Wohlstand. Touristen bringen noch etwas Geld, um Gebäude zu sanieren...wie wäre es ohne sie?

Weiter entlang der Westküste. Überall wird auf die Acadians hingewesen. Überall Beflaggung, klammern an die Vergangenheit? Mächtige Kirchen zeigen französische Vorbilder.

In Church Point ragt eine Holzkirche in den Himmel; ein Abbild einer Steinkirche in Frankreich; 1903-1905 von 1500 Freiwilligen gebaut. Innen glanzlos und funktionell...und Eintrittsgeld für die Besichtigung.

Die Südküste zerklüftet, Steinstrände, später endlich auch sandige. Kleine Fischerorte, aber kein Frischfisch. Wir kommen langsam Richtung Halifax. Shelburne ist schon recht hübsch, Lunenburg und Mahone Bay wunderschön. Bunte, gepflegte Häuser in schönen Straßen, Segelboote auf dem Wasser; Geschäfte, Restaurants und Galerien mit gehobenem Ambiente. In einer Galerie könnte ich glatt ne Menge Bilder kaufen...nur wohin damit? Mir (Katrin) bleibt der geniale Malstil im Kopf und auf dem Foto.

Lunenburg lebt von seiner Geschichte, der Einwanderung aus Europa, weiterhin sehr gut. Die nachgebaute "Bluenose" wurde bereits saniert und fährt seit 2014 wieder mit Touristen aufs Meer. Die Einwanderer waren Bauern, sattelten früh auf den Schiffbau um. Ihre Geschichte und die des Schiffbaus ist immer noch im Museum zu bestaunen.

Freche, angefütterte Eichhörnchen belästigen uns auf Campgrounds, nach Futter suchende Kormorane geben ein perfektes Fotomotiv. Spektakuläre Beobachtungen in jeder Hinsicht fehlen.

Endlich ein langer Strand...und er ist erstaunlicherweise befahrbar. Ein guter Wind, aber zu wenig zum Kiten. Strandläufer, Schnepfen, ein Möwenjunges bettelt um Futter.

Überall Besiedlung, die Wälder und Sumpfflächen schwinden. In den letzten Winkeln Kirchen, sie sind meist die einzigen Gebäude, die frisch gestrichen erstrahlen.

In Lunenburg treffen wir auf Gerd aus Verden. Er ist seit 4 Jahren mit seinem Motorrad on tour. Wir reden und vergessen die Zeit.

Am Leuchtturm von Peggy's Cove ballt sich trotz später, oder gerade deshalb, Stunde die Menschheit. Vorher haben wir kaum jemanden auf den Straßen gesehen...hier sind sie. Der kleine Fischerort lebt nur noch vom Tourismus, von Eis-, Nippes-, Sandwichverkauf. Der Leuchtturm bleibt weiterhin der meistfotografierteste. Die Landschaft drum herum...still, obwohl auch sehr fotogen.

Halifax, Dartmouth, letztere mit beschaulichen Wohngebieten. Bäume, fast Alleen, alles grün und das Leben geruhsam.

Halifax mit alten Stein- und Holzhäusern. Überall wird gebaut, saniert. Der Hafen wird weiter zur Bummel- und Flaniermeile ausgebaut. Wir genießen die samstägliche Ruhe, bevor wir am Nachmittag unsere Fahrt nach Norden antreten. Am Abend zuvor begegnen wir noch Robert aus dem Salzburger Land. Drei Monate ist er von Whitehorse aus durch Canada geradelt. Seine nächste Tour durch Rußland plant er schon. Verrückte und doch so normale Neugierige, die uns immer wieder begegnen.

Bleiben wir noch eine Nacht auf Nova Scotia oder fahren wir doch noch nach Prince Edward Island? Wir fahren...über die 13km lange, tolle Brücke, auf das beschauliche Island nördlich von Nova Scotia.

Und wo stehen wir?.... direkt am Ufer, können Ebbe und Flut zuschauen, Seeadler, Möwen, Strandläufer, Wellenrauschen.

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Prince Edward Island
= P.E.I.

Sommerinsel mit langen Sandstränden, roten Steilküsten, großen Kartoffelfeldern, Getreide- und Rotkleeflächen. Bauernhöfe, Kühe, Heuballen. Immer wieder Fischerdörfer, wo man täglich frischen Fisch und Hummer kaufen kann.

Charlottetown - Kanadas "Geburtsort", recht hübsch, provinziell und teuer.

Wind zum Kitesurfen; Uwe probiert es 2x...doch es ist einfach zu wenig.

P.E.I. National Park...er ist äußerst beliebt...der Strände wegen. Ruhige Plätze in der Natur= Fehlanzeige.

Am North Cape, im Nordwesten der Insel, ganz unerwartet ein wenig deutsche Geschichte (1943).

Ein paar Seehunde, wie immer viele Wasservögel und Mosquitos - nicht gerade eine große Palette an Tieren.

Tja, eine gemütliche Inselumrundung...mehr ist es nicht gewesen.

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New Brunswick

Wieder über die lange Confederation Bridge...schon sind wir in New Brunswick. Küste mit immer gleichem Bild...Besiedelung/Zersiedelung. RV's an jedem noch so kleinen Wasserplatz...alles privat. Frischer Fisch....und Hummer, den man sich endlich leisten kann. Auf P.E.I. gab es kein Essen unter 40 CA$ (Hummer)-pro Person! Am Fischtresen kostete der Hummer mindestens 12-15CA$/450g! Endlich bekommen wir ihn für den halben Preis. Also einsacken.

Am 03.09. ist Labour Day und zusätzlich freier Tag...noch einmal wird auf den Campgrounds Stimmung gemacht. Dafür bleiben die Strände ruhig, Angler ziehen problemlos einen Fisch nach dem anderen aus dem Wasser. Wir haben keine Angeln (noch nicht?), schauen den unzähligen, kleinen "fliegenden/springenden" Fischen auf der Flucht vor den großen zu. Über Wasser warten bereits die Möwen auf sie. Ein Schauspiel in spektakulärem Abendlicht. Das Meer bleibt ruhig, wie fast täglich.

Auf dem Weg zur Gaspè-Halbinsel (zu Quèbec gehörend) der Ort Bathurst - im Osten Zerfall, im Westen des Ortes "Wachstum" mit Wohnraum, Supermärkten, Fast Food-Ketten...das gewohnte Bild der amerikanischen und kanadischen Einfallstraßen.

Immer wieder stellen wir uns die Frage: Ist das alles, was noch geht? Gibt es keinen weiteren Anspruch mehr an die Dinge, das Leben, das Umfeld? Warum sieht es in der angrenzenden Provinz Quèbec ganz anders aus? Selbst kleine Orte haben hier Galerien; Blumen schmücken Vorgärten und öffentliche Plätze. Sogar Sportive sind plötzlich wieder anzutreffen.

Vielleicht entkommen wir  in den kommenden, verbleibenden Wochen doch noch der Gleichförmigkeit des menschlichen Daseins in diesem Teil der Welt(?)

Wir haben uns bereits die Fotografiererei maroder Wohnhäuser gespart, die messihafte Ansammlung von Gegenständen drum herum ebenso...es langweilt und trägt nichts Positives.

So langsam kommt der Herbst, die Bäume beginnen sich vereinzelt bereits zu färben. Ob wir den Indian Summer in seiner vollen Pracht noch erleben?

Mal sehen.

Gaspè-Halbinsel/Quèbec

Herbst auf der Gaspè-Halbinsel. Die Landschaft wird etwas rauer, es gibt wieder dichte Wälder, Steilküsten, kleine Orte, die sich dem stürmischen Wetter an der Nordseite nicht beugen wollen. Windflüchter (Bäume) zeigen deutlich die Windrichtung und sind oft mächtig zerzaust. Hier gefällt uns es schon wieder bedeutend besser.  Im Forillon NP bleiben wir einfach mal. Ohne Kommunikation mit der Außenwelt, aber vielleicht mal ein paar Tieren?

Nach 20 anstrengenden Wanderkilometern, bergauf und bergab durch Wald und Flur, bekommen wir ganz unverhofft noch 2 junge Baumstachler zu sehen. Jegliche Erschöpfung ist vergessen, ebenso Zeit und Raum. Wir bleiben einfach bei den Kleinen, sie nähern sich bis an die Schuhspitzen, wenden sich dann wieder dem Grünzeug zu. Wie genial, dieses Natur-/Tiererlebnis brauchten wir dringend.

 

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